Joshua Kimmich im SZ-Interview "Die Mannschaft war zu keinem Zeitpunkt gespalten"

Joshua Kimmich: "Was für kleine Mannschaften einfach ist, das müsste ja auch für uns einfach sein."

(Foto: Getty Images)

Nationalspieler Joshua Kimmich spricht im SZ-Interview über seine Lehren aus dem WM-Vorrunden-Aus, eine angebliche Grüppchenbildung im Team und den Rücktritt von Mesut Özil.

Von Benedikt Warmbrunn

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung kritisiert Nationalspieler Joshua Kimmich, dass die deutsche Nationalmannschaft bei der WM auch an fehlender Selbstkritik gescheitert sei. "Das war vielleicht der Hauptgrund: dass Dinge innerhalb des Teams nicht gepasst haben", sagt der 23 Jahre alte Rechtsverteidiger vor dem Länderspiel gegen Frankreich an diesem Donnerstag (20.45 Uhr). "Ich glaube daher, dass jeder Spieler erst einmal sich selbst hinterfragen sollte."

Genauso wie für Bundestrainer Joachim Löw ist auch für Kimmich eine der Lehren aus der WM, dass die DFB-Elf nicht mehr ganz so stur auf Ballbesitzfußball beharren dürfe. "Für kleine Mannschaften ist es leichter, sich hinten reinzustellen, auf Konter zu lauern, über Standards zu Toren zu kommen - und nicht allein auf Ballbesitz zu drängen. Und was für kleine Mannschaften einfach ist, das müsste ja auch für uns einfach sein."

Die oft genannten atmosphärischen Störungen innerhalb der Mannschaft will Kimmich dagegen nicht wahrgenommen haben. "Eine Grüppchenbildung ist bei so vielen Spielern doch normal!" Er behauptet: "Die Mannschaft war zu keinem Zeitpunkt gespalten." Auch die Erdoğan-Affäre über die Fotos von Mesut Özil und İlkay Gündoğan mit dem türkischen Staatspräsidenten sei innerhalb des Teams nicht lange ein großes Thema geblieben.

Özils Rücktritt in Folge der Affäre bedauert Kimmich. "Dass es so zu Ende geht, ist schade." Er sagt aber auch: "Ich persönlich hätte wahrscheinlich nach so einer überragenden Karriere meinen Rücktritt anders bekannt gegeben."

Das ganze Interview lesen Sie hier mit SZ Plus:

"Und dann haben wir einfach versagt"

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