Sportliche Großkonvents sind meist Wellness-Oasen für Spitzenfunktionäre. Beim Bundestag des DFB taten die warmen Wortbäder besonders Bernd Neuendorf gut. Mattias Grafström, Generalsekretär des Weltfußballverbandes Fifa und engster Adlatus von Gianni Infantino, erzählte gar, dass „Bernds Stimme, seine Erfahrung, seine Weitsicht echten Mehrwert in die Fifa-Arbeit“ brächten. Tatsächlich mutet die Erfahrung des Quereinsteigers Neuendorf, der erst 2019 in den Fußball fand, ebenso überschaubar an wie seine Stimmgewalt als Mitglied des Fifa-Rats: Die Frauen-WM 2027 fand trotzdem nicht nach Deutschland, dafür aber die Männer-WM 2034 nach Saudi-Arabien. Auch zu anderen fixen Ideen des Fifa-Häuptlings Infantino steuert der DFB-Chef brav seine Stimme bei – mit dem Argument, ansonsten isoliere man sich im Weltverband. Vielleicht meinte Grafström ja genau das mit „Mehrwert für die Fifa“.
MeinungDFB-Bundestag:Die Verbandsspitze des DFB bleibt ein vermintes Feld
Kommentar von Thomas Kistner, Frankfurt
Lesezeit: 2 Min.

Beim Bundestag müssen zwei Frauen eine Kampfkandidatur um einen Vizeposten bestreiten. Das Ergebnis ist auch ein Signal an DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
