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Deutsche Nationalelf besiegt Ecuador:Nach der Halbzeit wie ausgewechselt

Bis zur Halbzeit kam Ecuador jedoch besser ins Spiel, die deutsche Abwehr leistete sich ein paar Schnitzer. Erst musste René Adler einen Kullerball annehmen, dann leitete er einen Schuss an die Latte weiter - und schließlich musste der HSV-Keeper die Kugel sogar aus dem Netz holen. Antonio Valencia von Manchester United behielt in der 44. Minute im Getümmel den Überblick und schoss unerreichbar ins rechte Eck. Es stand nur noch 4:1.

Auch nach der Pause hatte Ecuador die besseren Möglichkeiten, wenn auch keine zwingenden. Wurde es brenzlig, war Adler zur Stelle - so als hätten ihn die Weltklasseparaden von Manuel Neuer und Roman Weidenfeller beim Champions-League-Finale inspiriert. In der 56. Minute musste Julian Draxler mit Schmerzen am Fuß vom Platz, Aaron Hunt kam zu seinem dritten Länderspiel. Für Neustädter durfte Stefan Reinartz das zweite Mal im Nationalelf-Trikot auf den Platz. Für Sam kam schließlich in der 68. Minute der erfahrenere André Schürrle.

Schwung ins Team brachten auch sie nicht mehr. Stattdessen wurde Adler immer wieder gefordert. Der Freistoß von Walter Ayovi aus etwa 30 Metern überraschte ihn tatsächlich noch: Die deutsche Mauer ließ den Ball passieren, der Schlussmann zögerte zu lange und konnte das 2:4 nicht mehr verhindern.

Kurz bevor Nicolai Müller in der 89. Minute sein Nationalelf-Debüt feiern durfte, stürmte ein Flitzer aufs Spielfeld und schüttelte Lars Bender anerkennend die Hand. Ob Löw auch mit dem Testspiel zufrieden war? Ob er Beobachtungen mitnehmen konnte? Zumindest diese: Auch eine Verlegenheitself kann Tore schießen.

© Süddeutsche.de/ebc
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