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Nationalelf:Gespräche stehen an

Vorerst will der DFB aber die offen zu Markte getragenen Differenzen mit Bordmitteln in den Griff bekommen. Dieser Tage steht ein Gespräch Bierhoffs mit dem DFB-Präsidium und den Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL) an, das nötig zu sein scheint, obwohl Bierhoff "mit allen Delegationsmitgliedern" schon gesprochen hat. In der Defensive sieht er sich nicht: "Ich habe da keine Verteidigungslinie."

Dafür verteidigte er Löws überfallartige Visite am Trainingszentrum des FC Bayern, der Bundestrainer war dort bekanntlich vor zwei Wochen ohne Vorankündigung erschienen, um Boateng, Müller und Hummels zu sagen, dass er nicht mehr mit ihnen plane. "Das Wichtigste war, dass die Spieler es von uns, von Joachim Löw erfahren", sagte Bierhoff. "Wenn man das mit Vorlauf macht, dann ist das Risiko groß, dass die Spieler über die Medien oder andere Kanäle etwas erfahren", fügte er hinzu. Wobei offen blieb, ob er mit dem anderen Kanal auch den DFB-Chef Grindel meinte.

Der hatte am Sonntag ja schon das nächste Thema aufgemacht: "Ich würde vorschlagen, dass sich alles setzt. Wenn sich dann die Situation ergibt, dass die Spieler von uns verabschiedet werden möchten, dann werden wir das in einer angemessenen Form tun", sagte er im BR. Bierhoff sagte nun am Montag, er werde sich damit beschäftigen, wenn ein Spieler seinen Rücktritt bekannt gibt: "In dem Moment, in dem er nicht mehr zur Verfügung steht, werden wir ihn verabschieden."

Julian Brandt dagegen wollte sich nicht festlegen, was auch dem ausufernden Dank geschuldet war, den er den Verbannten hinterherrief. Die DFB-Tür sieht er für das Trio als nicht endgültig verriegelt an: "Man weiß nie, was im Leben passiert, du spielst eine Supersaison und bist plötzlich wieder drin", sagte er. Und: "Ich glaub', man sieht sich immer zwei Mal im Leben."

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DFB

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