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DFB-Pokal:Leverkusen pocht auf gleiches Recht wie der FC Bayern

Kugeln mit Platzhaltern

Auch Bayer Leverkusen möchte die zweite Runde des DFB-Pokals verlegen dürfen.

(Foto: Jan Woitas/dpa)

Weil die Münchner ihr DFB-Pokalspiel gegen Kiel verlegen durften, will auch Bayer 04 diese Option bekommen. Skifahrer Dreßen fällt auf unbestimmte Zeit aus, Philipp Lahm äußert sich zur DFB-Krise.

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Fußball, DFB-Pokal: Bayer Leverkusen hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Verlegung des Zweitrunden-Spiels im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt beantragt. Das bestätigte der Verein am Mittwoch. "Wir sind da in Gesprächen mit dem DFB und hoffen, dass uns das zugestanden wird, was dem FC Bayern zugestanden wurde", sagte Bayer-Sprecher Dirk Mesch: "Wir setzen auf den Fair-Play-Gedanken beim DFB." Der Hintergrund: Das Pokal-Spiel der Münchner bei Holstein Kiel wurde von kurz vor Weihnachten auf den 13. Januar verlegt, weil der FC Bayern wegen der Teilnahme an der Finalrunde der Champions League und dem dortigen Erfolg noch mehr Spiele hatte als alle anderen. Die Leverkusener, deren Partie gegen Frankfurt aktuell für den 23. Dezember angesetzt ist, hatten an der Endrunde der Europa League teilgenommen, der Urlaub im Sommer wurde dadurch trotz des direkten Ausscheidens in der Europa League ebenfalls deutlich verkürzt. Zudem treffen Leverkusen und München am Wochenende davor direkt aufeinander, die Rheinländer müssten dann mit Rückblick auf das Pokalspiel möglicherweise personell rotieren.

Laut "Sport Bild" hat Gegner Frankfurt einer möglichen Verlegung bereits zugestimmt. Dritter deutscher Teilnehmer am Europacup war im Sommer RB Leipzig, deren Zweitrunden-Spiel beim FC Augsburg ist aktuell für den 22. Dezmeber geplant.

Ski aplin: Skifahrer Thomas Dreßen muss sich einer Hüftoperation unterziehen und fällt vorerst für unbestimmte Zeit aus. Der 27-Jährige wird am Donnerstag wegen eines freien Gelenkkörpers operiert, nachdem am Montag eine MRT-Untersuchung diesen Befund ergab. "Ich habe seit über zwei Jahren Probleme mit der Hüfte und habe es jetzt vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten", sagte Dreßen am Mittwoch in einer Videobotschaft.

Dreßen war am Samstag vorzeitig aus dem Trainingslager der deutschen Speedspezialisten in den USA nach Hause geflogen. Zunächst hatte er noch gehofft, die Operation vermeiden und die Schmerzen mit Spritzen in den Griff zu bekommen. Für Dreßen, der 2018 auf der legendären Streif in Kitzbühel triumphierte, ist es nach seinem Kreuzbandriss Ende November 2018 und einer Schulterverletzung wieder ein gesundheitlicher Rückschlag.

DFB-Team: Der frühere Fußball-Weltmeister Philipp Lahm setzt sich für eine Zukunft von Joachim Löw ein, fordert jedoch eine andere Ansprache des angeschlagenen Bundestrainers gegenüber seinen Spielern. Die Nationalmannschaft sei "wie gemacht für einen Vollgasfußball, wie ihn zum Beispiel der FC Liverpool spielt", schrieb Lahm in einer Kolumne in der Sport Bild (Mittwochs-Ausgabe) und ergänzte: "Jetzt braucht es dazu noch unbedingte Begeisterung und Leidenschaft - und die muss der Bundestrainer seinen Spielern vermitteln. Sie sind jung. Sie brauchen Führung und Motivation. Sie müssen wissen, dass sie Verantwortung tragen. Sie brauchen die richtige Ansprache."

Am 4. Dezember wird auf einer Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über Löws Zukunft beraten. Dabei wird DFB-Direktor Oliver Bierhoff dem Präsidium, dem auch Lahm angehört, Löws Analyse von der 0:6-Schmach in Spanien vorstellen. Noch vor der Sitzung soll sich Löw laut Bild-Zeitung bereits "in kleinerer Runde" mit der DFB-Spitze zusammensetzen.

Lahm betonte, es liege "jetzt am Bundestrainer, seine Spieler von der Leine zu lassen. Mit den richtigen Worten kann er sie aufladen und motivieren. Der Reifeprozess dieser Mannschaft beginnt, indem die Spieler registrieren, für wen sie auf dem Platz stehen", sagte der DFB-Ehrenspielführer. Dabei nimmt Lahm auch die Spieler in die Pflicht: "Die Nationalmannschaft trägt große Verantwortung. Sie ist es ihren Fans schuldig, Begeisterung, Dynamik und Leistung zu zeigen. Für die Spieler ist das eine Verpflichtung. Aber auch eine riesige Chance", schrieb der 37-Jährige.

© SZ.de/sid/dpa/schm
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