Deniz Undav wird die Trophäe dieses Länderspielabends nicht in einer Plastiktüte nach Hause tragen können. In so ein Behältnis stopft Harry Kane zwar immer seine Bälle, wenn er mal wieder einen Hattrick erzielt hat, also ungefähr alle zwei Wochen. Aber erstens hatte Undav beim 2:1 gegen Ghana nicht drei Tore geschossen, zweitens führte er keine Plastiktüte mit sich, als er später vor die Leute trat – und wie, drittens, ließe sich ein Preis transportieren, den es gar nicht gibt? Deniz Undav findet für viele Probleme eine Lösung, wie sich bei seinem durchaus artistischen Siegtor in der 88. Spielminute wieder erkennen ließ, aber in diesem Fall fand auch er keinen Weg. Also nahm er heiter zur Kenntnis, dass er in der ersten Halbzeit dieses Fußballspiels zum Man of the Match geworden war, ohne an der ersten Halbzeit dieses Matchs teilgenommen zu haben. Er wurde bejubelt und besungen, einmal stand er kurz von der Ersatzbank auf und winkte ins Publikum.
Stürmerdebatte im DFB-TeamEine WM ist kein Deniz-Undav-Spiel. Oder doch?
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Ein Spieler, in dem es müllert, und ein Bundestrainer, dem es schwerfällt, dieses Müllern zu loben: Beim 2:1 gegen Ghana lässt sich Julian Nagelsmann auf eine Debatte ein, die der deutschen Turniergeschichte widerspricht.
Von Christof Kneer, Stuttgart

Kai Havertz und die DFB-Offensive:Sieben Zehner, null Neuner
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