bedeckt München
vgwortpixel

DFB-Elf:Sorgen für Löw - auch Havertz fällt aus

Gegen Weißrussland und Nordirland fehlt der Leverkusener. Zweitligist Wehen Wiesbaden legt Protest ein und Heiko Herrlich könnte Trainer in Mainz werden.

DFB, Länderspiele: Bundestrainer Joachim Löw muss für den Endspurt in der EM-Qualifikation die nächste Absage verkraften. Kai Havertz fällt für die Heimspiele gegen Weißrussland am Samstag in Mönchengladbach und gegen Nordirland drei Tage später (20.45 Uhr/beide Liveticker SZ.de) in Frankfurt/Main wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel aus. Das gab Bayer am Montag bekannt. Havertz hatte sich die Verletzung am Sonntag beim Spiel in Wolfsburg (2:0) zugezogen. Zuvor hatte bereits Marco Reus (Probleme im Sprunggelenk) abgesagt. Der Einsatz von Niklas Stark (Nasenbeinbruch) ist zudem fraglich. Wegen oder nach Verletzungen hatte Löw schon bei der Nominierung auf Abwehrchef Niklas Süle, Leroy Sane, Rio-Weltmeister Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Thilo Kehrer, Marcel Halstenberg und Torhüter Kevin Trapp verzichten müssen. Bei einem Sieg gegen Weißrussland und gleichzeitiger Schützenhilfe der Niederlande im Parallelspiel in Nordirland hätte die DFB-Auswahl das EM-Ticket gelöst.

Mainz, Trainer: Heiko Herrlich ist nach Kicker-Informationen heißer Kandidat auf den vakanten Trainerposten beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05. Der Tabellen-16. sucht einen Nachfolger für Sandro Schwarz, von dem er sich am Sonntag getrennt hatte. Sportdirektor Rouven Schröder hatte angekündigt, dass der Verein mit großer Wahrscheinlichkeit einen Trainer verpflichten werde, "der mit Mainz 05 intern bisher nichts zu tun hatte". Herrlich ist seit seinem Abgang bei Bayer Leverkusen im Dezember 2018 ohne Verein. Vor seinem Engagement bei der Werkself hatte der ehemalige Bundesligaprofi Jahn Regensburg von der Regionalliga in die 2. Liga geführt. Das Kommando in Mainz hat vorerst der bisherige Co-Trainer Jan-Moritz Lichte übernommen. Die Rheinhessen bestreiten ihr nächstes Bundesligaspiel nach der Länderspielpause am 24. November bei der TSG 1899 Hoffenheim. An diesem Freitag absolvieren die 05er ein Testspiel gegen den Zweitligisten SV Darmstadt 98.

2. Liga, Bielefeld: Arminia Bielefeld geht als Tabellenführer in der 2. Fußball-Bundesliga in die Länderspielpause. Am Sonntag gewannen die Ostwestfalen mit 5:1 (3:0) beim 1. FC Nürnberg und profitierten vom Patzer des bisherigen Spitzenreiters Hamburger SV, der am 13. Spieltag nicht über 1:1 bei Holstein Kiel hinaus gekommen war. Vor 28 624 Zuschauern machten Jonathan Clauss (10. Minute), Andreas Voglsammer (13.) und Fabian Klos (15.) gegen komplett überforderte Gastgeber im Grunde schon nach einer Viertelstunde alles klar. Nach dem Seitenwechsel trafen für die hocheffektiven Bielefelder erneut Klos (60.) und Reinhold Yabo (73.). Die Nürnberger waren durch Asger Sörensen (59.) nur einmal erfolgreich.

Hannover 96 wartet auch eine Woche nach der Beurlaubung von Trainer Mirko Slomka auf einen Befreiungsschlag. Mit Interimstrainer Asif Saric unterlagen die Niedersachsen beim 1. FC Heidenheim 0:4 (0:1) und sind nach zuvor drei Unentschieden seit vier Spielen ohne Sieg. Darmstadt 98 kam im dritten Spiel des Tages zu einem 2:2 (0:1) gegen Jahn Regensburg.

DFB-Elf: Marco Reus hat seine Teilnahme an den EM-Qualifikationsspielen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Weißrussland und Nordirland abgesagt. Wie der BVB einen Tag nach der 0:4-Niederlage beim FC Bayern München per Twitter mitteilte, plagen den 30 Jahre alten Dortmunder Kapitän weiterhin Probleme am Sprunggelenk. Daher habe er Bundestrainer Joachim Löw am Sonntag darüber informiert, dass er nicht zum DFB-Team reise. Er werde "in Dortmund mit der medizinischen Abteilung des BVB an seiner Gesundung arbeiten". Reus hat bereits seit längerem Schmerzen am Sprunggelenk, wurde am Samstag beim Spiel in München aber dennoch in der 61. Minute für Mario Götze eingewechselt. Die DFB-Auswahl trifft am kommenden Samstag in Mönchengladbach auf Weißrussland, drei Tage später ist Nordirland in Frankfurt der Gegner im letzten Länderspiel des Jahres.

Para-Leichtathletik-WM: Paralympics-Sieger Niko Kappel hat bei den Para-Weltmeisterschaften der Leichtathleten die zweite deutsche Medaille gewonnen. Der kleinwüchsige Kugelstoßer sicherte sich in Dubai mit 13,87 m die Silbermedaille, zur Titelverteidigung fehlten dem 24-Jährigen 17 Zentimeter. Gold ging an den Usbeken Bobirjon Omonow. Prothesen-Sprinter Johannes Floors verbesserte über 100 m seinen eigenen Weltrekord. Der Leverkusener gewann seinen Vorlauf souverän in 10,54 Sekunden und steigerte seine erst im Juni aufgestellte Bestmarke um zwölf Hundertstel.

Nachwuchsarbeit: Nach Ansicht von DFB-Direktor Oliver Bierhoff braucht die Nachwuchsarbeit im deutschen Fußball frische Impulse und mehr Kreativität. "Sie ist nach wie vor auf einem hohen Niveau. Aber zurück in der Weltspitze sind wir noch nicht", sagte der ehemalige Nationalspieler in einem Interview der Welt am Sonntag. Bierhoff ergänzte: "Ich denke, wir waren zuletzt im Vergleich zu anderen Nationen zu wenig neugierig für neue Wege, neue Impulse." Der Trainer sei die Schlüsselfigur. "Unsere Ausbildung ist gut, aber wir waren lange Zeit zu schematisch, zu konzeptionell, haben zu wenig Platz für Freiräume gelassen. Da kann keine Kreativität entstehen", sagte der 51-Jährige. "Wir müssen uns wieder mehr um die Coaches kümmern - auch dann, wenn sie die Ausbildung abgeschlossen haben. Sie benötigen Mentoring", sagte Bierhoff.

Aus dem Trainerwechsel beim FC Bayern München lasse sich "auch ein Auftrag für den Fußballlehrer-Lehrgang unserer DFB-Akademie ableiten", befand der Europameister von 1996. "Wir müssen die Coaches so ausbilden, dass möglichst viele von ihnen in einer solchen Situation eine Option für den FC Bayern sein können", forderte Bierhoff. "In der aktuellen Diskussion um einen Nachfolger für Kovac werden ja fast nur Kandidaten aus dem Ausland genannt." Vorerst bleibt Hansi Flick Coach der Bayern.

Bundesliga Schlechte Nachricht für die Liga

Bayern siegt 4:0

Schlechte Nachricht für die Liga

Unter Hansi Flick ist der FC Bayern wieder der FC Bayern - die Schwächephase scheint vorüber. Jetzt muss die Bundesliga zeigen, was sie kann.   Kommentar von Christof Kneer