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Tschechien in der WM-Qualifikation:Stürmer wie Schick und Kadlec schrecken die Gegner nicht

Der Vereinsfußball leidet unter geringem Zuschauerzuspruch und regelmäßigen Skandalen. In der vergangenen Saison wurden Schiedsrichter suspendiert, die offensichtlich betrunken ein Erstligaspiel leiteten. Die vorwiegend rechten Ultragruppen machen in den Kurven gegen Flüchtlinge mobil.

Es passt ins Klima, dass jüngst Spieler von Sparta Prag, darunter der Ersatztorwart der Nationalmannschaft, Tomas Koubek, eine Linienrichterin nach einer aus ihrer Sicht groben Fehlentscheidung sexistisch beleidigten ("Frauen gehören an den Herd!"). Die Sanktionen des Verbandes stehen noch aus, aber wenigstens die Strafe des Klubs hatte Charme: Die betroffenen Profis dürfen nun mit der Frauenmannschaft trainieren. Nationalcoach Jarolim bemerkte dazu lediglich: "Um ehrlich zu sein, ich habe keine Zeit, mich darum zu kümmern."

Zum Auftakt der WM-Qualifikation kam seine Auswahl vor nur 10 000 Zuschauern in Prag gegen Nordirland über ein ziemlich dünnes 0:0 nicht hinaus: "Wir schießen einfach keine Tore", klagt Kaderabek. Wo früher Pavel Kuka, Jan Koller oder Milan Baros Schrecken beim Gegner verbreiteten, heißen die Optionen gegen Deutschland nach der Verletzung von Milan Skoda nun Patrik Schick, 20, oder Vaclav Kadlec, 24. Doch diese beiden Angreifer stehen für ein weiteres Problem: Viele durchschnittliche Spieler werden von Beratern zu früh zu Wechseln ins Ausland gedrängt. Schick hat seit Sommer keinen Startelf-Einsatz für Sampdoria Genua absolviert, Kadlec ist nach einem misslungenen Versuch bei Eintracht Frankfurt längst zu Sparta Prag zurückgekehrt.

Playoff-Platz zwei in der Gruppe C hinter Deutschland sei das Ziel auf dem Weg zur WM in Russland, erklärt Kaderabek. Er weiß um die Wichtigkeit eines Siegs im Heimspiel kommenden Dienstag gegen Aserbaidschan. "Wir können aber auch gegen Deutschland überraschen", sagt er. Da klingt aber selbst dieser optimistische Jungprofi, dem Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann eine "außergewöhnliche Siegermentalität" attestiert, eher pflichtschuldig überzeugt.

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