Deutsche NationalmannschaftDrei Fakten, die für Oliver Baumann sprechen

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„Herausragend gut gemacht“: Julian Nagelsmann lobt Oliver Baumann.
„Herausragend gut gemacht“: Julian Nagelsmann lobt Oliver Baumann. Frank Hoermann / Sven Simon/Imago

Bei der Nations-League-Auslosung gewährt Julian Nagelsmann einen Blick in seine WM-Planungen. Auf einigen Positionen hält er den Kader offen – im Tor legt er sich aber nahezu fest.

Von Christof Kneer

Auslosungen sind im Fußball eine große Sache. Im DFB-Pokal geht es zum Beispiel darum, ob man den FC Bayern als Gegner erwischt (kleine Vereine wollen das, größere eher nicht), bei einem WM-Turnier wird eine solche Zeremonie dagegen bis in ihre hintersten Verästelungen durchanalysiert. Wenn wir Gruppenerster werden und im Achtelfinale auf den Sieger des Sechzehntelfinales zwischen dem Zweiten der Gruppe X und dem Dritten der Gruppen Y oder Z treffen, dann könnten wir .... und so weiter. Der Wettbewerb, der sich Nations League nennt, ist dagegen noch so neu, dass er den Fans nach einer Auslosung noch keine Denksportaufgaben und noch nicht einmal eine klare Haltung abverlangt. Wer hat mitbekommen, gegen wen die DFB-Elf im Herbst bei der Neuauflage dieses Wettbewerbs anzutreten hat, mit der Bitte um ein schnelles Handzeichen? Ah, da vorne in der ersten Reihe, ein Streber vermutlich: Aber ja, das Ergebnis ist richtig. Deutschland spielt in und gegen Serbien, in und gegen Griechenland sowie in und gegen die Niederlande.

Aber wahrscheinlich wäre es unfair, aktuelles Nichtwissen gegen die Nations League zu verwenden. Im Moment dreht sich alles um die Weltmeisterschaft im Sommer - und so wurde Bundestrainer Julian Nagelsmann bei der Nations-League-Auslosung in Brüssel auch fast ausschließlich zum anstehenden Riesenturnier in den USA, Mexiko und Kanada befragt. Dabei war erstmals nach der Verletzung des Stammtorwarts Marc-André ter Stegen auch aus dem Munde des zuständigen Bundestrainers zu vernehmen, was sich zuletzt als Tendenz immer mehr verfestigt hat: Dass die Fußballwelt sich darauf einstellen darf, im Tor des Torwartlandes Deutschland einen eher unbekannten Mann anzutreffen.

„Es gibt, was die Torhüter-Thematik angeht, drei Fakten“, erläuterte Nagelsmann also. Zunächst sei da ter Stegens „tragische Verletzung, was mir unfassbar leid tut“. Aus Respekt vor ter Stegen werde er die Tür „nie ganz zu“ machen, „weil er dran wäre. Aber es muss sinnhaft sein für ihn, für uns. Aktuell sieht es nicht rosig aus“. Fakt zwei sei, „dass Manu (Neuer) zurückgetreten ist und jetzt noch einmal gesagt hat, dass sich an der Entscheidung nichts ändern wird“. Und schließlich, drittens, habe es Oliver Baumann „in der WM-Quali herausragend gut gemacht“ und werde es „auch im März herausragend gut machen“. All das sage „relativ viel aus“.

Bundestrainer Julian Nagelsmann macht jetzt Bundestrainer-Dinge. Er tut das, was er kraft Amtes vier Monate vor einem Turnier zu tun hat: Er trifft erste Entscheidungen, die er aber so kommuniziert, dass es theoretisch (im Falle von Verletzungen oder dramatischen Formschwächen) noch einen Weg zurück geben würde. Einstweilen darf aber als gesetzt gelten, dass sich Baumann mit dann 36 Jahren in die Ahnengalerie der prominenten deutschen WM-Torhüter von Turek bis Neuer einreihen wird.

„Die Key-Player müssen am Ende beim Turnier dabei sein, damit alles gut funktioniert“, sagt Nagelsmann, er kennt natürlich die (Verletzungs-)Risiken, die ebenso noch in den nächsten Monaten stecken wie die ein oder andere Genesungschance. So setzt der Bundestrainer weiterhin auf die Rückkehr des erneut leicht lädierten Kai Havertz, auch der verletzte Tim Kleindienst ist noch nicht völlig raus aus der Verlosung. „Wir werden sicher, so viel kann ich verraten, einen Kopfballspieler vorne mitnehmen“, sagte Nagelsmann, womit sich neben Kleindienst auch Niclas Füllkrug Hoffnungen machen darf. Und allen, die es nicht in den WM-Kader schaffen, sei schon mal gesagt: Im Herbst ist schon wieder Nations League.

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