bedeckt München -2°

Der FC Bayern vor dem Finale:Mia san Dortmund

Was zu der Frage führt, die sich auf dieser Welt und speziell in der Welt an der Säbener Straße derzeit alle stellen: Wie kann es sein, dass der FC Bayern in der heimischen, kleinen Welt fünf Mal gegen Dortmund verliert, aber in der großen, weiten Welt hoch verdient gegen Real Madrid weiterkommt und jetzt vielleicht sogar den größten Titel im Vereinsfußball gewinnt?

144564446

Mittelfeldspieler Ribéry: Nicht immer Mount Everest

(Foto: AFP)

Die Antwort könnte sein, dass der FC Bayern einzigartig ist. Während anderswo diese modern gebauten Teams meistens ein Abbild ihrer Trainer sind, während sie ihnen zum Teil wie einem Guru an den Lippen hängen (Dortmund), ist die Münchner Mannschaft schon immer und immer noch ein Abbild des Vereins. Der FC Bayern spielt keinen Trainerfußball, er spielt Vereinsfußball.

Und zum Verein gehört es seit der aktiven Zeit des Rostbratwurstbarons, sich über die höchste Ebene zu definieren. Der FC Bayern ist und bleibt eine Flutlicht-Elf, erfunden für die großen Bühnen, nicht fürs Hinterzimmertheater. Der FC Bayern steigt leichter auf den Mount Everest als auf den Fröttmaninger Berg (stadionnahe Erhebung auf einer 75 m hohen ehemaligen Mülldeponie).

So gesehen ist auch der 2012er-Jahrgang eine durch und durch bajuwarische Elf, trotz oder wegen der zuagroasten Primadonnen aus Holland und Frankreich. Wer Franck Ribérys defensive Lauflust im Pokalfinale gegen Dortmund mit jener im Champions-League-Halbfinale in Madrid verglich, erkannte schnell, dass hier ein Spieler feine Unterschiede macht.

Gegen Real quälte sich Ribéry, als wolle er den Mount Everest bezwingen. Gegen Dortmund lag das Engagement ungefähr auf Zugspitzenniveau. Und wenn sie in Freiburg oder Mainz spielen, nähert sich der Arbeitseifer mitunter dem Fröttmaninger-Berg-Bereich.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema