DFB-Pokal Union siegt im Ost-Duell, Chemie Leipzig mit Sensation

Jubel in Leipzig.

(Foto: dpa)

Fußball-Zweitligist Jahn Regensburg hat sich im DFB-Pokal blamiert und ist an der Auftakthürde gescheitert. Die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer unterlag beim Fünftligisten BSG Chemie Leipzig mit 1:2 (1:0), für Regensburg war es bei den vergangenen neun Teilnahmen bereits das achte Erstrunden-Aus. Kai Druschky (90.+1) erzielte mit einem fulminanten Distanzschuss den Siegtreffer für den Außenseiter.

Dabei hatte nach der Führung durch Julian Derstroff (20.) vieles auf einen gemütlichen Nachmittag für die Regensburger hingedeutet. Doch trotz spielerischer Überlegenheit der Gäste blieben die Leipziger im Spiel und wurden durch Philipp Wendt (70.) belohnt. Der Rasen und der Pyro-Rauch in Leipzig machte es den Favoriten nicht einfach, dennoch verdiente sich der Außenseiter den Sieg mit einer beeindruckenden kämpferischen Leistung.

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Unions feiert in Jena

Union Berlin hat das Traditionsduell mit Carl Zeiss Jena gewonnen und die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer schlug den Drittligisten 4:2 (3:2) und startete damit unter guten Vorzeichen in den Wettbewerb: Vor 50 Jahren hatte Union gegen den gleichen Gegner den DDR-Pokal gewonnen, es blieb der bis heute einzige große Titel der Köpenicker.

10 600 Zuschauer im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld sahen am Sonntag ein abwechslungsreiches Duell, in dem Union schon vor der Pause dreimal in Führung ging: Sebastian Andersson (14.), Felix Kroos (29.) und Simon Hedlund (45.+5, Foulelfmeter) trafen, durch Maximilian Wolfram (21.) und ein Eigentor von Christopher Trimmel (42.) fiel zweimal der Ausgleich. In der zweiten Hälfte machte erneut Hedlund (71.) dann alles klar.Schon der aus Sicht Jenas völlig unnötige Foulelfmeter kurz vor dem Pausenpfiff stellte sich als vorentscheidend heraus: Nach einem Fehler der Gastgeber im Mittelfeld war Akaki Gogia außen in den Strafraum eingedrungen und wurde trotz recht großer Torentfernung von Guillaume Cros gefoult.

Dank Alexander Mühling hat dagegen Holstein Kiel ein weiteres frühes Aus im DFB-Pokal verhindert. Beim Drittliga-Aufsteiger 1860 München setzten sich die Störche nach einem späten Doppelpack des Mittelfeldspielers noch mit 3:1 (0:1) durch und erreichten erst zum dritten Mal bei den vergangenen neun Anläufen die zweite Runde. Auch die Revanche für die Zweitliga-Relegation vor drei Jahren gelang: Damals hatten die Löwen Kiels Aufstieg verhindert.

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Vor 14 200 Zuschauern im Stadion an der Grünwalder Straße schloss Nico Karger einen mustergültigen Konter der Münchner mit der frühen Führung ab (7.). In der ersten Halbzeit verdienten sich die Gastgeber, die nach dem Aufstieg mit vier Punkten aus vier Spielen durchwachsen in die dritte Liga gestartet sind, den Vorsprung mit einer starken Leistung. Von einem Klassenunterschied war nichts zu sehen.Nach der Pause übernahm Kiel die Initiative, und Mühling drehte das Spiel mit seinen beiden Toren (74. und 83.). Kingsley Schindler sorgte für die Entscheidung (87.).

Düsseldorf feiert hohen Erfolg, Flensburg überrascht auch

Nur mit Mühe sind die Fußball-Bundesligisten RB Leipzig und FC Augsburg in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Nach zwischenzeitlichem Rückstand setzten sich die Leipziger von Trainer Ralf Rangnick mit 3:1 (0:1) beim Viertligisten Viktoria Köln durch, Augsburg gewann beim ebenfalls drei Klassen tiefer spielenden TSV Steinbach 2:1 (1:0).

Die Erstligisten Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 gewannen ihre Erstrundenduelle am Sonntag im Schongang, Zweitligist 1. FC Köln setzte sich 9:1 durch.Leipzig lag nach einem Treffer des Kölners Timm Golley (39. Minute) bis zur Pause hinten. Erst nach dem Seitenwechsel drehten Yussuf Poulsen (61.), Emil Forsberg (69.) und Jean-Kevin Augustin (90.+3) die Begegnung.

Auch die Augsburger taten sich schwer, siegten bei den Hessen aus Steinbach aber nach Toren von Marco Richter (14.) und André Hahn (65.) doch noch.Schon vor der Pause sorgte Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf beim Oberligisten Rot-Weiß Koblenz für klare Verhältnisse. Die Treffer beim nie gefährdeten 5:0 (4:0) erzielten Dodi Lukebakio (9./12.), Marvin Ducksch (32.), Kevin Stöger (44.) und Benito Raman (62.).

Köln sorgt für klare Verhältnisse

Ebenso wenig Mühe hatte Hannover 96 beim Drittligisten Karlsruher SC und setzte sich souverän 5:0 (3:0) durch. Die Tore erzielten Kevin Wimmer (17.), Ihlas Bebou (31.), Niclas Füllkrug (41./Foulelfmeter), Takuma Asano (51.) und Hendrik Weydandt (85.).Zweitligist 1. FC Köln lag beim BFC Dynamo aus der Regionalliga zwar zunächst mit 0:1 zurück, gewann im Berliner Olympiastadion am Ende jedoch noch klar mit 9:1 (4:1). Simon Terodde mit einem Viererpack (21./34./41./75.), Dominick Drexler (44./66.), Marcel Risse (58.), Vincent Koziello (61.) und Louis Schaub (86.) trafen für den FC.

Zweitligist VfL Bochum schied wie Regensburg aus und musste sich Regionalligist SC Weiche Flensburg 0:1 (0:1) geschlagen geben.Der Zweitligist 1. FC Heidenheim gewann beim zwei Klassen tiefer spielenden SSV Jeddeloh II 5:2 (3:0). Ebenso siegte Arminia Bielefeld beim Fünftligisten 1. FC Lok Stendal 5:0 (1:0).

Am Samstag waren Titelverteidiger Eintracht Frankfurt beim Viertligisten SSV Ulm 1846 (1:2) und der VfB Stuttgart beim Drittligisten Hansa Rostock (0:2) als bislang einzige Bundesligisten in der ersten Runde gescheitert.

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