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Deutsche Nationalmannschaft:Petersen und Brandt ohne große Wirkung

Aber beim DFB versuchte kaum einer, die Erklärungsmuster anzuwenden, die auf der Straße lagen. "Wenn wir so spielen, haben wir in Russland keine Chance", sagte Löw. Wissend, dass seine Mannschaft so kaum nochmal auftreten wird. Er muss jetzt aber erstmal vier Kandidaten aus seinem Kader streichen.

Zwei dieser möglichen Streichkandidaten spielten von Beginn an, Julian Brandt auf der Außenbahn, Nils Petersen in seinem ersten Länderspiel im Sturmzentrum. Brandt erwischte noch die bessere Partie, spielte uneigennütziger als sein Gegenüber Leroy Sané und hatte auch eine sehr gute Torchance, Petersen wirkte ziemlich verloren, was aber zum Großteil nicht seine Schuld war - nach dem Spiel standen dann beide vor den Mikrofonen und mussten erklären, wie sie sich fühlen und ob sie denken, dass sie gestrichen werden.

"Ich weiß, dass ich einer der Wackelkandidaten bin", sagte Petersen dann auch und dass er nun eben den Montag abwarten wird. Sein großer Vorteil könnte sein: Löw hat nur noch Werner und Gomez als echte Stürmer. Im Gegensatz zu der rechten Bahn, wo Julian Brandt spielt. "Ich gehe da, weil auch meine Name oft genannt wird [wenn es um die Streichkandidaten geht, Anm.], sehr gut mit um und bin gespannt."

DFB-Team in der Einzelkritik

Süle spielt Rettungsboje

Als sicherster Kandidat für eine vorzeitige Abreise gilt der Leverkusener Jonathan Tah, der als Backup für Jérôme Boateng eingeplant war und nun wohl nicht mehr gebraucht wird, weil Boateng fit wird. Dann trifft es einen Torhüter - Bernd Leno oder Kevin Trapp - und noch zwei weitere. Neben Brandt und Petersen könnte auch Sebastian Rudy noch zittern. Der spielte bei Bayern unter Jupp Heynckes im Saison-Endspurt nur noch wenig und agierte auch gegen Österreich, nachdem er für Sami Khedira eingewechselt wurde, eher unglücklich. Matthias Ginter genießt bei Löw hohe Wertschätzung, Marvin Plattenhardt wird als Backup für die linke Seite benötigt.

Bevor Löw und sein Team entscheiden müssen, wer geht, kommt Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Besuch. Das Programm: Essen mit der Kanzlerin, Rede der Kanzlerin an die Mannschaft, Fragen der Mannschaft an die Kanzlerin und dann fällt die Entscheidung für den WM-Kader. Das Österreich-Spiel wird spätestens nach dem nächsten Test gegen Saudi-Arabien am Freitag in Leverkusen aus den Köpfen sein - in Österreich werden sie sich noch ein bisschen länger daran erinnern.