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Deutsche U21 im Duell mit Spanien:Einspielen gegen die Übermacht

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Lange ohne Sieg gegen Spanien: Das letzte Aufeinandertreffen beider Junioren endete mit 1:0 für Spanien bei der EM 2013 in Israel .

(Foto: Getty Images)

Das Freundschaftsspiel der U21-Junioren gegen den Europameister aus Spanien soll zeigen, wo der deutsche Nachwuchs gerade steht. Kurz vor der entscheidenden Phase in der EM-Qualifikation kämpft die Mannschaft von Trainer Horst Hrubesch noch mit einigen Problemen.

Von Julian Beyer

Darauf hat Horst Hrubesch gewartet. Auf ein Spiel gegen einen "hochkarätigen Gegner", wie er selbst sagt. Seine deutsche U21-Nationalmannschaft trifft im Freundschaftsspiel am Dienstagabend (20.30 Uhr) auf Spanien. Kurz vor der entscheidenden Phase in der Qualifikation zur EM 2015 kommt der Test in Palencia für den Trainer gerade recht. Das Spiel gegen den Europameister aus Spanien dient den U21-Junioren als erste richtige Herausforderung. "Nach diesem Spiel wissen wir, wo wir stehen", sagt Hrubesch.

Bisher lässt sich die Leistung seiner Mannschaft nur vorsichtig bewerten. In der EM-Quali stehen die Deutschen nach sechs von acht Spielen ohne Niederlage auf Platz eins ihrer Gruppe. Die Gegner sind mit Montenegro, Irland, Rumänien und den Färöer allerdings allesamt keine Kandidaten zum Fürchten. Lediglich die Rumänen haben 1998 einmal an einer U21-EM teilgenommen, der Rest kennt die Endrunde nur aus dem Fernsehen.

Ein Spiel gegen eine Spitzenmannschaft wie Italien oder die Niederlande hatten die Deutschen lange nicht. Damit Hrubesch seine Mannschaft auf die Europameisterschaft vorbereiten kann, sind Partien gegen solche Kontrahenten aber dringend nötig. Die Spanier sind so ein Gegner - und was für einer.

Länger ungeschlagen als die A-Nationalmannschaft

Die letzte Niederlage der spanischen Junioren liegt ganze drei Jahre zurück. In einem Freundschaftsspiel unterlagen sie am 24. März 2011 gegen den Nachwuchs aus Frankreich mit 2:3. Seit dem sind sie zweimal Europameister geworden - so eine Bilanz schafft noch nicht einmal die A-Nationalmannschaft. Die ist zwar auch zweimaliger Europameister von 2008 und 2012, aber ungeschlagen blieben Xavi, Torres & Co. über einen längeren Zeitraum nur von November 2011 bis Juli 2013.

Die spanischen Jungprofis deuten immer wieder an, dass sich niemand um die Zukunft der Selección sorgen muss. Topverdiener wie Isco von Real Madrid finden sich in der Auswahl gleich reihenweise. Bibbern vor dem großen Gegner aus Spanien müssen die Deutschen aber nicht - ganz im Gegenteil. "Wir werden nicht nach Spanien fahren, um da irgendetwas zu verhindern. Wir versuchen schon von Anfang an, unser Spiel zu machen und das dann auch für uns zu entscheiden", sagt Hrubesch. Zuletzt sprangen in der EM-Quali gegen vermeintlich schwächere Gegner aber nur zwei Unentschieden heraus. "Ich hätte die beiden Spiele ganz gerne gewonnen, was ja auch möglich war. Aber im Großen und Ganzen bin ich mit der Qualifikation zufrieden", findet Hrubesch.

Er glaubt aber auch, dass seine Mannschaft ein Problem hat: Der deutschen U21 fehlt es an gemeinsamer Zeit, die Teamfindung gestaltet sich schwierig. Das Team ist noch nicht richtig eingegroovt, es fehlt ein eingeschworener Kern. Nur drei Profis haben bisher alle Qualifikationsspiele mitgemacht: Leonardo Bittencourt von Hannover 96, Philipp Hofmann vom FC Ingolstadt und Amin Younes aus Gladbach. Der Rest war größtenteils nur in der Hälfte der Spiele dabei.

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