Dennis Schröder in der NBA:"Ich spiele jeden Abend gegen die besten Aufbauspieler"

Die Hawks haben vor Saisonbeginn auch Center Dwight Howard verpflichtet. Der hatte sich früher mal den Namen "Superman" verpasst, nach durchwachsenen Spielzeiten in Houston verwendet er nun lieber die Initialen-Rückennummer-Kombination. DS17 und D8 sollen die Hawks in dieser Spielzeit in die Playoffs und irgendwann in die NBA-Finalserie führen - der Kader jedenfalls gehört zu den spannenderen in der Eastern Conference.

In den ersten Partien funktionierte das Zusammenspiel bei den Hawks herausragend: Howard stellte einen Block für Schröder, der dribbelte um Howard und schloss entweder selbst ab oder passte auf den zum Korb geeilten Howard oder den an der Drei-Punkte-Linie lauernden Korver. Natürlich gefiel das einem Typen wie Howard, wenn der Aufbauspieler nicht wie bei seinen früheren Vereinen Lakers (Kobe Bryant) oder Rockets (James Harden) am liebsten selbst wirft, sondern eifrig nach ihm sucht.

Mittlerweile jedoch haben sich die Gegner auf diesen Pick and Roll-Spielzug eingestellt. Außerdem will Howard den Ball dann doch lieber bequem unter dem Korb haben, ohne davor einen Block stellen zu müssen. Die Hawks haben sechs ihrer vergangenen sieben Spiele verloren, die 100:105-Niederlage bei den Golden State Warriors am Montag steht symbolisch für Schröders Saison bislang: Er erzielte 24 Punkte und verteidigte herausragend gegen Steph Curry.

43 Sekunden vor dem Ende jedoch wurde er geblockt, zudem erlaubte er Curry sechs Punkte in den letzten vier Minuten. Schröder sagt über solche Begegnungen: "Man darf bitte nicht vergessen: Es ist meine erste Saison als Stammspieler - und ich spiele nun jeden Abend gegen die besten Aufbauspieler der Welt."

Schröder soll diese Mannschaft führen, derzeit wirkt er bisweilen wie ein Dirigent, der von den Musikern mitgeteilt bekommt, wie er den Stab zu schwingen hat. Er sieht häufig zu Howard und Korver oder zu Trainer Mike Budenholzer - so als wolle er sichergehen, gerade keinen Fehler gemacht zu haben. Meist bekommt er ein aufmunterndes Nicken, bisweilen aber auch einen Anpfiff wie von Budenholzer während der Partie in Los Angeles.

Schröder ist ein Starter in der besten Basketballliga der Welt geworden, er strebt nun den Starstatus an. Ein Profisportler bekommt dauernd mitgeteilt, wie er sich verhalten und woran er arbeiten muss. Schröders Art wird bisweilen als arrogant und beratungsresistent interpretiert. Wer sich mit ihm unterhält, der bemerkt aber, dass er lediglich aus dem Vielklang der Ratschläge jene sortiert, die er für hilfreich hält: die von Korver, Budenholzer und nun auch Howard. "Ich muss in vielen Bereichen besser werden", sagt er und fügt hinzu: "Das werde ich auch."

© SZ vom 30.11.2016/jbe
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