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Machtkampf beim DFB:Der geheimnisvolle Berater

DFB

Kämpft mit den Geistern der Vergangenheit: der DFB.

(Foto: dpa)

Ein bisher unbekanntes Treffen aus dem Januar 2016 am Züricher Flughafen verknüpft die WM-2006-Affäre mit den aktuellen verbandsinternen Auseinandersetzungen und einem ominösen Beratervertrag. Der mächtige Vizepräsident Rainer Koch gerät in die Bredouille.

Von Johannes Aumüller und Thomas Kistner

Januar 2016: Die deutsche Fußball-Landschaft ist in Aufruhr. Drei Monate ist es her, dass der Spiegel die "Sommermärchen"-Affäre losgetreten hat. Im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes fahndet nun die Kanzlei Freshfields nach den Hintergründen einer mysteriösen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung, die kurz vor der WM 2006 geflossen war. Wolfgang Niersbach, DFB-Präsident seit 2012, hat im Zuge des Skandals sein Amt verloren. Und den Verband leitet jetzt die vormals zweite Garde - angeführt vom langjährigen Vizepräsidenten und Interimschef Rainer Koch betreibt sie die Aufklärung.

Gut fünf Jahre ist das nun her. Es sind damals bewegte Tage für den DFB, und in jenen Tagen findet, wie SZ-Recherchen zeigen, am Flughafen Zürich ein diskretes Treffen statt, das Fragen aufwirft. Insbesondere an den mächtigen DFB-Vize Koch. Denn das Stelldichein ist jetzt wieder hochaktuell: Es verknüpft die damaligen Abläufe rund um die WM-Affäre mit dem Machtkampf, der just in diesen Wochen in der DFB-Spitze tobt - und insbesondere mit einem ominösen Vertrag mit einem Kommunikationsberater.

Drei Männer kommen am 29. Januar 2016 am Züricher Flughafen zusammen. Einer ist der Strafrechtsprofessor Mark Pieth, heute 67, ein renommierter Anti-Korruptions-Experte, tätig für globale Organisationen wie die OECD oder die Weltbank. Im Fußball erlangte Pieth Bekanntheit, als er zwischen 2011 und 2013 einen Reformprozess beim Weltverband Fifa überwachte. Anfang 2016 beschäftigt er sich mit Monitoring-Fragen im Kontext der US-Armee, er ist viel unterwegs, heute Ostafrika, morgen Skandinavien. Aber am 29. Januar blockt er im Kalender drei Stunden für ein Meeting, um das er, wie er sagt, aus Deutschland ersucht worden war. Es sei um die deutsche WM-Affäre und mögliche Folgen für die Governance-Strukturen des DFB gegangen.

Es ist ein spektakulärer Teilnehmerkreis

Das ist per se nichts Ungewöhnliches. Anlass, sich über Compliance-Fragen auszutauschen, lieferte die damals noch junge "Sommermärchen"-Affäre ja mehr als genug. Spektakulär macht das stille Treffen aber der Teilnehmerkreis, von dem Pieth spricht. Denn er trifft auf den DFB-Vize Koch - und auf einen Kommunikationsberater, der laut Pieth das diskrete Meeting arrangiert hat: Kurt Diekmann, heute 73.

Im Besprechungsraum des Airports saßen also: ein Korruptionsaufklärer, der Topvertreter des DFB, Koch - und ein Medienstratege, der nach SZ-Informationen selbst eng an den Ausgrabungsarbeiten zu dieser Affäre dran war. Diekmann ist es auch , der aktuell, im Winter 2020/2021, zur Reizfigur im Machtkampf zwischen DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius wurde.

2019 erhielt Diekmann beim DFB einen sechsstellig dotierten Beratervertrag, der intern penibel abgeschirmt wurde und deshalb bei Keller und Vertrauten derart viele Fragen aufwarf, dass jetzt externe Wirtschaftsprüfer die Vereinbarung prüfen. Eine Kernfrage lautet, wie lange der unsichtbare, hochbezahlte Berater schon im DFB-Umfeld tätig ist - und weshalb?

Der DFB beantwortet viele Fragen nicht

Auf eine SZ-Anfrage an den Verband zu Wochenbeginn, wann Diekmann das erste Mal für den DFB oder einen seiner Funktionäre tätig war, teilte ein Presseanwalt mit: Es sei der "Zeitraum zwischen April 2019 und Oktober 2020" gewesen, Diekmann habe "insbesondere die kommunikative Unterstützung bei den Untersuchungen zu den Themen ,Infront' und ,Sommermärchen' (WM 2006)" wahrgenommen. Der Infront- und der WM-2006-Komplex: Das sind exakt jene Vorgänge, zu denen die Forensiker der Berliner Beratungsfirma Esecon seit fast zwei Jahren im Verband ermitteln. Dazu später mehr. Diekmann und Esecon: Es bestehen da jedenfalls enge Bande.

Nun zeigt das Meeting 2016 in Zürich, dass auch Diekmanns Verbindung zu DFB-Vize Koch schon sehr lange andauert, auch mitten im Sommermärchen-Beben bestand. Andere Funktionäre jener Zeit erinnern sich nicht an den Auslandstermin des Duos Koch/Diekmann. Entsprechend zahlreich sind die Fragen zu diesem Treffen.

Der DFB teilt via Presseanwalt mit, dass es im Januar 2016 in der Tat ein Treffen zwischen Koch und Pieth gab. Diekmanns Teilnahme wird nicht erwähnt, wird aber auch nicht bestritten. Derweil hat Korruptionsbekämpfer Pieth sogar einen sehr vertrauten Umgang der beiden im Gedächtnis . Koch sei, heißt es in einer länglichen DFB-Erklärung, zu dieser Zeit bereits mit Überlegungen befasst gewesen, wie dem offenkundigen Versagen aller Kontrollmechanismen im DFB strukturell begegnet werden könne, und es sei im Interesse des DFB gewesen, ein an Herrn Koch herangetragenes Gesprächsangebot anzunehmen. Diekmann sei mit der Organisation des Treffens nicht beauftragt und auch nicht bezahlt worden. Viele konkrete Fragen aber bleiben unbeantwortet.

Koch spielt eine Schlüsselrolle beim DFB

Rainer Koch, das wird immer deutlicher, spielt eine Schlüsselrolle im DFB - und auch im Machtkampf zwischen Präsident Keller und Generalsekretär Curtius, also dem obersten Ehrenamtlichen und dem obersten Hauptamtlichen. Koch, der Vize, schreibt sich gern die Rolle des Unparteiischen zu, Insider verorten ihn klar im Curtius-Lager. Koch ist ein raffinierter Netzwerker: Im DFB ist er oberster Vertreter der Amateure - und zugleich deutscher Repräsentant in Europas Fußball-Union Uefa. Er sah viele DFB-Bosse wanken, drei dankten allein in den letzten zehn Jahren ab. Zweimal gab Koch selbst den Interimschef. Doch in seine vermeintliche Paraderolle rückte er in der Sommermärchen-Affäre: Da gab Koch den obersten Aufklärer.

Ein Tausendsassa unter den Funktionären, der nun selbst zunehmend in die Bredouille gerät: wegen der Verbindung zu Kommunikationsberater Diekmann, der Zug um Zug aus dem Pulverdampf diverser DFB-Schlachten auftaucht, vergangener und aktueller. Die SZ stellte Koch dazu viele Fragen; im Schreiben des Presseanwaltes heißt es, dass man "zu den zahlreichen Mutmaßungen und Unterstellungen, die teilweise auch jeglicher Grundlage entbehren", nicht Stellung nehmen werde, "unabhängig davon, dass es sich ohnehin zumeist um reine Interna handelt".

Kurt Diekmann ist seit Langem im Kommunikationsgewerbe tätig. Er war einst Sprecher im Finanzkonzern Haniel, später auch mal Landtags-Kandidat der SPD in Niedersachsen. Und: Er ist seit vielen Jahren in den Untiefen zugange, die sich rund um die WM 2006 auftun.

Beim DFB gab es vor der entscheidenden "Spiegel"-Story Geraune

In der heißen Phase der "Sommermärchen"-Enthüllung 2015 war Diekmann offenkundig bestens informiert. Korruptionsbekämpfer Pieth erinnert sich gar, Diekmann habe ihm schon vor dem entscheidenden Spiegel-Text wiederholt angekündigt, dass da bald etwas Großes komme, "eine Art Bombe". Hatte Diekmann also schon vor der Publikation zur ominösen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung und dem angeblich gekauften "Sommermärchen" weitreichende Kenntnisse? Die Frage, ob er vorab geäußert habe, dass eine Enthüllung bevorstehe, beantwortet er nicht.

Kurz festgehalten: Es gibt also einen Informationshändler, der offenkundig vor dem Ausbruch der WM-Affäre im Oktober 2015 bestens informiert ist. Drei Monate später, als der DFB gerade eine mehrere Millionen Euro teure Untersuchung bei Freshfields angeschoben hat, sitzt der Mann mit DFB-Interimschef Rainer Koch zusammen und bespricht mit einem Fachmann die Folgen der WM-Affäre.

Da liegt die Frage auf der Hand: Hatte Diekmann damals neben Pieth auch andere wissen lassen, dass ein WM-2006-Torpedo auf den DFB zuraste? Hatte er auch Koch vorab informiert?

Das wäre brisant. Medien und Kommunikationsberater dürfen wissen, recherchieren und enthüllen, was sie wollen und wann sie wollen - ein DFB-Funktionär aber hätte ein solches Wissen sofort an seine Organisation melden müssen; schon, um mögliche Schäden abzuwenden.

Angeblich machte Koch markante Andeutungen

Diekmann sagt auch dazu nichts. Koch beantwortet die konkrete Frage, ob er vorab davon wusste, dass beim Spiegel eine kritische Berichterstattung zum Thema WM 2006 in Vorbereitung sei, nicht. Tatsächlich wurde im Oktober 2015 der Eindruck vermittelt, dass auch Koch - wie alle anderen Funktionäre der zweiten Reihe - erst durch die Konfrontation des Spiegel von dem brisanten Thema Kenntnis erlangte. Im Protokoll einer eilig einberufenen Telefonkonferenz (in der DFB-Präsident Niersbach einräumen musste, dass er und ein Kreis Vertrauter ihrerseits seit Monaten stille Recherchen zu 2006-Altlasten angestellt hätten), heißt es: "Dr. Koch wies zunächst darauf hin, dass er bislang nicht in diesen Vorgang einbezogen gewesen sei."

Aber heißt das auch, dass er von nichts wusste? Interne Befragungsprotokolle von Freshfields offenbaren nach SZ-Informationen, dass hohe DFB-Leute schon vor der Publikation das Gerücht gehört haben wollten, dass da etwas komme. Auf Nachfrage heißt es aus diesen Kreisen, Koch habe das Gerücht in Umlauf gebracht. Und zwar am Rande eines Länderspiels eine Woche vor der Enthüllung, als eine Runde von hohen Amateurvertretern zusammensaß. Am Rande soll Koch markante Andeutungen zu einer bevorstehenden Spiegel-Story gemacht haben, die auch den damaligen Präsidenten Niersbach betreffen könnte. So markant, dass von Seiten damaliger DFB-Veranwortlicher sogar eigens beim Nachrichtenmagazin nachgefragt wurde, ob da was Heißes in Vorbereitung sei. Die Antwort war natürlich: nein. Zwei Tage später lagen dem DFB dann Fragenkataloge vor.

War es so? Raunte der DFB-Vize Koch vorab über eine bevorstehende DFB-Enthüllung? Auch zu dieser Frage an Koch gibt es keine konkrete Antwort. Der damalige Schatzmeister und spätere Präsident Reinhard Grindel sagt der SZ: "Ich habe mich zu diesen Sachverhalten und der sportpolitischen Einschätzung gegenüber Esecon bei einer Befragung geäußert. Darüber hinaus möchte ich mich dazu nicht äußern."

Schon 2012 gab es ein bemerkenswertes Treffen

Esecon. Das ist die schon erwähnte Berliner Firma, die zunächst Unregelmäßigkeiten in der langjährigen Zusammenarbeit des DFB mit dem Vermarkter Infront untersuchte. Die sich seit 2019, im Rahmen einer Generalinventur, aber auch um den WM-2006-Komplex kümmert - und dabei nicht zuletzt um den Zeitraum der Aufklärung der Affäre im Sommer und Herbst 2015. Untersucht Esecon auch die Frage, seit wann Rainer Koch von der Spiegel-Bombe wusste? Das legt Grindels Aussage ja nahe. Das Unternehmen teilt auf Anfrage mit, man äußere sich "sowohl grundsätzlich als auch aufgrund von Verschwiegenheitsverpflichtungen nicht zu Projekten und Kunden".

Koch, Diekmann, Esecon, WM 2006: Wie explosiv ist diese Mischung?

v.l. Dr. Rainer KOCH (GER, DFB Vizepraesident), Fritz KELLER (GER, DFB Praesident), auf der Tribuene, Fussball Laendersp

Protagonisten eines DFB-Machtkampfes: Präsident Fritz Keller (rechts) und Vizepräsident Rainer Koch.

(Foto: Anke Waelischmiller/Sven Simon/Imago)

Denn sie führt noch weiter zurück, die diskrete Liaison zwischen dem Berater Diekmann und dem DFB. Und immer neue Fragen tauchen auf. So hatte Diekmann schon im Juli 2012 einem damaligen DFB-Vizepräsidenten eine spannende Mail geschickt. Er drängte auf ein rasches Treffen, denn ihm und seinem "Partner" lägen weitreichende Erkenntnisse zum Thema ISL vor. Auch das ist ein heikles Sujet: Die Schweizer Sportagentur ISL war über Jahrzehnte eine Schmiergeld-Tankstelle des Weltsports gewesen, mehr als 140 Millionen Schweizer Franken flossen im Gegenzug für Rechte-Geschäfte an korrupte Funktionäre, bis die Firma 2001 bankrottging. Im Fußball gab es stets den Verdacht, dass aus dem ISL-Topf auch Geld für den deutschen WM-Zuschlag 2006 geflossen sein könnte. Bewiesen wurde das nie.

Just in jenem Sommer 2012 wurden die diskreten Zahlungsströme der ISL erneut zum Thema: Da hatte die Schweizer Justiz die Liste der Geldempfänger publiziert, in anonymisierter Form. Und Diekmanns Andeutungen dazu in der Mail, die der SZ vorliegt, lesen sich wie ein Thriller: Die genannten Summen würden "nur einen Teil der tatsächlich geleisteten Zahlungen und sonstigen Zuwendungen (!) an prominente Personen auch und gerade aus unserem Land wiedergeben", schrieb er an den DFB-Funktionär; die Klarnamen der anonymisierten Liste seien "meinem Partner" bekannt; an dem Gesamtkomplex arbeiteten "eine Reihe von Forensikern".

Mit dieser Alarm-Mail brachte Diekmann damals mühelos eine hochkarätige DFB-Runde am Flughafen Hannover zusammen. Auch dabei: Rainer Koch. Zwar behauptete der DFB vor einigen Monaten auf SZ-Anfrage, bei dem Treffen sei es dann weder um die WM 2006 noch um die ISL gegangen. Angesichts der vorliegenden Mail fragt man sich allerdings schon: Um was denn sonst? Der DFB sagt es nicht.

Der DFB bestreitet, dass die früheren Treffen etwas mit dem heutigen Vertrag zu tun haben

Nach SZ-Informationen folgte danach noch ein Mailaustausch zwischen Diekmann und Verbandsvertretern. Überdies kam Wochen später in Frankfurt besorgt das frühere WM-Organisationskomitee um den einstigen OK-Chef Franz Beckenbauer zusammen - auch, um darüber zu sprechen, ob aus der ISL-Geldliste nachträglich noch Probleme für die WM 2006 erwachsen könnten. Auf der lag seinerzeit, 2012, ja noch kein Schatten des späteren "Sommermärchen"-Skandals.

Damals, heißt es von Involvierten, sei keine Zusammenarbeit entstanden. Es ist aber nun die Frage, ob die Anknüpfungspunkte mit dem Berater aus 2012, 2015 und 2016 in irgendeinem Kontext stehen mit der diskreten, üppig dotierten Beratungsleistung, die Diekmann anno 2019 und 2020 zwecks kommunikativer Betreuung der Themen Infront und Sommermärchen beim DFB innehatte. Der DFB weist das zurück. "Die in Ihrer Fragestellung offensichtlich konstruierten Zusammenhänge zwischen dem Treffen im Jahr 2012 und dem Treffen von Herrn Koch mit Prof. Pieth im Januar 2016 am Flughafen in Zürich mit dem Vertrag des DFB mit der Kommunikationsberatung Diekmann bestehen nicht", heißt es.

Der Verband erklärt aber nicht, warum ausgerechnet Diekmann den Auftrag erhielt. Zu alledem passt, dass die konkreten Umstände seiner Beschäftigung so nebulös sind. Tätig soll er laut DFB seit April 2019 sein, einen Vertrag gibt es aber erst seit Oktober 2019. Gut über der 300 000-Euro-Marke soll sich das Salär bewegen - ein sattes Sümmchen in einem Verband, der doch selbst über einen stattlichen Kommunikationsapparat verfügt. Auch irritiert, dass Diekmanns Mandat zur Betreuung der WM-2006-Ermittlung im Oktober 2020 endete. Erst am Mittwoch vernahm Esecon nach SZ-Informationen einen intimen Kenner der WM-2006-Affäre, den langjährigen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt. Bis zur Fertigstellung des Berichtes dürfte es dauern. Wann, wenn nicht 2021 bräuchte es da mediale Begleitung?

Nicht einmal im Verband selbst ist das Vertragswerk mit allen Nebengeräuschen den wesentlichen Instanzen bekannt. Präsident Fritz Keller hatte zu Jahresanfang endlich wissen wollen, was genau die Dienstleistungen sind, die mit Diekmann vereinbart worden waren. Keller fasste bei Generalsekretär Curtius nach, fühlte sich tagelang hingehalten und mit Ausflüchten abgespeist. Dann setzte Kellers Lager, zu dem insbesondere der Profibereich gehört, einen Beschluss durch, der für sich spricht: Der geheimnisumwitterte Beratervertrag wird nun von externen Fachleuten gecheckt, auch ein interner Prüfausschuss muss sich der Sache annehmen.

Inhaltlich will sich der Kommunikationsberater nicht äußern

Es dürfte eine spannende Zeitreise werden: Mails und Treffen 2012, Ankündigungen 2015, ein Treffen 2016, ein Vertrag 2019. Diekmann ist mittendrin - will aber zu alldem nichts sagen. "Meine Tätigkeit im Rahmen der Kommunikationsberatung beruht auf absoluter Vertraulichkeit und Verschwiegenheit im Verhältnis zwischen mir, meinen Auftraggebern und meinen Gesprächspartnern", schreibt er auf konkrete Fragen: "Vor diesem Hintergrund bestätige ich gegenüber Dritten weder das Tätigwerden oder das Nicht-Tätigwerden für bestimmte Personen oder in bestimmten Zusammenhängen noch diesbezüglich irgendwelcher Inhalte oder Vergütungen." Hierbei verbleibe es auch hinsichtlich der konkreten Fragen.

Zu Wochenanfang gerieten übrigens wieder Teile der DFB-Spitze in Schnappatmung. Das ZDF hatte eine üppige "Schlussrechnung" des Beraters ins Bild gesetzt. Manche im Verband, ist zu hören, witterten Geheimnisverrat und überlegten juristische Schritte wegen eines Leaks im eigenen Haus. Nun ist das heikle Thema um ein weiteres Kapitel reicher: um die Erkenntnis, dass der Berater Diekmann schon in den WM-2006-Wirren unterwegs war.

Der DFB ist ein gemeinnütziger Verband, der sieben Millionen Fußballer vertritt. Als Beispiel für Transparenz dient er noch immer nicht.

© SZ/schm
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