bedeckt München 14°

FC Bayern in der Einzelkritik:Applaus für Schweinsteiger

Bayerns Co-Kapitän darf nach langer Verletzungspause endlich wieder mitspielen, Dante erwischt fast einen Fotografen und erzielt erneut ein Kopfballtor und Toni Kroos besteht erfolgreich eine Psycho-Probe von Trainer Pep Guardiola. Der FC Bayern beim 5:0 in Hamburg in der Einzelkritik.

Von Saskia Aleythe, Hamburg

1 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Manuel Neuer

1. FC Nuernberg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Bayerns Co-Kapitän darf nach langer Verletzungspause endlich wieder mitspielen, Dante erwischt fast einen Fotografen und erzielt erneut ein Kopfballtor und Toni Kroos besteht erfolgreich eine Psycho-Probe von Trainer Pep Guardiola. Der FC Bayern beim 5:0 in Hamburg in der Einzelkritik.

Manuel Neuer: Zeigte knackige Paraden im Spiel gegen Nürnberg und bekam die seltene Gelegenheit zur Leistungskontrolle. Konnte sich in Hamburg nicht mal mit Frieren von der Langeweile ablenken - ein eher laues Lüftchen wehte durch die Arena. War mit Gedanken vielleicht in südlichen Gefilden bei Cocktails mit Ananasscheibchen, hätte sich auf jeden Fall eine Hängematte lümmeln können während seine Kollegen vorne den Ball laufen ließen. Hatte nicht viel mehr als vier Ballkontakte - kein Abend für bemerkenswerte Paraden.

2 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Rafinha

Bayern Munich's Dante is congratulated by his team mates after scoring during their quarter-final German soccer cup (DFB-Pokal) match in Hamburg

Quelle: REUTERS

Rafinha: Erlebt derzeit märchenhafte Momente, wurde nämlich nach sechs Jahren wieder in die brasilianische Nationalmannschaft berufen. Definitiv ein Ergebnis des Vertrauens von Pep Guardiola. Spielte aufgeweckt mit, plumpste auch gewohnt routiniert auf den Rasen. Konnte aus Mangel an Gelegenheiten nicht unterstreichen, dass er zurecht für Brasiliens Test gegen Südafrika ausgesucht wurde. Probierte sich aber tapfer daran.

3 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Dante

Hamburger SV - Bayern München

Quelle: dpa

Dante: Sorgte für aufregende Oje-Momente in den vergangenen Partien, die bemerkenswerterweise nie zur Katastrophe führten. Erwischte beim Aufwärmen fast einen Fotografen von hinten, wusste sich wie so oft noch aus der Misere zu manövrieren. Warf nach zehn Minuten auch mal den Wuschelkopf in einen Ball der Hamburger. Stakste nach einer Ecke von Kroos nach 20 Minuten wie ein angepiekstes Gnu durch den Strafraum der Hamburger und nickte den Ball zum 2:0 ins Netz. Hatte mehr stabile Momente als in den letzten Wochen.

4 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Jerome Boateng

Borussia Mönchengladbach - FC Bayern München

Quelle: dpa

Jerome Boateng: Zuletzt verlässlich wie ein Türsteher einer Nobeldiskothek. Ließ Calhanoglu aus Höflichkeit zu Beginn mal die Mittellinie überqueren, stoppte ihn aber noch bevor Matthias Sammer den Zeigefinger heben konnte. Arbeitete ab und an am Adjektiv "proaktiv" mit, sorgte mit langem Ball auf Robben oder als einlaufender Mittelmann für offensive Impulse. Kam ein wenig konfus aus der Kabine und musste für Martínez weichen.

(Archivbild)

5 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:David Alaba

Hamburger SV v Bayern Muenchen - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

David Alaba: Als gscheiter Österreicher derzeit im totalen Olympiafieber. Empfahl Abfahrtssieger Matthias Mayer, bei den Feierlichkeiten "nix auszulassen". Konnte selbst gegen Hamburg seine Stärken nicht ganz ausspielen, leidet ja mitunter an der Abwesenheit seiner zweiten Gehirnhälfte namens Ribéry. Auffälligster Moment: Versuchte sich in der 35. Minute an der Provokation eines Strafstoßes, kippte aber zu harmlos nach vorne um.

6 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Philipp Lahm

Hamburger SV - Bayern München

Quelle: dpa

Philipp Lahm: Hat trotz Umschulung auf Mittelfeld-Wirbler noch nichts von seiner Aura in der Abwehr verloren. Konnte im Verbund mit Rafinha und Martínez durch seine bloße Anwesenheit in der zweiten Hälfte Arslan zum Fehlpass verleiten. War bis dahin der routinierte Ballzirkler, versuchte sich auch selbst an Torschüssen. Muss allerdings noch an seiner Aura als torgefährlicher Angreifer arbeiten. Machte nach 65 Minuten Platz für Rückkehrer Schweinsteiger.

7 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Toni Kroos

-

Quelle: AFP

Toni Kroos: Neuestes Psychologie-Experiment von Pep Guardiola, wurde zwei Spiele auf die Bank versetzt und nun wieder ins Team gestreichelt. Zeigte in Hamburg anfangs großes Sicherheitsbedürfnis, aber wenig Kreativität. Bediente den zappeligen Dante zum 2:0 per Eckball. Kam aus der Pause, als hätte ihm Psychologe Guardiola in der Kabine einen Zauberspruch eingeflüstert, packte einen perfekten langen Ball auf Robben aus. Wurde später durch Robben mit einer schönen Volley-Brust-Vorlage belohnt, donnerte den Ball aber weit am Tor vorbei.

8 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Thiago

Hamburger SV v Bayern Muenchen - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

Thiago: Legte sich kurz vor dem Halbzeitpfiff den Ball vorm Strafraum auf den Fuß und drosch auch mal selbst aufs Tor - allerdings deutlich drüber. Wirkte als souveräner Ballverteiler mit Blick für die Spitze. Hob sich Glanzmomente für einen stärkeren Gegner auf.

9 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Götze

Hamburger SV v Bayern Muenchen - DFB Cup

Quelle: Oliver Hardt/Getty Images

Mario Götze: Haupt-Anlupfstation im Spiel der Bayern. Nahm alles an, was ihm um die Ohren flog, rollte in der 22. Minute wie auf Schienen parallel zur Torauslinie in den Strafraum der Hamburgern ein und legte Mandzukic die Führung auf den Fuß. Las das Spiel wie Guardiola hin und wieder seinem Team die Leviten, stand auch in passiven Momenten goldrichtig. Versorgte Mandzukic mit gelupfter Flanke und bereitete so das 4:0 vor.

10 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Arjen Robben

Hamburger SV v Bayern Muenchen - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

Arjen Robben: Spazierte mit seinem Einlaufkind kurz vor HSV-Maskottchen Dino ein, präsentierte dabei die blaueren und sportlicheren Knie. Machte dann keinen Hehl daraus, dass er denn Kick gegen den HSV als Übungseinheit empfand. Spielte trickreich sämtliche Varianten durch, mit dem Ball in Tornähe zu kommen, zum Ende der ersten Einheit vor allem in Eigenregie. Mit gewisser Schamlosigkeit schickte er kurz vom Halbzeitpfiff den Ball Richtung René Adler, der so leicht dann doch nicht zu überwinden war. Nach der Pause glückte ihm das 3:0, mit viel Eleganz: Annahme mit der Brust, Drehung, Tor. Wurde immer verspielter und leitete das 4:0 mit einem weitsichtigen Pass auf Götze ein.

11 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Mario Mandzukic

Hamburger SV - Bayern München

Quelle: dpa

Mario Mandzukic: Paradebeispiel fürs Lektionenlernen. Ist aus den Tagen der bitteren Abneigung von Guardiola erstarkt hervorgegangen. Ein Tor gegen Nürnberg, eins vorbereitet. Stand beim 1:0 da, wo ein Strafraumstürmer nunmal so rumläuft: genau richtig. Wollte danach seine Vorbereiterstatistik aufhübschen, spielte den zentral einsausenden Rafinha mal von links, mal von rechts an. Hatte danach gute Gelegenheiten, seinen Wert im Team zu unterstreichen, blieb aber im Abschluss lange zu harmlos für Adler. Lernte daraus und schoss Tor Nummer vier und fünf.

12 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Javier Martinez

Bayern Muenchen v Hertha BSC - Bundesliga

Quelle: Bongarts/Getty Images

Javier Martinez: Lief in der 49. Minute für Boateng aufs Feld, kam aber nicht mehr wirklich in die Partie. Oft ein wenig zu spät am Ball, auch mal mit magerem Pass. Überließ seinen Kollegen das Spiel.

13 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Bastian Schweinsteiger

SC Freiburg - FC Bayern München

Quelle: dpa

Bastian Schweinsteiger: Durfte wie sein alter Kollege Mario Gomez in Florenz nach langer Verletzung wieder auf der Mannschaftsbank dabei sein. "Der Basti braucht Zeit", hatte Guardiola noch vor der Partie gesagt - 25 Minuten traute er ihm dann aber doch zu. Lief unter Applaus in der 65. Minute aufs Feld und übernahm von Lahm die Kapitänsbinde. Fügte sich ins Mannschaftsbild ein, wäre kurz vorm Schlusspfiff fast noch zum 6:0 gekommen - war dafür aber etwas zu langsam.

14 / 14

FC Bayern in der Einzelkritik:Xherdan Shaqiri

Bayern Muenchen - Training Session

Quelle: Bongarts/Getty Images

Xherdan Shaqiri: Ersetzte in der 64. Minute Thiago. Nur einmal in gewohnter ´Pitbull-Manier, pfefferte dabei den Ball allerdings von der linken Strafraumseite undefinierbar vorbei am Tor. Schwitzte locker aus.

© SZ.de/jbe
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema