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DFB-Elf - Elfenbeinküste:Der Spielbericht

Umso überraschender war es, dass sich eine muntere Partie entwickelte. Im deutschen Sturm sorgte der Leverkusener Stefan Kießling für Wirbel, und es schien, als stecke er die anderen Offensivkräfte mit seiner Vitalität an. Kießling lief dann auch in den Strafraum der Ivorer, wo er rutschte und fiel, und da ihn Verteidiger Guy Demel leicht berührt hatte, entschied Schiedsrichter Björn Kuipers auf Elfmeter. Lukas Podolski legte sich den Ball auf den Elfmeterpunkt und jagte ihn zum 1:0 ins Netz (11.).

Anschließend spielte die deutsche Elf erstaunlich schwungvoll, im Mittelfeld ließ sie den Ball zirkulieren, sie spielte schnell und direkt, ganz anders als zuletzt in Freundschaftsspielen. Ob das nun trotz oder wegen Enkes Tod so war, spielt keine Rolle, es war ein Zeichen dafür, dass bei aller Trauer das Leben weitergeht, natürlich auch der Sport. Chance reihte sich an Chance, nach 25 Minuten trat Özil eine Ecke in den Sechzehnmeterraum, Westermann beförderte die Kugel per Kopf aufs Tor, und gerade, als die Deutschen die Arme in die Höhe reißen wollten, rettete der kleine Artur Boka auf der Linie (25. Minute).

Die Elfenbeinküste spielte gut mit, immer wieder deutete die Elf ihre Klasse an. Didier Drogba vom FC Chelsea fehlte, und es war zu sehen, dass diese Elf, wenn sie über die Zuspitzung verfügt, die Drogba bedeutet, eine bedeutsame Rolle bei der WM spielen kann. Auf der anderen Seite war wieder einmal zu sehen, über welch hervorragende Schusstechnik Piotr Trochowski verfügt: Aus 18 Metern schoss er den Ball an den Pfosten (44. Minute), die Führung war jetzt verdient.

Nach der Pause ließen beide Teams es ruhiger angehen, bei den Deutschen rückte Manuel Neuer für Tim Wiese ins Tor. Wenig später misslang Neuer ein Abwehrversuch, er schoss Emmanuel Eboué an, von dessen Körper der Ball aus 13 Metern zum 1:1 ins Netz sprang (57. Minute).

Als dann der eingewechselte Seydou Doumbia mit einem Schuss aus 17 Metern das 2:1 erzielte (85.Minute), sah es nach einer Niederlage für die deutsche Mannschaft aus. Doch dann gelang Lukas Podolski in der dritten Minute der Nachspielzeit das 2:2, womit er für den Schlusspunkt eines friedlichen und kurzweiligen Abends sorgte.