Deutsche Mannschaft und Politik:Was der DFB aus Katar gelernt hat

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Zeichensprache: Die Münchner Arena soll in Regenbogenfarben erstrahlen - aber nicht an Spieltagen, sondern anlässlich des Christopher-Street-Days. (Foto: Stephan Rumpf)

Politische Stellung beziehen, ohne zu moralisieren: Die Erfahrung des Scheiterns, die der DFB in Katar machte, ist dem Verband eine Lehre. Mit einem bunten Trikot und einer cleveren Kampagne hat er vor der EM gezeigt, dass es auch unverkrampft geht.

Von Philipp Selldorf, Herzogenaurach

Das neue bunte Auswärtstrikot der Nationalelf ist laut Hersteller „vom Federkleid des Adlers inspiriert“. Zwar würde sich wohl jeder stolze Adler und sicher auch der seinem Wesen nach graue Bundesadler dagegen verwahren, in ein rosa-pink-lilafarbiges Gewand gesteckt zu werden, doch die Berufung auf das Wappentier ist ohnehin nur eine obligatorische Referenz. Im Vordergrund der Kreation stand die Provokation. Dass die Farben in gewissen Kreisen Missfallen erregen und allergische Reaktionen erzeugen, das war nicht die bedauernd in Kauf genommene Nebenwirkung, sondern der vorgesehene Effekt. Adidas täuschte einen politischen Übergriff auf die Männlichkeit vor – und manche Männer (Frauen eher nicht) meinten gleich, zum bewaffneten Abwehrkampf aufrufen zu müssen.

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