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DFB-Pokal:Müller und Gnabry retten den FC Bayern

VfL Bochum v Bayern Muenchen - DFB Cup

Retter: Serge Gnabry trifft zum erlösenden Ausgleich.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Harmlos, lasch, schwach - aber am Ende eine Runde weiter: Bayern München hat seine Pokal-Pflichtaufgabe beim VfL Bochum dank eines Last-Minute-Treffers von Thomas Müller mit Ach und Krach gelöst. Der Rekordmeister kämpfte den Zweitligisten in der zweiten Runde mit 2:1 (0:1) nieder und steht zum 19. Mal in Serie im Achtelfinale. Die Diskussionen um Trainer Niko Kovac dürften dennoch nicht verstummen.

Serge Gnabry (83.) und Müller (89.) drehten das Spiel beim aufopferungsvoll ackernden Underdog, der einer Sensation ganz nahe war. Bayern-Profi Alphonso Davies (36.) hatte vor 26.600 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion ins eigene Tor getroffen. Bochums Armel Bella-Kotchap (88.) sah in der Schlussphase Rot.

"Es setzt Glücksgefühle frei. Ein Siegtor zu erzielen in einem K.o-Spiel, es ist eine Last von den Schultern gefallen", sagte Müller bei Sky: "Mit dem großen Ganzen kann man nicht so zufrieden sein. Es bringt nichts, zu sprechen und zu sprechen. Wie der Sieg zustande gekommen ist, sei "am Schluss egal", sagte Gnabry: "Das Spiel lief nicht gut, wir hatten brutal viele Missverständnisse. Wenn wir es besser wüssten, würden wir nicht so viele Fehler machen."

Kovac ließ den Bochumer Jungen Leon Goretzka erwartungsgemäß gegen dessen Ex-Verein spielen - er überraschte aber mit einer anderen Personalie: Lewandowski, heißester Schütze der Bundesliga, wurde wie Thomas Müller und Philippe Coutinho zunächst geschont. Gnabry begann im Sturmzentrum.

Der VfL hat nur eines seiner elf Ligaspiele gewonnen, und nach 44 Sekunden sahen die Fans, warum: Nach Hereingabe von links trat Simon Zoller freistehend aus elf Metern über den Ball. Die erste Riesenchance, den Favoriten eiskalt zu erwischen, war vergeben. Die Bayern kamen danach schwerfällig ins Spiel, wirkten eigentümlich lahm und produzierten viele Fehlpässe, die Abstimmung in der Abwehr passte nicht. Besonders Thiago spielte oft zu lässig. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge diskutierten das Spiel auf der Ehrentribüne mit wachsender Intensität und Unruhe.

Die Strafe für das arg schludrige Bayern-Spiel folgte, als Davies zum Pechvogel wurde. Der junge Kanadier konnte allerdings am wenigsten dafür, er war schmählich im Stich gelassen worden. Zuvor hatten sich Kingsley Coman (15.) und Corentin Tolisso (16./31.) immerhin mal recht gefährlich dem Bochumer Tor genähert. Kovac reagierte in der Pause und brachte: Lewandowski. Doch weiter flogen lange Pässe von Jerome Boateng ins Aus, hatte Tolisso einen sehr schlimmen Tag, war selbst der zuverlässige Joshua Kimmich ein Unsicherheitsfaktor. Kovac wechselte Coutinho für Goretzka ein, der aber noch der beste Bayern-Spieler gewesen war. Die Bayern hatten keine Chancen mehr, bis Lewandowski den Ball neben das Tor köpfte (69.). Das letzte Anrennen gab es erst in der Schlussphase.

Bochum verteidigte diszipliniert und hatte erstaunlich wenig Mühe, Pässe und Flanken zu verhindern. Die wenigen Konterchancen allerdings ließ der zweimalige Pokalfinalist (1968 und 1988) lange fahrlässig liegen. Es war ein Kampf um jeden Meter, teilweise standen zehn VfL-Profis am eigenen Strafraum. Blum hätte Bayern-Torwart Manuel Neuer fast noch mit einem Schuss von hinter der Mittellinie erwischt (80.).

© SZ.de/dpa/sid/schm
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