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Toni Kroos vor Nordirland-Spiel:"Muss jeder selbst entscheiden, ob er ins Stadion geht"

Germany - Training Session And Press Conference

Noch ein Länderspiel, dann ist das DFB-Jahr für Toni Kroos beendet.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Nationalspieler Toni Kroos hofft nach zuletzt teils leeren Rängen bei den Länderspielen künftig wieder auf mehr Zuspruch von den Fans. "Wir sind auf dem Weg, Gründe zu liefern, warum man ins Stadion geht", sagte der 29-Jährige von Real Madrid am Montag in Frankfurt am Main. Er nehme einen "Liebesentzug" der Anhänger "gar nicht so extrem wahr", versicherte Kroos.

Einen Grund für die Unzufriedenheit der Fans mit der DFB-Auswahl sieht der Weltmeister von 2014 noch immer im WM-Debakel des Vorjahres mit dem Aus in der Gruppenphase. "Man muss sich als Mannschaft zurückkämpfen, da sind wir mitten drin", sagte Kroos und fügte hinzu: "Am Ende des Tages muss jeder selbst entscheiden, ob er ins Stadion geht, aber ich denke nicht, dass unsere Leistungen dagegensprechen."

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Löw kündigt Startelf-Änderungen an

Auch Bundestrainer Joachim Löw sieht das Verhältnis der Fans zu seiner Mannschaft nicht abgekühlt. "Es ist wie immer die letzten Jahre", sagte Löw. In seiner Zeit beim DFB, die 2004 als Assistent begann und ab 2006 als Bundestrainer fortgesetzt wurde, habe es immer wieder Diskussionen über eine Distanz zwischen Team und Anhängern gegeben, bemerkte Löw am Montag: "Wir haben schon 2009 darüber geredet und 2013, da gab es genau die gleichen Themen. Das zieht wieder an, wenn ein Turnier ist im nächsten Sommer." Dann werde "ganz Deutschland wieder hinter der Mannschaft stehen", sagte Löw.

Der Bundestrainer stellte seiner Nationalmannschaft ein positives Jahreszeugnis aus. Für die am Ende souverän geschaffte Qualifikation zur EM 2020 wolle er der DFB-Auswahl "ein großes Kompliment aussprechen". Es sei eine "sehr willige Mannschaft, sehr ehrgeizige Mannschaft, die versucht, Dinge mit dem größten Ehrgeiz umzusetzen", erklärte der 59-Jährige vor dem abschließenden Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Nordirland in Frankfurt am Main, bei dem es für die Nationalelf noch um den Gruppensieg geht.

Für die Partie kündigte Löw einige Wechsel in der Startformation an. So werde der Kölner Jonas Hector auf der linken Abwehrseite den angeschlagenen Dortmunder Nico Schulz ersetzen. Im Tor werde wie geplant Marc-André ter Stegen anstelle von Kapitän Manuel Neuer beginnen. Im Mittelfeld sollen zunächst Toni Kroos, Joshua Kimmich und Ilkay Gündogan auflaufen, erklärte Löw und gab Einblicke in seine Pläne. "Wir müssen noch einige Schritte machen, die Mannschaft hat viel Potenzial und Qualität", sagte Löw mit Blick auf die weitere Entwicklung des Teams. Er lobte aber: "Die Mannschaft versprüht insgesamt eine sehr positive Energie, auch neben dem Platz."

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