bedeckt München 22°
vgwortpixel

Frankfurt im DFB-Pokal:Fast schon wie Handkäs

DFB Cup - Quarter Final - Eintracht Frankfurt v Werder Bremen

Eintracht Frankfurt: Bekannter Jubel im Pokal

(Foto: REUTERS)
  • Eintracht Frankfurt steht zum vierten Mal in vier Jahren unter den letzten vier Teams eines Pokal-Wettbewerbs, und in der Europa League ist der Klub darüber hinaus auch noch vertreten.
  • Großen Anteil am 2:0 gegen Werder Bremen hat Torwart Kevin Trapp, aber auch ein umstrittener Elfmeter.
  • Dass Leistungsträger Filip Kostic für das Halbfinale gesperrt ist, trifft Frankfurt allerdings.

Der Torwart Kevin Trapp kennt die Geschichten und die Bilder aus dem Mai 2017 und 2018 bestens. Er war in jener Zeit zwar nicht im Kader von Eintracht Frankfurt, aber er hat genug davon mitbekommen: "Alle wissen, wie schön es ist", sagte Trapp also am Mittwochabend nach einem 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen im Pokalviertelfinale: "Wenn man mit den Jungs darüber redet, macht es Spaß zuzuhören, und wenn man den Film gesehen hat, dann noch mehr." Und jetzt soll sich das Ganze wiederholen.

Pokal, das ist ein Wort, das auf dem besten Weg ist, in künftigen Stadtbeschreibungen gleich neben den kulinarischen Klassikern wie Handkäs mit Musik oder Grüner Soße als Frankfurter Spezialität gewürdigt zu werden. 2017 stand die Eintracht im Endspiel um den DFB-Pokal, das sie gegen Dortmund verlor (1:2). 2018 gewann die Eintracht dann die Trophäe gegen den FC Bayern, und in der Saison danach war zwar im nationalen Pokal bereits in Runde eins gegen den Viertligisten Ulm Schluss, aber es ging im Europapokal bis ins Halbfinale. Nun steht der Klub also zum vierten Mal in vier Jahren unter den besten vier Teams eines Pokalwettbewerbs, und in der Europa League ist er darüber hinaus auch noch vertreten (Achtelfinale gegen Basel). Unter den deutschen Klubs kommt nur der FC Bayern auf einen besseren Wert.

Zufall? "Man bekommt da sicherlich eine Erfahrung", sagt Trapp. Immerhin fünf Spieler des Kaders waren in allen vier Jahren dabei, und die anderen wie Trapp scheinen die Vorliebe mit zu übernehmen. Dass die Frankfurter ihre Spielweise oft emotional und aggressiv anlegen, dürfte in K.-o.- Spielen außerdem auch nicht schaden.

Dass sich die Serie nun fortsetzte, lag aber nicht an einer berauschenden Leistung, sondern eher an Trapp, der in der ersten Hälfte zwei große Bremer Chancen parierte. Und es lag an einem ungewöhnlichen Einsatz des Videoassistenten. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kam eine Flanke in den Bremer Strafraum, Frankfurts Timothy Chandler stieg hoch zum Kopfball, direkt neben ihm Werders Ludwig Augustinsson mit weit ausgestrecktem Arm. Dann kam der Ball angeflogen, dann flog der Ball wieder weg - und wenig später unterbrach der Schiedsrichter Felix Zwayer das Spiel, um an die Seitenlinie zu schreiten. Er tat das nicht etwa, um eines der vielen kreativen Banner aus der Frankfurter Fankurve ("Dietmar Hopp, du Sohn einer Mutter" oder "Adi, meld dich, wenn du 'ne Spielunterbrechung brauchst!") auf beleidigende Aspekte zu prüfen. Sondern er sah sich diese Strafraumszene an, was nicht nur den Zeugen Chandler verblüffte: "Als der Schiri ,Stopp' gesagt hat, habe ich erst mal geguckt und gefragt, was los ist, und dann hat Augustinsson zu mir gesagt, er glaubt, dass er den Ball mit der Hand berührt hat."

Zwayer gab nach längerer Prüfung dann tatsächlich Elfmeter, André Silva traf für die Eintracht zum 1:0. Es war zwar klar, dass sich Augustinssons Hand in einer Position befand, in der sie halt nicht sein sollte. Aber es war eben die große Frage, ob das wirklich ein zwingender Elfmeter war, wie hinterher selbst die Frankfurter einräumten.

Zur SZ-Startseite