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Der Sonntag in Sotschi:Alles schaut auf Erik Lesser

Silver medallist Germany's Lesser cups a hand around his ear to hear applause during victory ceremony for men's biathlon 20km individual event at 2014 Sochi Winter Olympics

Gibt es bald die zweite Medaille für Erik Lesser? Der deutsche Biathlet bei der Medaillenzeremonie mit Silber in der Einzeldisziplin über 20 Kilometer.

(Foto: REUTERS)

Nach Silber im Einzellauf könnte Biathlet Erik Lesser auch im Massenstart absahnen. Claudia Pechstein will gegen Ireen Wüst die Revanche im Eisschnelllauf. Die deutschen Zweierbobs nehmen die Rodler zum Vorbild - und setzen auf Gold. Die Tagesvorschau auf den Sonntag.

Von Julian Beyer

Super-G, Finale: Einen Tag nach den Damen sind die Männer im Super-G dran. Zu den Top-Fahrern zählen Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich, der Kroate Ivica Kostelic, Aksel Lund Svindal aus Norwegen und Christof Innerhofer. Der Italiener ist neben Mayer bisher die große Überaschung in Sotschi. Seine Weltcup-Saison verlief eher mäßig - bei Olympia sprangen jetzt Bronze in der Super-Kombination und Silber in der Abfahrt für ihn raus. Fehlt also nur noch Gold. Deutsche Fahrer sind nicht dabei. Die Piste im Rosa Chutor Alpine Center wird um 8 Uhr freigegeben - dann dürfen sich in Deutschland alle Frühaufsteher vor dem Fernseher auf ein spannendes Rennen freuen.

Boardercross, Finale der Frauen: "Lucky Lindsey" trifft auf "Mighty Mouse". Die Snowboarderinnen Lindsey Jacobellis aus den USA und Maelle Ricker aus Kanada machen das Finale im Cross um 10.50 Uhr zum nordamerikanischen Duell. Als Olympiasiegerin von 2010 und Weltmeisterin hat Ricker die Nase vorn. Torah Bright aus Australien hat nach Gold in der Halfpipe auch in dieser Disziplin Chancen, auf dem Treppchen zu laden. Aus Deutschland fährt niemand mit.

Langlauf, Finale der Staffel: Die Deutschen wollen eine Medaille. "Mit den Mannschaftskollegen auf dem Podest zu stehen, ist mit das Größte", sagt Axel Teichmann vor dem Start über viermal zehn Kilometer. Ab 11 Uhr müssen die Langläufer um Teichmann, Hannes Dotzler, Jens Filbrich und Tobias Angerer sich aber richtig reinhängen. Die drei Routiniers Teichmann, Angerer und Filbrich, die nach der Saison dem Leistungssport Ade sagen, haben noch nie gemeinsam eine Staffel-Medaille geholt. "Man hat ja bei den Damen gesehen, dass alles möglich ist", sagt Bundestrainer Frank Ullrich, "wir wollen aber nicht von einer Medaille reden." Die Norweger stellen unter anderem mit dem Sprint-Goldgewinner Ola Vigen Hattestad ein starkes Team. Schweden und Russland sind ebenfalls favorisiert.

Eisschnelllauf, Finale über 1500 Meter: Deutschland gegen die Niederlande. Pechstein gegen Wüst. Am vergangenen Sonntag musste sich Claudia Pechstein über 3000 Meter mit den vierten Platz geschlagen geben - Ireen Wüst wurde Erste. Eine Woche später will die Berlinerin den Spieß umdrehen. Um 15 Uhr geht es in der Alder Arena los. Neben Pechstein und Wüst sind auch die Niederländerin Lotte van Beek und US-Ahtletin Brittany Bow Kandidaten für den Titel. Für Deutschland starten außerdem Monique Angermüller und Gabriele Hirschbichler.

Biathlon, Finale im Massenstart: Folgt im Massenstart über 15 Kilometer die nächste Medaille für Erik Lesser? Der Deutsche überraschte am Donnerstag in der Einzeldisziplin über 20 Kilometer mit Silber hinter Martin Fourcade aus Frankreich. Der Franzose bleibt auch im Massenstart der Favorit. Lesser hat mit der Medaille im Rücken ebenfalls Chancen aufs Treppchen, bleibt aber bescheiden: "Meine Erwartungen sind durch die Silbermedaille nicht gestiegen. Ich werde die Top zehn anpeilen", sagte er. Der Startschuss fällt um 16 Uhr.

Curling, Vorrunde: Für die Männer stehen im Ice Cube Curling Center die Spieltage zehn und elf an. Um 9 Uhr treffen unter anderem Großbritannien und Norwegen aufeinander. Das deutsche Curling-Team spielt um 16 Uhr gegen Dänemark. Die Frauen spielen ab 11 Uhr unter anderem in der Partie Schweden gegen Russland. Die deutschen Männer haben mittlerweile immerhin einen Sieg geholt (8:7 gegen die Schweiz), das Halbfinale haben sie allerdings verpasst.

Eishockey, Vorrunde: Für die deutschen Frauen steht einiges auf dem Spiel. Wenn die Mannschaft um 9 Uhr gegen den Sieger der Partie Schweden gegen Finnland verliert, droht sie aus der Sportförderung der Bundeswehr zu fallen. Auch der Geldhahn des Deutschen Olympischen Sportbundes würde etwas zugedreht. "Dann müsste ich wohl Babysitten, um ein bisschen Geld zu verdienen", sagt Spielerin Manuela Anwander. Bei den Männern trifft unter anderem die USA auf Slowenien (13.30 Uhr) und Finnland auf Kanada (18 Uhr).

Eiskunstlauf, Kurztanz: In der Disziplin Eistanz haben die Deutschen Meister, Nelli Zhiganshina und Alexander Gazsi aus Oberstdorf, eine gute Startnummer erwischt. An Stelle 17 von 24 gehen sie aufs Eis. Direkt nach ihnen kommen die Olympiasieger von 2010 Tessa Virtue und Scott Moir aus Kanada. Das zweite deutsche Paar, Tanja Kolbe und Stefano Caruso, startet von Position vier. Los geht es im Iceberg Skating Palace um 16 Uhr. Die Entscheidung fällt aber erst am Montag im freien Tanz.

Zweierbob, 1. und 2. Lauf: Die Attraktion auf der Bobbahn ist der Zweierbob aus Jamaika. Zum fünften Mal haben sich die Jamaikaner für Olympia qualifiziert. Ab 17.15 Uhr legt der "Jambob" mit Winston Watt los. Für Deutschland starten gleich drei Zweierbobs. "Der Idealfall wäre natürlich ein Dreifachsieg", sagte Cheftrainer Christoph Langen. Mit Zweierbob-Weltmeister Francesco Friedrich, Maximilian Arndt und Thomas Florschütz sind drei Piloten mit Medaillenchancen im Bobkanal unterwegs. Friedrich setzte im Training eine erste Duftmarke und landete hinter den Russen Alexander Subkow und Alexander Kasjanow auf Rang drei.

© SZ.de/dpa/sid/yer/yer

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