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Saarbrücken im Halbfinale:Der Pokalheld, der fünf Elfmeter pariert

1. FC Saarbruecken v Fortuna Duesseldorf - DFB Cup

Fünf Elfmeter pariert, da kann man schon mal jubeln: Saarbrückens Torhüter Daniel Batz.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Regionalligist Saarbrücken zieht nach einem dramatischen Spiel gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf ins Pokal-Halbfinale ein.
  • Das Spiel endet 7:6 im Elfmeterschießen. Saarbrücken-Torhüter Daniel Batz hält vier Elfmeter. Zudem hatte er einen in der regulären Spielzeit pariert.
  • "Fünf Elfmeter - das ist mehr, als ich vorher in meiner ganzen Karriere zusammen gehalten habe", sagt der Torwart.

Von Carsten Scheele

Zwei Elfmeter gehalten, einen Treffer vorbereitet - an den Lehrbucheintrag, wie man als Torwart zum Pokalhelden wird, hat sich Düsseldorfs Torsteher Florian Kastenmeier ziemlich genau gehalten. Was hätte er denn noch alles leisten sollen? Vielleicht einen Treffer selbst erzielen? Oder drei Elfmeter parieren, vier?

Vielleicht sogar fünf?

Kastenmeiers Pech am Dienstagabend war tatsächlich, dass sein Gegenüber gleich fünf Elfmeter unschädlich gemacht hat. Dabei ist Daniel Batz, der Torwart des Viertligisten 1. FC Saarbrücken, nicht mal als sonderlich versierter Strafstoßentschärfer bekannt. "Fünf Elfmeter - das ist mehr, als ich vorher in meiner ganzen Karriere zusammen gehalten habe", erklärte Batz, dessen größte Tat bislang ein einziger Bundesliga-Einsatz war, 2012 für den SC Freiburg, das Spiel ging 0:4 in Dortmund verloren. Anschließend spielte er in der dritten oder vierten Liga.

Jetzt ist Batz: Pokalheld. Und was für einer. Er hat die Saarbrücker im alten Stadion in Völklingen nicht ins Halbfinale geschossen, aber ins Halbfinale gehalten - als ersten Viertligisten überhaupt. Nur die Hertha-Amateure, die es 1992/93 bis ins Finale schafften, waren noch niederklassiger angetreten. "Das ist ein großer Moment für das ganze Saarland", jubilierte Batz, 29, im Fernsehen.

"Wenn du zwei von fünf Elfmetern hältst, sollte das reichen"

In der regulären Spielzeit hatte er einen Strafstoß von Rouwen Hennings (83.) pariert, im Elfmeterschießen dann gegen Kenan Karaman, Kevin Stöger und Matthias Zimmermann gehalten, ehe Düsseldorfs Zanka zum finalen Schuss antrat. Batz tauchte ab nach unten links, lenkte den Ball an den Pfosten, von dort sprang er weg. "Es ist absolut surreal", sagte Batz: "Wenn mein Finger nicht so wehtun würde, dann würde ich sagen, dass ich in einer Traumwelt lebe."

In einer Traumwelt befand sich auch Trainer Lukas Kwasniok. "Das hier ist einfach geiler Scheiß", sagte der Coach des Tabellenersten der Regionalliga Südwest: "Wir werden jetzt so viel trinken, dass wir nicht wissen werden, wie der Tag morgen heißt." Batz konkretisierte: "Bier vertrage ich nicht so gut. Ich vertrage mehr die Longdrinks."

Düsseldorfs Torwart Kastenmeier wartete noch auf dem Platz auf Batz, um ihn zu beglückwünschen. Das gehöre sich so, sagte Kastenmeier. Und haderte anschließend noch etwas mit dem Verlauf des Pokalabends: "Wenn du zwei von fünf Elfmetern hältst, sollte das eigentlich reichen." Ja, eigentlich.

Mit Material von dpa und sid

© SZ.de/sonn
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