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Machtkampf beim DFB:Rückzug von Osnabrügge, Keller vor Sportgericht

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Wie geht es weiter beim DFB in Frankfurt?

(Foto: Alexander Scheuber/Getty Images)

Der Umbruch beim Deutschen Fußballbund wird immer konkreter: Schatzmeister Stephan Osnabrügge will offenbar nicht weitermachen - der Präsident stellt sich derweil den DFB-Richtern.

Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) wird ein kompletter Umbruch in der Führungsetage immer wahrscheinlicher. Nach SID-Informationen stellt sich Schatzmeister Stephan Osnabrügge beim nächsten DFB-Bundestag nicht mehr zur Wiederwahl. Dies kündigte der 50-Jährige im Rahmen der Konferenz der Regional- und Landesverbände am vergangenen Wochenende an.

Kurze Zeit später sprachen ihm die Landesfürsten für die restliche Amtszeit mit knapper Mehrheit das Vertrauen aus. Osnabrügge wird wohl nicht als einziges Mitglied der Führungsetage den DFB verlassen. Generalsekretär Friedrich Curtius hatte nach dem Misstrauensvotum der Konferenz bereits am Montag indirekt seinen Abschied angeboten.

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Für Präsident Fritz Keller scheint nach der Übergabe seines Falls an das Sportgericht ein Rücktritt endgültig unausweichlich. Somit dürfte aus der bisherigen Führungsspitze wohl einzig Vize-Präsident Rainer Koch übrigbleiben. Der 62-Jährige denkt nach SID-Informationen nicht über einen Rückzug nach. Die Landesfürsten hatten Koch am vergangenen Wochenende zwar mit knapper Mehrheit das Vertrauen ausgesprochen, doch die Ligavertreter sehen ihn durchaus kritisch.

Das DFB-Sportgericht will den heiklen Fall um den Nazi-Vergleich von Keller vor der Europameisterschaft abschließen. "Mit einer Entscheidung ist noch im Mai zu rechnen, allerdings nicht in dieser und auch nicht in der nächsten Woche", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das dreiköpfige Gremium unter der Leitung von Lorenz nahm am Dienstag seine Arbeit auf. Das Verfahren inklusive einer möglichen mündlichen Verhandlung über eventuelle Sanktionen sei "nicht öffentlich", teilte der 71-Jährige mit. Zuvor hatte die DFB-Ethikkommission über den Fall beraten und ihr Ergebnis dem Sportgericht zur Entscheidung vorgelegt. "Solch einen Fall hat es noch nie gegeben", sagte Lorenz.

Die EM beginnt am 11. Juni. Bei der DFB-Präsidiumssitzung am 23. April hatte Keller Vizepräsident Rainer Koch mit Roland Freisler, dem Vorsitzenden des Volksgerichtshofes im Nationalsozialismus, verglichen. Generalsekretär Curtius soll den Vorfall danach direkt zur Anzeige bei der Ethikkommission gebracht haben.

© SZ/sid/dpa/bek

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