Sandro Wagner hat mit seinem FC Augsburg die nächste Niederlage hinnehmen müssen. Drei Tage nach dem 0:6-Debakel in der Liga gegen RB Leipzig verlor der erneut indisponierte Bundesligist auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den Zweitliga-Vorletzten VfL Bochum mit 0:1 (0:1), der verdient ins Achtelfinale einzog.
Der Druck auf Wagner (37) steigt. Am Freitag (20.30 Uhr/Dazn) müssen sich die angeschlagenen Augsburger gegen Borussia Dortmund erheblich steigern, um in der Liga nicht noch weiter abzustürzen. Mit sieben Punkten hinkt der FCA unter dem neuen Coach den hohen Erwartungen bisher klar hinterher.
Gerrit Holtmann gelang in der 39. Minute das Tor des Abends. Bochum, das zuletzt schon vier Punkte geholt hatte, kann viel Selbstvertrauen in den Abstiegskampf und die Wochen der Wahrheit mitnehmen. Am Sonntag steht für das Team des neuen Trainers Uwe Rösler das Kellerduell gegen das Schlusslicht Magdeburg an.Wagner hatte nach dem Debakel gegen Leipzig versucht, die Lage zu entschärfen. „Man stellt es sich von außen dramatischer vor, als es innen ist“, sagte er. „Wenn du gewinnst, bist du nicht der Coolste – und wenn du verlierst, bist du nicht der Blödeste.“ Er fungiere auch gerne „als Schutzschild“.
Gegen Bochum brachte Wagner sechs neue Spieler. Die große Verunsicherung war dem FCA dennoch deutlich anzumerken, die Fehlerquote hoch. Der VfL hatte vor der Pause die besseren Chancen, auch wenn Marius Wolf und Ismael Gharbi bei Lattentreffern Pech hatten. Nach der Pause drängte Augsburg zwar, agierte aber wenig effektiv. Der VfL verteidigte mit Leidenschaft und blieb bei Kontern gefährlich.
St. Pauli besiegt Hoffenheim im Elfmeterschießen
Der FC St. Pauli hat seine Pleitenserie beendet und erst zum dritten Mal in 20 Jahren das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht. Nach fünf Niederlagen in Serie in der Bundesliga setzten sich die Hamburger im Elfmeterschießen mit 8:7 gegen die TSG Hoffenheim durch – und nahmen damit erfolgreich Revanche für das 0:3 in Liga neun Tage zuvor. Bach 120 Minuten hatte es 2:2 (1:1, 1:0) gestanden.
Hauke Wahl verwandelte den entscheidenden Elfer, Pauli-Torhüter Ben Voll wehrte zwei Schüsse ab. Wahl hatte die Hamburger auch schon nach 44 Sekunden in Führung gebracht. Grischa Prömel glich ähnlich schnell nach der Halbzeitpause aus (47.). Andrej Kramaric sorgte mit einem umstrittenen Handelfmeter für die Hoffenheimer Führung (107.). Wahl hatte der Ball am angelegten Arm getroffen, als er sich zur Seite drehte. Doch Matias Pereira Lage erzwang das Elfmeterschießen (120.+2). Da scheiterten dann ausgerechnet die beiden Torschützen der Verlängerung.
Gladbach schlägt Karlsruhe
Der sportlich angeschlagenen Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach hat im DFB-Pokal ein dringend benötigtes Ausrufezeichen gesetzt. Durch ein 3:1 (1:0) gegen Zweitligist Karlsruher SC zog der Tabellenletzte der Bundesliga ins Pokal-Achtelfinale ein. Gladbachs Trainer Eugen Polanski konnte nach seinem ersten Sieg im sechsten Spiel erst einmal aufatmen.
Die Gladbacher erwischten den perfekten Start: Schon wenige Augenblicke nach Anpfiff traf Shuto Machino zum 1:0 (3. Minute). Und auch nach dem Seitenwechsel gab es ein schnelles Tor für die Gastgeber, diesmal durch Nico Elvedi (51.). Fabian Schleusener (59.) gelang zwischenzeitlich der Anschlusstreffer, doch den Schlusspunkt setzte Haris Tabakovic in der 89. Minute mit dem Treffer zum Endstand.
Nur 10 000 Zuschauern sehen Wolfsburgs Pokalaus
Dem Ende der Pleitenserie in der Bundesliga folgte das Aus im DFB-Pokal: Der VfL Wolfsburg kommt nicht richtig in Tritt. Die Wölfe, die ihren eigenen Ansprüchen weit hinterherhinken, schieden überraschend in der zweiten Runde mit 0:1 (0:1) gegen den Zweitligisten Holstein Kiel aus.
Der Pokalsieger von 2015 enttäuschte vor der Minuskulisse von nur etwas mehr als 10 000 Zuschauern erneut – und musste nach Gelb-Rot für Jenson Seelt (36.) früh in Unterzahl spielen. Alexander Bernhardsson schoss die Kieler, zuletzt viermal in Serie ohne Sieg, mit einem verwandelten Foulelfmeter (42.) erstmals seit 2020 wieder ins Achtelfinale.

Wolfsburgs Coach Paul Simonis verlor sein erstes Pokalspiel als Cheftrainer, in der vergangenen Saison hatte er überraschend mit den Go Ahead Eagles den niederländischen Cup-Wettbewerb gewonnen. Nach dem 1:0 beim Hamburger SV, das eine Serie von vier Niederlagen beendet hatte, musste er auf die angeschlagenen Kamil Grabara und Jonas Wind verzichten.
Die Gastgeber taten sich schwer gegen die konzentrierte Defensive der Kieler. Eine Kombination über Sael Kumbedi und Mohamed Amoura, die Dzenan Pejcinovic mit einem Direktschuss ans Außennetz abschloss (27.), war zunächst die einzige nennenswerte Torchance der Wölfe. Noch schwieriger wurde es, als Seelt wegen Haltens an der Mittellinie vom Feld musste.
Der Zweitligist wurde mutiger und belohnte sich mit der Führung: Nach einem Foul von Vinicius Souza an Adrian Kapralik verwandelte Bernhardsson den fälligen Foulelfmeter. Nach der Pause jubelten die Niedersachsen über den vermeintlichen Ausgleich, doch Torschütze Amoura stand im Abseits (63.).
Heidenheim unterliegt dem HSV in Unterzahl
Ausgerechnet Robert Glatzel hat den Hamburger SV ins Achtelfinale des DFB-Pokals geschossen. Im Bundesligaduell beim 1. FC Heidenheim gewann die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin dank eines Treffers des Angreifers verdient mit 1:0 (0:0) und hat sich nach zuletzt zwei Niederlagen Rückenwind für die Liga geholt. Am Sonntag steht das Auswärtsspiel beim 1. FC Köln an.
Der frühere Heidenheimer Glatzel, zuletzt in Hamburg nur noch zweite Wahl, traf in der 83. Minute für den dreimaligen Pokalsieger nach einem umstrittenen Foulelfmeter. Der HSV, der den FCH zuletzt schon in der Liga besiegt hatte (2:1), profitierte zudem von einer roten Karte gegen Tim Siersleben, der nach einer Notbremse (45.) von Schiedsrichter Benjamin Brand des Feldes verwiesen wurde. Heidenheims Trainer Frank Schmidt sah kurz vor Schluss Gelb-Rot.
Hertha mit wenig Problemen gegen Elversberg
Hertha BSC hat den Traum vom DFB-Pokalfinale im heimischen Olympiastadion am Leben gehalten. Die Berliner gewannen am Dienstag das Zweitrundenduell mit dem Zweitliga-Rivalen SV Elversberg mit 3:0 (1:0) und zogen zum dritten Mal nacheinander ins Achtelfinale ein. Für Elversberg ist wie im Vorjahr in der zweiten Runde Schluss.
Michael Cuisance (15.), Sebastian Grönning (58.) und Jon Thorsteinsson (90.+4, Foulelfmeter) trafen für die Hertha. Elversberg-Kapitän Lukas Pinckert hatte kurz zuvor nach einer Notbremse im Strafraum die rote Karte gesehen (90.+3).


