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Deutsche Halbfinalistinnen in Wimbledon:Cilly, Steffi und die Biene

Erstmals stand 1930 eine deutsche Tennisspielerin im Halbfinale von Wimbledon, nun zieht Sabine Lisicki zum zweiten Mal in die Vorschlussrunde ein. Dazwischen war immer und immer wieder Steffi Graf. Eine Übersicht der sechs deutschen Halbfinalistinnen an der Church Road.

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Erstmals stand 1930 eine deutsche Tennisspielerin im Halbfinale von Wimbledon, nun zieht Sabine Lisicki zum zweiten Mal in die Vorschlussrunde ein. Dazwischen war immer und immer wieder Steffi Graf. Eine Übersicht der sechs deutschen Halbfinalistinnen an der Church Road.

Text: Lisa Sonnabend

Es ist vollbracht: Nach Siegen gegen Serena Williams und Kaia Kanepi hat Sabine Lisicki zum zweiten Mal das Halbfinale von Wimbledon erreicht. Sie ist erst die sechste deutsche Tennisspielerin, der das in der 136-jährigen Turniergeschichte gelingt.

Cilly Aussem

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1877 wurden die Lawn Tennis Championships das erste Mal ausgetragen. Zunächst durften jedoch nur Männer mitspielen - und so dauerte es bis zum Jahr 1930, bis es erstmals eine deutsche Tennisspielerin bis ins Halbfinale schaffte. Die Kölnerin Cilly Aussem verlor allerdings, da sie verletzungsbedingt aufgeben musste. Ein Jahr später lief es besser.

Cilly Aussem

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Aussem zog 1931 ins Finale ein - und gewann. Die Kölnerin hatte Glück, dass die mehrfache Siegerin Helen Wills-Moody in diesem Jahr nicht antreten konnte. Neben Steffi Graf ist Aussem die einzige deutsche Spielerin, die in Wimbledon triumphieren konnte.

German Final

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Das Endspiel 1931 war das bislang einzige rein deutsche Wimbledon-Frauen-Finale. Aussem (links) bezwang Hilde Krahwinkel aus Essen mit 6:2 und 7:5. 1933 schnitt Krahwinkel erneut gut ab: Sie schaffte es ins Halbfinale. 1936 erreichte Krahwinkel, die nach ihrer Hochzeit Hilde Sperling hieß, sogar noch einmal das Finale. Dort unterlag sie Helen Jacobs in drei Sätzen. Später bekam sie keine Gelegenheit mehr, als zweite deutsche Wimbledon-Siegerin in die Geschichte einzugehen, und blieb dadurch im Schatten von Aussem.

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Es vergingen 46 Jahre, bis es wieder eine deutsche Tennisspielerin ins Halbfinale schaffte. Bettina Bunge, die in der Schweiz geboren wurde und in Peru aufwuchs, verlor dort allerdings gegen Martina Navratilova. Die 1982 noch für die Tschechoslowakei startende Navratilova gewann anschließend nach einem Erfolg gegen Chris Evert-Lloyd zum dritten Mal das Turnier. Sechs weitere Titel sollten folgen.

Steffi Graf

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1987 war Martina Navratilova dann auch eine Nummer zu groß für die junge Steffi Graf. Nachdem die 18-Jährige aus Brühl im Halbfinale noch Pam Shriver deklassiert hatte, verlor sie das Endspiel gegen Navratilova mit 5:7 und 3:6. Bei einem Sieg hätte Graf erstmals die Weltranglistenposition eins erobert, so blieb Navratilova an der Spitze. Noch.

Wimbledon Lawn Tennis Championship

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Schon das Jahr darauf nahm Graf, mittlerweile Weltranglistenerste, Revanche: Sie gewann das Finale gegen Navratilova  mit 5:7, 6:2 und 6:1 - und kürte sich zur zweiten deutschen Wimbledonsiegerin. 1989 kam es erneut zum Finale gegen Navratilova, auch diesmal gewann Graf. 1990 musste die Brühlerin sich dann im Halbfinale geschagen geben - etwas überraschend gegen Zina Garrison. Die Siegerin im Endspiel hieß erneut Navratilova, es war ihr neunter und letzter Titel.

Steffi Graf

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In den Folgejahren kam Graf noch sechs Mal ins Finale - und gewann davon fünf Partien. 1991 gegen Gabriela Sabatini, 1992 (im Bild) gegen Monica Seles, 1993 gegen Jana Novotna, 1995 und 1996 gegen Arantxa Sánchez-Vicario. Nur 1999 verlor sie:

Steffi Graf

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Bei ihrem letzten Wimbledon-Finale 1999 unterlag Graf mit 4:6 und 5:7 gegen Lindsay Davenport. Wenige Wochen später erklärte die Deutsche ihren Rücktritt. Die beeindruckende Wimbledon-Bilanz: Zwischen 1987 und 1999 erreichte sie jedes Mal bis auf 1994 (Erstrundenniederlage gegen Lori McNeil) mindestens das Halbfinale.

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Zwölf Jahre vergingen, ehe es erneut eine deutsche Spielerin bis ins Halbfinale an der Church Road schaffte. Mit ihren druckvollen Grundlinienschlägen und dem starken Aufschlag erspielte sich Sabine Lisicki die Herzen der Briten und kam bis unter die letzten vier - wo sie allerdings in zwei Sätzen an Maria Scharapowa scheiterte.

The Championships - Wimbledon 2012: Day Ten

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Im Folgejahr hatte Lisicki erneut die Chance, ins Halbfinale einzuziehen: Doch ihre Gegnerin Angelique Kerber war zu stark. Kerber ist die sechste deutsche Tennisspielerin, die es in die Vorschlussrunde schaffte. In diesem Jahr steht nun wieder Lisicki unter den letzten vier. Ihre Gegnerin am 4. Juli 2013: Agnieszka Radwanska aus Polen.

© SZ.de/rus
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