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DFB-Team ohne Marozsán:Ohne Marozsán muss die Spielweise der DFB-Elf eine andere sein

Welche Tragweite das für die Mannschaft bei der ohnehin schwierigen Weltmeisterschaft haben dürfte, ist der Bundestrainerin sehr bewusst, das schwang in jedem Satz mit. Marozsán ist im deutschen Kader die technisch und fußballerisch beste Spielerin, sie ist die Regisseurin im Aufbau mit einer sehr guten Übersicht, Kreativität und gefährlich vor allem durch ihre überraschenden, präzisen Pässe und Hereingaben. Vor dem 1:0 von Giulia Gwinn gegen China war es eine Ecke von Marozsán, die das Tor in der 66. Minute einleitete. Schon da hatte das deutsche Spiel merklich darunter gelitten, dass die Nummer 10 nicht ihr volles Potenzial zeigen konnte. "Dzsenifer Marozsán kann man nicht ersetzen. Das funktioniert nicht, weil sie besondere Eigenschaften und Fähigkeiten hat", sagte Voss-Tecklenburg am Dienstag. Ihren Ausfall müsse nun das Team kompensieren, die Spielweise entsprechend angepasst und versucht werden, auch so die richtigen Mittel zu finden, um am Ende zu gewinnen.

Die Frage ist also, wie diese Elf eine Spielerin ersetzen soll, die nicht zu ersetzen ist.

Dass Deutschland mit einer anderen Aufstellung beginnen werde, liege nicht allein an der Verletzung von Marozsán, sagte Voss-Tecklenburg, sondern habe sich auch aus Beobachtungen gegen China ergeben. Sollte die Bundestrainerin am 4-2-3-1-System festhalten wollen, könnte sie Kapitänin Alexandra Popp von der Spitze auf Marozsáns Position zurückziehen und im Sturm Lea Schüller bringen. Sara Däbritz könnte von der Doppelsechs nach links außen rücken, rechts außen bliebe Svenja Huth. Statt Däbritz würde dann möglicherweise neben Melanie Leupolz die erst 17-jährige Lena Oberdorf auflaufen, die bei ihrem WM-Debüt mit viel Ruhe auffiel. Die Abwehr dürften trotz teils gravierender Fehler Gwinn, Marina Hegering, Sara Doorsoun und Carolin Simon bilden.

Wie auch immer diese Elf dann aussehen wird: Sollte sie sich bewähren, steigen die Chancen, dass das Turnier für die deutsche Mannschaft noch lange weitergeht - und somit auch die Chancen auf eine Rückkehr von Marozsán. "Wer mich kennt, weiß ganz genau, dass ich nicht so einfach aufgeben werde", schrieb Marozsán auf Instagram. "Ich werde so gut es geht meine Mannschaft neben dem Platz unterstützen und alles daransetzen, dass ich wieder schmerzfrei werde."

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