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8:0 gegen Estland:Leon Goretzka mahnt aber auch

Die Nationalmannschaft zeigte im letzten Spiel vor der Sommerpause große Angriffslust, viel Leidenschaft und - was vor einem Jahr auch keine Selbstverständlichkeit war - Teamgeist. Als Marcel Halstenberg in seinem ersten Pflichtländerspiel gleich ein Tor vorbereitete, tätschelten ihn die Kollegen am Kopf. Als Timo Werner, der zuletzt viel auf der Bank gesessen hatte, endlich wieder ein Tor erzielte, da jubelten sie besonders lange. Obwohl es nur das 7:0 war. Auch die Zuschauer, die nach den schwachen Leistungen zuletzt mit der Nationalelf gefremdelt hatten, ließen sich wieder mitreißen. "Die Stimmung war super und alle hatten Spaß - bis auf den Gegner", resümierte Joshua Kimmich.

Die Esten waren an diesem Abend zu bedauern, auch wenn sie nicht allzu viel Gegenwehr boten. Das Team stand defensiv, aber wenig kompakt. So tat sich die DFB-Elf deutlich leichter als beim 2:0 gegen die zweikampfstarken Weißrussen, Räume zu finden und Angriffe einzuleiten. Im September, wenn das EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande ansteht, wird sich nun zeigen, ob die DFB-Elf auch gegen einen ebenbürtigen Gegner derart beschwingt auftreten kann.

Leon Goretzka mahnte deswegen nach der Partie: "Wir sind gut beraten, jetzt nicht abzuheben." Ersatz-Bundestrainer Sorg prophezeite: "Wir sind am Beginn einer Entwicklung, da wird es noch den ein oder anderen Hänger geben." Er stellte aber auch klar: "Wieder ganz nach vorne zu kommen, das ist unser Ziel."

Kapitän Neuer sagte noch: "So kann es natürlich weitergehen." Dann grinste auch er. Am Ende des Abends stiegen die Spieler in den Mannschaftsbus. Ab in die Ferien - und das mit einem deutlich besseren Gefühl als im vergangenen Sommer.

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