DFB-Team in der Einzelkritik:Musiala zelebriert seine Dribbelkunst

Lesezeit: 3 min

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(Foto: KAI PFAFFENBACH/REUTERS)

Der Münchner ist lange der auffälligste Deutsche, Jonas Hofmann belohnt sich mit einem Tor, Manuel Neuer ist Manuel Neuer und Nico Schlotterbeck führt einen späten Zweikampf zu waghalsig. Die Einzelkritik.

Von Sebastian Fischer

Manuel Neuer

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(Foto: Andreas Gebert/Reuters)

Hansi Flick hatte Wechsel angekündigt im Vergleich zum 1:1 in Italien, aber Neuer dürfte sich deshalb keine Sorgen gemacht haben. Schon beim FC Bayern hatte der Trainer den Torwart ja - mutmaßlich gegen manchen Widerstand (Nübel, Salihamidzic, Anm. d. Red.) - so gut wie nie auf die Bank gesetzt, falls der Gegner nicht gerade "1. FC Düren" hieß. Der Keeper war einer von vier Spielern, die wieder in der Startelf standen.

Reagierte zu Beginn einmal schnell mit seinem rechten Reklamierarm, nachdem ihm der Ball bei einer Flanke regelkonform durch die Hände geflutscht war. Nutzte den Arm dann aber kurz darauf für eine Glanzparade gegen Bukayo Saka und stellte einem Schuss von Harry Kane seine Hüfte in den Weg, um zunächst die 1:0-Führung zu retten. Beim Elfmeter entschied er sich allerdings für die falsche Ecke und war machtlos.

Lukas Klostermann

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(Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP)

Gegen Italien durfte sich der Leipziger Henrichs rechts hinten versuchen, gegen England der Leipziger Klostermann. Ja, die Besetzung deutscher Außenverteidigerpositionen klingt gerade mal wieder nicht nach viel Glamour, aber dafür kann natürlich Klostermann nichts, der verlässlich schnell entstehende Lücken zulief und nach vorne nur selten etwas ungenau passte.

Antonio Rüdiger

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(Foto: Lee Smith/Action Images via Reuters)

Glamour dagegen in der Innenverteidigung: Rüdiger ist fortan ein sogenannter Königlicher, steht künftig bei Real Madrid unter Vertrag. Trat mit entsprechendem Führungsanspruch auf: Vereitelte gleich eine Torchance gegen Raheem Sterling, stachelte die Kollegen mit wildem Klatschen an und stieg beim Kopfball eine Etage höher als alle anderen.

Nico Schlotterbeck

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(Foto: IMAGO/Nick Potts/IMAGO/PA Images)

Spielte im Vergleich zum Italien-Spiel anstelle seines künftigen Dortmunder Kollegen Niklas Süle - und deutete in seinem dritten Länderspiel an, was man mit Schlotterbeck in der Startelf bekommt: Spektakel (z.B. Quarterback-ähnliche Pässe, waghalsige Zweikampfführung) - und eine Prise Leichtsinn (gelegentliche Konzentrationsschwächen, waghalsige Zweikampfführung). Verursachte mit einer Berührung gegen Harry Kane in letzter Instanz den Strafstoß zum Ausgleich (Foto).

David Raum

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(Foto: Markus Ulmer/AP)

Mehr Linksaußen als Linksverteidiger, spielte entsprechend den offensiven Part in einer asymmetrisch aussehenden Viererkette. Flankte den Ball mehrmals gefährlich in den Strafraum, wie man das vom Hoffenheimer aus der Bundesliga kennt.

Joshua Kimmich

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(Foto: Alex Grimm/Getty Images)

Flicks Chef im Mittelfeld diesmal mit besonders klarer Aufgabe, weil Ilkay Gündogan vorher schon gesagt hatte, er könne im Mittelfeld alles spielen, "außer vielleicht den defensiveren Part auf der Sechs". Kimmich spielte also den defensiven Part - und bereitete trotzdem mit einem schönen Pass in der Offensive das 1:0 vor.

Ilkay Gündogan

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(Foto: IMAGO/Sportfoto Zink / Wolfgang Zink/IMAGO/Zink)

"Ich bin nicht derjenige, der jeden Zweikampf gewinnt, wenn man realistisch ist," das hatte Gündogan auch gesagt. Er war dafür aber derjenige, der die präzisesten Pässe spielte und den deutschen Angriffen ihren Rhythmus gab. Wurde einmal rustikal gestoppt, weil ihm der Schiedsrichter im Weg stand.

Jonas Hofmann

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(Foto: LEE SMITH/Action Images via Reuters)

Wurde einmal beim Torjubel zurückgepfiffen, weil er einen seiner in Mönchengladbach berühmten Tiefenläufe ausnahmsweise aus dem Abseits startete. Jubelte dann aber noch einmal rechtmäßig, als er mit dem Tor zum 1:0 seine starke Leistung als rechter offensiver Flügelspieler veredelte.

Thomas Müller

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(Foto: Alexander Hassenstein/Getty Images)

Hatte im EM-Achtelfinale gegen England (0:2) noch eine entscheidende Großchance vergeben. Diesmal vergab er wieder eine Chance, doch nicht annähernd so prominent. Und vergleichbar waren die Spiele ja sowieso nicht.

Jamal Musiala

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(Foto: Heiko Becker/Reuters)

In besagtem Achtelfinalspiel 2021 kam er so spät (90.+2), dass es wohl nur Joachim Löw verstand. Spielte diesmal gegen seine alte Heimat England von Beginn an und lieferte viele Gründe, warum das die Regel werden könnte: Dribbelkunst, Tordrang, Spielintelligenz. Bis zu seiner Auswechslung nach 65 Minuten auffälligster deutscher Spieler.

Kai Havertz

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(Foto: Nick Potts/IMAGO/PA Images)

Die Sturmspitze gilt als Problemposition im deutschen Fußball, was wie eine Luxusdebatte anmutet, wenn dort einer der talentiertesten Fußballer des Landes auflaufen kann. Bloß ist das nicht seine Paradeposition, was man etwa im Anschluss an passable Flanken und Steilpässe (siehe David Raum) sah. So wie er versiert auch hohe Pässe in die Spitze empfing, sah man aber auch die Vorzüge der Aufstellung des 1,90 Meter großen Havertz. Zudem war er auch als Vorbereiter am 1:0 beteiligt.

Einwechselspieler

Nach rund einer Stunde kamen Serge Gnabry und Timo Werner, der andere deutsche Mittelstürmer, vor allem versiert im Empfangen von flachen und steilen Pässen. Außerdem kam Leon Goretzka für Thomas Müller. Die schlagzeilenträchtigere Einwechslung war aber jene späte (83.) von Leroy Sané, der nach einer schwachen Leistung gegen Italien einmal mehr für angebliches Phlegma kritisiert worden war. Verpasste bei einem Konter mit einem gescheiterten Querpass auf Werner, es seinen Kritikern einmal mehr zu zeigen.

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