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DFB-Elf steht im Viertelfinale:Ein lichter Moment genügte

Dann aber folgte die böse Erkenntnis: Prüfungen finden trotzdem statt. Die Dänen stellten den Deutschen sogar einen ganzen Kanon schwieriger Aufgaben. Einerseits schienen sie ihre Gegner fast in ihren Strafraum einzuladen, so tief zogen sie sich zurück. Praktischerweise hatten sie dort aber immer eine Überzahlsituation - oder ein Verteidiger bekam sein Bein an den Ball.

Germany's Schweinsteiger celebrates after his team mate Podolski scored a goal against Denmark during their Group B Euro 2012 soccer match at the New Lviv stadium in Lviv

Bastian Schweinsteiger (hinten) feiert den Treffer zum 1:0 durch Lukas Podolski.

(Foto: REUTERS)

Eine Gomez-Chance kurz vor der Pause war Sinnbild für diese Prüfung: So lange schlug er im Strafraum Haken um Haken, bis auch diese Gelegenheit abgewehrt war durch das dänische Bollwerk. Die Deutschen würden den Ball ins Tor tragen müssen, so sah es aus, zumal sie nur selten aus dem Tempo heraus gefährlich wurden.

Dass Morten Olsens Mannschaft zudem Eckbälle trainiert hatte, war zu diesem Zeitpunkt auch schon offensichtlich geworden: In der 24. Minute ersprang sich Nicklas Bendtner die Lufthoheit gegen Lars Bender und Sami Khedira, brachte den Ball zu Michael Krohn-Dehli, der wiederum schneller in der Flugposition war als Mario Gomez. 1:1 also - alles wieder auf Anfang.

In der zweiten Halbzeit beschrieb dann vor allem dieses Wort die Partie: mühsam. Özil verlor ein wenig die Übersicht, der ein oder andere Kollege womöglich die Kraft. Die beste Gelegenheit hatten die Dänen, als Jakob Poulsen den Ball neben Manuel Neuer an den Außenpfosten setzte (51.). Wenig deutete inzwischen darauf hin, dass die deutsche Elf aus sich heraus wieder Schwung aufnehmen würde, dementsprechen früh brachte Löw Schürrle für Podolski (64.) und Klose für Gomez (74.), kurz vor dem Ende dann noch Toni Kroos (83.).

Ein lichter Moment genügte schließlich, um nicht bis zuletzt vor einem dänischen Last-Minute-Sieg zittern zu müssen (ohne ständig über den gefährlichen Spielstand zwischen Holland und Portugal informiert zu werden). Özil wollte Klose bedienen, statt des Lazio-Stürmers kam Lars Bender an den Ball, der Ersatz des gelb-gesperrten Boateng - und schob die Kugel mit dem Innenrist lässig über die Linie (80.). So schnörkellos, wie dieses Tor fiel, hat sich Löws Team am Ende durch die Gruppenphase gearbeitet.

© SZ vom 18. Juni 2012/segi
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