DFB-Elf besiegt Ecuador Nur Adler ärgert sich

Gegner Ecuador machte es dem deutschen Team aber auch leicht. Vor dem Spiel hatte sich die Mannschaft von Trainer Reinaldo Rueda, die selbst vor einem wichtigen WM-Qualifikationsspiel steht, nicht einmal richtig aufgewärmt, bestenfalls kurz angeschwitzt, war schon nach wenigen Minuten wieder in der Kabine verschwunden. Was Ecuador in der ersten halben Stunde defensiv zeigte, hatte nicht einmal die Qualität eines mäßigen deutschen Zweitligisten.

Das wurde nach einer halben Stunde besser. Und Ecuador deutete zumindest an, weshalb das Land bis auf Rang zehn der Fifa-Weltrangliste nach vorne gerutscht ist. Unter großem Druck geriet dem deutschen Team die Kombinationsfreude abhanden, Torwart René Adler musste mehrfach retten. Stattdessen wurden jene langen Bälle in die Spitze gespielt, die der Bundestrainer so wenig schätzt. Löw kommentierte es auf seine Weise: "Spielen und Gehen" sei auf internationalem Niveau eine Grundvoraussetzung. Mit "Spielen und Stehen" habe man heute keine Chance.

Deutsche Nationalmannschaft "Deutschland wird weltweit bewundert und beneidet"
US-Trainer Jürgen Klinsmann

"Deutschland wird weltweit bewundert und beneidet"

Die Nationalmannschaft der USA befindet sich im Umbruch, sagt Jürgen Klinsmann. Der frühere Bundestrainer will sein Team in die Top Ten der Welt führen, er glaubt an den großen Aufschwung im Land. Im SZ-Interview spricht er über den Fußballmarkt in den USA, die veränderte Strategie der US-Spieler und die komfortable Position von Joachim Löw.

Löw trifft auf Ex-Chef Klinsmann

Wer der USA-Reise zuvor die Bedeutung abgesprochen hatte, musste sich aber auch nicht übermäßig über die kleinen und mittelgroßen Fehler aufregen. Die deutsche Elf wird in dieser Konstellation nie wieder zusammenspielen, erledigte die Aufgabe dennoch mit einem kaum gefährdeten Sieg. Zudem machten der Mannschaft das Klima in Boca Raton (28 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit) zu schaffen. "Man kann allen Spielern, die hier neu dabei sind und das erste Länderspiel absolviert haben, nur ein Riesenkompliment machen", lobte Podolski deshalb.

Nur einer ärgerte sich kurz: Torhüter Adler. Der durfte Stammkeeper Manuel Neuer vertreten und zeigte zahlreiche glänzende Reaktionen und Paraden, wurde anschließend von Löw heftigst gelobt ("überragend gut"). Nur dieser Freistoß von Walter Ayovi (84.), durch die Mauer hindurch, ins kurze Eck, der war Adler aufgestoßen. "Dann brauche ich auch keine Mauer stellen", sagte der Hamburger, "dann machen wir das ohne." Doch auch diese Episode wird bald vergessen sein. Und sich in der A-Besetzung ohnehin nicht wiederholen.

Vier Tage hat die Mannschaft von Bundestrainer Löw nun Zeit für weitere Vorbereitungsmaßnahmen. Dann geht es in Washington gegen die USA mit Trainer Jürgen Klinsmann, bis dahin stoßen in Sven Bender und Kevin Großkreutz immerhin noch zwei Dortmunder Champions-League-Finalteilnehmer zur Mannschaft. Ob das Spiel gegen seinen alten Freund Klinsmann nun etwas besonderes sei, wurde der Bundestrainer noch gefragt. "Klar", sagte Löw, "wir haben uns lange nicht mehr gesehen."