Deutsche Handballer vor den WM-Playoffs:"Das war mangelnde Präsenz in der Abwehr"

Lesezeit: 3 min

Doch 15 Gegentore in den letzten 20 Minuten sind "eindeutig zu viel", befand auch Heuberger. Er hatte zwischenzeitlich auf eine 5-1-Abwehr umgestellt, mit Kraus als offensiver Spitze, wechselte dann jedoch schnell wieder zur 6-0-Formation zurück. Trotzdem gelang es nicht, die starke rechte Seite der Norweger zu kontrollieren. Insbesondere Eivind Tangen, der siebenmal traf, konnte werfen, wie er wollte. "Das darf uns natürlich nicht passieren, egal in welcher Aufstellung", echauffierte sich Kraus bei Sport1.

Das deutsche Team ist nicht gerade auf dem Höhepunkt seiner kreativen Schaffenskraft, also muss es sich über eine gute Organisation in der Abwehr und der nötigen Aggressivität in die Spiele hineinfighten. Das war zuletzt stets der Schlüssel für die besseren deutschen Auftritte, etwa im vergangenen November beim Handball-Supercup in Hamburg, als das DHB-Team die Polen besiegen konnte.

Mit einer Einstellung wie gegen Norwegen wird es diesmal schwer. "Das war mangelnde Präsenz in der Abwehr", sagte der Bundestrainer. Gegen einen starken Gegner habe sein Team "zurecht verloren". Auch Kraus, der selbst zweimal traf und mit Kneule um die Position des Mittelmanns in der Start-Sieben ringt, sagte: "Wir sind gut beraten, wenn gegen die Polen die Abstimmung besser passt."

Am Samstag im Playoff-Hinspiel kommt eine weitere Unwägbarkeit hinzu, auf die sich das Team kaum vorbereiten kann. Die deutsche Mannschaft hat seit sehr langer Zeit kein so genanntes "Stressspiel" mehr absolviert. Wenn es um alles geht, auf Nuancen ankommt, auch in hektischen Momenten Ruhe nötig ist - und der gewinnt, der am Ende klügere Entscheidungen trifft.

Die Polen hatten solche Spiele, zuletzt im Januar bei der EM in Dänemark, als das Team Russland (in der Vorrunde) und Weißrussland (in der Hauptrunde) knapp besiegte. Dort war Deutschland bekanntlich gar nicht erst qualifiziert.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB