Viererpack zum DFB-Pokal:Familien, ein Torwart und eine Rangelei

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(Foto: Pressefoto Rudel/imago)

Die Stuttgarter Kickers feiern und denken an früher während in Straelen der Mann der Bundestrainerin mitmischt. Wernigerodes Torhüter ist "die ärmste Sau" und in Jena gibt's wohl ein Nachspiel. Vier Geschichten aus der ersten Pokalrunde.

Von SZ-Autoren

Der Onkel von ...

Niels Schlotterbeck hat 36 Erstliga-Spiele bestritten, die meisten davon für die Stuttgarter Kickers. Einmal stand er mit den Kickers sogar im DFB-Pokalfinale, 1986/87, gegen den HSV und den großen Trainer Ernst Happel. Der Zweitligist aus Stuttgart-Degerloch ging damals sogar in Führung, aber dann trafen Beiersdorfer und Kaltz für den Favoriten. Den dritten HSV-Treffer erzielte Niels Schlotterbeck, per Eigentor.

Inzwischen sind die Kickers in der fünftklassigen Oberliga versunken, und mit dem großen Fußball kämen sie nur noch in Verbindung, wenn sie zum VfB rüberschauen würden. Aber das macht man als Kickers-Fan ja nicht, es sei denn, man träfe jetzt im Pokal aufeinander: Die Kickers haben in der erste Runde nämlich den großen Fußball besiegt, wenn auch nicht in der Größe von Ernst Happel, sondern von Greuther Fürth (2:0). Weiterer Vorschlag für die Losfee: Sehr hübsch wäre auch ein Duell mit dem BVB. Dort verteidigt Nico Schlotterbeck, der Neffe von Niels. Christof Kneer

Der Mann von ...

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(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Der Bau-Unternehmer Hermann Tecklenburg, 74, genießt am Niederrhein gewisses Ansehen. Dass er im WDR-Radio angekündigt hat, an diesem Montag wegen übermäßigen Alkoholkonsums womöglich nicht zur Arbeit zu erscheinen, verzeiht man ihm aufgrund seines Status' sowie seiner Ehe mit der Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, 54. Sie war einer von zwei Gründen für seine angekündigte Fehlzeit.

Der andere war der SV Straelen, bei dem Tecklenburg als Präsident amtiert. Der Viertligist hat sein Pokalspiel gegen den Zweitligisten FC St. Pauli durch ein Gegentor in der Schlussminute 3:4 verloren, aber Tecklenburg war ob der Leistung genauso stolz wie der neue Trainer Sunday Oliseh, 47, einst ein gefeierter Bundesliga-Profi. Am Sonntag ist Tecklenburg mit der Maschine der DFB-Honoratioren nach London geflogen, um in Wembley das Endspiel der deutschen Fußballerinnen anzusehen. Ob er an diesem Montag zur Arbeit erscheint oder nicht, blieb bis zuletzt offen. Ulrich Hartmann

Der Torwart von ...

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(Foto: Matthias Bein/dpa)

Es war an Kapitän Danny Wersig, die 90 Minuten des FC Einheit Wernigerode in der ersten DFB-Pokalrunde in aller Deutlichkeit zusammenzufassen: "Unser Torwart war heute die ärmste Sau", sagte Wersig, ein Klassiker unter den Aussagen von Oberligisten nach deutlichen Pokal-Niederlagen. Das 0:10 gegen den SC Paderborn zeigte einen markanten Unterschied zwischen zweiter Bundesliga und Oberliga, auch wenn die Gründe für die Niederlage womöglich nicht nur sportlicher Natur waren.

"Der Feind ist hier unten", sagte Torwart André Helmstedt, 35, über den Austragungsort im Sportforum Wernigerode, wo sonst die benachbarte Germania zuhause ist und die Fans des FC Einheit daher nur ungern hinfuhren. Der Platz hätte seinen Teil dazu beigetragen - da war sich Helmstedt sicher - dass es für den kleinen Verein aus dem Harz gar nicht gut lief. Auch wenn die komplette Analyse der zehn Gegentore vielleicht doch ein paar sportliche Gründe zutage fördern könnte. Felix Haselsteiner

Das Nachspiel von ...

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(Foto: Bodo Schackow/dpa)

Omar Marmoush hatte eigentlich für Ruhe gesorgt, aber die währte für den VfL Wolfsburg in Jena kürzer als gedacht. In der Nachspielzeit hatte der Stürmer das 1:0 für die Niedersachsen gegen den 1. FC Carl Zeiss erzielt und damit größere sportliche Diskussionen verhindert: Ein glücklicher Sieg in der ersten Pokalrunde lässt immer noch alle Möglichkeiten für einen guten Saisonstart unter dem neuen Trainer Niko Kovac offen. Nach dem Spiel, so berichteten es Bild und Kicker, kam es aber offenbar zu Rangeleien zwischen den Wolfsburger Spielern Jakub Kaminski, Kevin Paredes und Pavao Pervan mit Anhängern der Jenaer - ein Vorfall, der nun von der Polizei untersucht wird.

Dass erste Pokalrunden Nachspiele haben können, wissen die Wolfsburger aus dem vergangenen Jahr, als sie nach einem Wechselfehler am grünen Tisch disqualifiziert wurden. Mit solch sportlichen Konsequenzen ist diesmal aber nicht zu rechnen: Die Rangelei fand nicht auf dem Platz statt. Felix Haselsteiner

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