DFB-Pokal:Regionalligist Babelsberg wirft Fürth raus

SV Babelsberg 03 - SpVgg Greuther Fürth

Tino Schmidt (r.) von Babelsberg und seine Mitspieler bejubeln den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer zum 1:1.

(Foto: Soeren Stache/dpa)

Im Elfmeterschießen scheitert der Aufsteiger als erster Bundesligist im DFB-Pokal. St. Pauli kann sich bei Burgstaller bedanken, Bielefeld liefert ein Spektakel - Kiel und Bochum müssen zittern.

Elfmeter-Krimi in der Filmstadt: Bundesliga-Aufsteiger SpVgg Greuther Fürth ist nach einem enttäuschenden Auftritt schon in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert. Beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 mussten sich die Franken am Samstagabend mit 4:5 (2:2,1:1) im Elfmeterschießen geschlagen geben und kassierten eine Woche vor dem Saisonstart im Fußball-Oberhaus einen empfindlichen Stimmungsdämpfer.

David Danko verwandelte den entscheidenden Strafstoß für den mutig spielenden Landespokalsieger Brandenburgs. Zuvor hatte Torwart Marco Flügel gegen die Fürther Maximilian Bauer und Branimir Hrgota pariert.

Branimir Hrgota hatte Fürth in der 22. Minute per Foulelfmeter in Führung gebracht. Marcel Rausch glich für Babelsberg vor 3030 Zuschauern in der 37. Minute aus. Nach dem Abstauber-Tor von Marcus Hoffmann (70. Minute) sah es schon nach einer Sensation aus. Doch Julian Green (85.) brachte Fürth noch einmal ins Spiel zurück - letztlich vergebens.

Babelsberg, dessen Trainer Predrag Uzelac vor der Partie durch seinen bisherigen Assistenten Jörg Buder ersetzt worden war, qualifizierte sich erstmals seit 15 Jahren für die 2. Pokalrunde. 2006 hatte der Klub aus der Filmstadt Hansa Rostock in Runde eins ausgeschaltet.

Bremen verabschiedet sich an der Bremer Brücke

Der VfL Osnabrück hat mal wieder für eine Pokal-Überraschung gesorgt und den sechsmaligen Cup-Gewinner Werder Bremen schon in der ersten Runde aus dem Wettbewerb geworfen. Der Zweitliga-Absteiger schlug den Erstliga-Absteiger am Samstag mit 2:0 (1:0). Vor 5400 Zuschauern an der Bremer Brücke köpfte Maurice Trapp in der 44. Minute nach einem Eckball zur verdienten Führung ein. Mit einem spektakulären Fernschuss aus der eigenen Spielhälfte machte Sven Köhler in der Nachspielzeit (90.+4) alles klar. Im DFB-Pokal hatten die Osnabrücker in den vergangenen Jahren bereits zweimal den Hamburger SV (2009 und 2017) sowie Borussia Dortmund (2009) besiegt.

Beide Nordclubs hatten zuletzt 1981 in einem Pflichtspiel gegeneinander gespielt und stecken jetzt nach ihren Abstiegen mitten in einem Umbruch. Dieses rasante und chancenreiche Spiel zeigte aber, dass die Osnabrücker beim Neuaufbau ihrer Mannschaft schon deutlich weiter sind als die Bremer. Werder trat ohne die beiden Angreifer Josh Sargent und Yuya Osako an, die kurz vor einem Transfer zu Norwich City in England beziehungsweise Vissel Kobe in Japan stehen. Für sie zog Trainer Markus Anfang den gebürtigen Osnabrücker und früheren VfL-er Felix Agu von der Außenverteidiger-Position in den Drei-Mann-Sturm vor. Dort hatte der 21-Jährige schon nach 30 Sekunden die erste große Chance dieses Spiels. In dem Tempo ging es weiter.

Die Osnabrücker spielten mutig und schnörkellos und hatten eine besonders gefährliche Waffe in ihrem Repertoire: Standardsituationen. Schon vor Trapps Führungstor traf Lukas Gugganig nach einem Eckball nur die Latte (22.). Werder suchte dagegen nach spielerischen Lösungen. Der mit Abstand gefährlichste Bremer war Rechtsaußen Eren Dinkci, der gleich dreimal an Torwart Philipp Kühn scheiterte (18./42./65.) und den VfL-Trainer Daniel Scherning dazu zwang, in der Halbzeitpause einen neuen Gegenspieler für ihn einzuwechseln. Die zweite Hälfte begann mit einem Lattenkopfball von Werder-Stürmer Niclas Füllkrug (47.). Der 28-Jährige köpfte kurz darauf aus ähnlicher Position noch zweimal am Tor vorbei (47./57.).

Die Bremer waren nun deutlich gefährlicher, nutzten aber selbst beste Chancen wie bei zwei Pfostenkopfbällen von Nicolai Rapp nicht (74./90.+1). Die Osnabrücker spielten weiterhin mit viel Leidenschaft und Einsatz, schafften aber kaum noch längere Phasen der Entlastung. Eine große Hilfe waren dem VfL die lautstarken Fans, die ihre Mannschaft immer wieder nach vorne trieben. Schon vor dem Anpfiff waren die Spieler mit einem großen Plakat über den Rasen gegangen, auf dem stand: "Endlich wieder Brückenroar mit euch".

Burgstaller schießt St. Pauli in die nächste Runde

Auf Guido Burgstaller kann sich Fußball-Zweitligist FC St. Pauli verlassen. Der österreichische Torjäger stellte mit einem Doppelpack die Weichen für den 3:2 (1:1)-Erfolg der Hamburger in einem umkämpften DFB-Pokalspiel beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Der 32-Jährige war in der 4. und 58. Minute für die Hamburger erfolgreich.

Der gebürtige Hamburger Sirlord Conteh (31.) erzielte in Halbzeit eins den Ausgleich. Jakov Medic (40.) brachte St. Pauli erneut in Führung, doch Conteh (54.) traf wie Burgstaller ebenfalls doppelt und schaffte das verdiente 2:2 für die aufopfernd kämpfenden Magdeburger. Trotzdem war Burgstaller der entscheidende Mann. Der Ex-Schalker war bei seinem Dribbling in der vierten Minute nicht von drei Gegenspielern zu stoppen, versuchte dann zu passen, bekam den Ball aber wieder auf den Fuß und war dann per Direktabnahme zum 1:0 erfolgreich. Sein zweiter Torerfolg kam per Abstauber nach einem Pfostenfreistoß zustande.

Die mit vier Punkten in die Saison gestartete Millerntor-Elf zeigte zunächst die reifere Spielanlage. Aber die Magdeburger, Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974, kamen im weiteren Verlauf immer besser ins Spiel. Sie schnürten die Gäste ein, ließen sich von den Rückständen nicht entmutigen und konnten zweimal durch Conteh ausgleichen. Der zweite Treffer von Burgstaller bedeutete dann aber die Entscheidung für den Kiez-Klub.

Nürnberg siegt glanzlos

Zweitligist 1. FC Nürnberg ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und ohne Glanz in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der viermalige Pokalsieger setzte sich beim Regionalligisten SSV Ulm 1846 mit 1:0 (0:0) durch. Joker Taylan Duman (79.) erzielte den Treffer der Franken.

Nach zwei Unentschieden in der Liga waren die Gäste im Donaustadion um Spielkontrolle bemüht. Allerdings mangelte es in der Offensive zunächst an Durchschlagskraft. Die einzige Chance der ersten Halbzeit vergab Felix Lohkemper (9.). Nach der Pause wurden die Aktionen der Nürnberger zielstrebiger. Lohkemper (50., 63.) und Tom Krauß (48.) verpassten bei ihren guten Gelegenheiten aber die Führung. Der kurz zuvor eingewechselte Duman erlöste dann den Favoriten.

Leipzig souverän

Der Pokalfinalist der vergangenen Saison, RB Leipzig, hat seine Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals ebenso souverän gelöst wie der VfB Stuttgart und Bayer 04 Leverkusen. Beim ersten Pflichtspiel von Jesse Marsch als neuer Coach von RB Leipzig ließen die Sachsen beim SV Sandhausen keine Zweifel aufkommen, wer der Favorit ist und gewannen 4:0 (2:0). Bayer 04 Leverkusen gewann 3:0 (2:0) beim Regionallisten Lok Leipzig, der VfB Stuttgart schlug den Regionalligisten BFC Dynamo in Berlin mit 6:0 (2:0).

Ein Torspektakel gab es beim Spiel der Bielefelder Arminia bei der Spielvereinigung Bayreuth, und das auch ohne Verlängerung. Obwohl der Viertligist lange dran blieb, setzte sich Bielefeld am Ende doch klar mit 6:3 (2:1) durch. In Rückstand geriet zunächst auch der FC Augsburg beim Greifswalder FC. Und auch nach einer 3:1-Führung der Gäste gab sich der Viertligist nicht geschlagen und verkürzte umgehend wieder. Am Ende hieß es 4:2 (1:1) aus Augsburger Sicht.

Kiel und Bochum retten sich in der Verlängerung

Lange zittern mussten die Fans des Bundesliga-Rückkehrers VfL Bochum. Beim Regionalligisten Wuppertaler SV gingen die Bochumer mit einem 0:1 in die Halbzeitpause, retteten sich aber in die Verlängerung. Für den 2:1 (1:1, 0:1)-Sieg sorgte dann Robert Tesche (111.). Die Entscheidung zugunsten von Bayern-Schreck Holstein Kiel fiel ebenfalls erst in der Verlängerung. Beim Viertligisten SC Weiche Flensburg 08 glückte lange Zeit kein Treffer. Erst in den Schlussminuten der Verlängerung gelang Kiel, das in der vergangenen Saison den FC Bayern in der zweiten Runde gestoppt hatte, die Entscheidung zum 4:2. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Eine klare Sache wurde es für den Zweitligisten Hannover 96. Beim Regionalligisten Eintracht Norderstedt feierte der ehemalige Bundesligist mit 4:0 (2:0) einen überzeugenden Sieg.

Eine klare Sache wurde es für den Zweitligisten Hannover 96. Beim Regionalligisten Eintracht Norderstedt feierte der ehemalige Bundesligist mit 4:0 (2:0) einen überzeugenden Sieg.

© SZ/dpa/sid/schm
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