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DFB-Pokal:Es fehlt ein Back-up für Lewandowski

Nicht so gut geht es, in alphabetischer Reihenfolge: Juan Bernat (Trainingsrückstand nach Syndesmosebandriss), Thomas Müller (Muskelfaserriss), Manuel Neuer (Mittelfußbruch), Franck Ribéry (Außenbandriss im Knie). Und womöglich, aber dazu hatte der Klub bis Montagnachmittag nichts Definitives mitgeteilt, fällt in Leipzig auch der Verteidiger Mats Hummels aus. Kapselriss im Sprunggelenk. Es sei wohl "nicht so wild", hatte Hummels zwar noch am Samstag in Hamburg gemutmaßt - aber im Rhythmus englischer Wochen hat man schnell mal zwei Spiele verpasst.

Um nun das große Wehklagen anzustimmen, sind noch zu viele Betten frei im Lazarett. Mit ihrer Lädierten-Kleingruppe liegen die Bayern im Durchschnitt. Aber man darf zumindest festhalten, dass Heynckes die Variationsmöglichkeiten ausgehen. Die Auswahl an Innenverteidigern reduziert sich auf Jérôme Boateng und Niklas Süle; zudem ist Javi Martínez wieder ins Training eingestiegen nach seiner Schulterverletzung.

Lewandowski darf nicht mehr auf die Schulter fallen

Damit kommt Heynckes vorerst wohl klar. In der Offensive muss er nun, anders als zu Beginn seines vierten Münchner Engagements, auf Spieler zurückgreifen, die er nicht schon aus dem Triple-Jahr 2013 kennt: auf Thiago und/oder James Rodríguez. Und für den offensiven Akzent von der Bank, den frischen Angreifer 20 Minuten vor Schluss? Dafür ist die Personaldecke nun zu dünn. Mal abgesehen von Wriedt.

Dem Vernehmen nach hat Heynckes sich dezent gewundert über die Kaderzusammenstellung der Bayern: Wie nur konnten sie auch diese Saison wieder ohne einen Back-up für den Mittelstürmer Lewandowski anpacken? Zumal nach den Erfahrungen der letzten Spielzeit, als der Schlussspurt in der Champions League auch deshalb misslang, weil Lewandowski sich mit malader Schulter über den Platz quälte? Ganz sicher wird Heynckes seinen Chefs noch mal ins Gewissen reden, im Winter einen weiteren Stürmer zu kaufen oder zu leihen. Eins könnten die Bayern derzeit noch weniger gebrauchen als Risse im Müller-Muskel: dass Lewandowski noch mal auf die Schulter fällt.

© SZ vom 24.10.2017/schma

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