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Dennis Schröder in der NBA:DS17 ist jetzt Dirigent

Dennis Schroder, George Hill, Dwight Howard

Seit dieser Saison ist "DS17" Stammspieler bei den Atlanta Hawks.

(Foto: AP)

Dennis Schröder hat sich zum Stammspieler in der besten Basketballliga der Welt entwickelt - auch wenn ihn in der NBA einige für beratungsresistent halten.

Von Jürgen Schmieder, Los Angeles

Dennis Schröder wird in den USA schon lange nicht mehr Dennis Schröder genannt. Die Amerikaner tun sich mit der Aussprache des Nachnamens so schwer wie deutsche TV-Reporter mit Fußballern aus Island. Zudem verpassen sie in diesem Land jedem Sportler einen Spitznamen - notfalls werden die Initialen mit der Rückennummer kombiniert wie bei Chris Paul (CP3), Kristaps Porzingis (KP6) oder Dwight Howard (einst D12, nun D8). Schröder heißt also DS17, er ist stolz darauf und trägt diesen Namen schon mal als helle Farbe in den dunklen Haaren oder als goldene Kette um den Hals. Sein Restaurant in Atlanta heißt: The DS17 Lounge.

Seit dieser Saison ist DS17 Stammspieler bei den Atlanta Hawks, der Verein hat den Vertrag mit dem deutschen Aufbauspieler zudem für insgesamt 70 Millionen Dollar Gehalt um vier Jahre verlängert. "Das ist doch Wahnsinn, dass man mit seinem Hobby so viel Geld verdienen und für seine Familie sorgen kann", sagt Schröder am Sonntagabend nach der Niederlage bei den Los Angeles Lakers: "Ich habe finanziell alles, was ich brauche - ich glaube aber nicht, dass ich mich deshalb verändert habe. Ich hänge noch immer mit den gleichen Jungs ab, meine Familie ist immer noch bei mir. Was sich verändert hat, das sind die Ziele."

Die Hawks haben Schröder, 23, vor drei Jahren als 17. Spieler seines Jahrgangs gewählt und nach wenigen Wochen in die kalifornische Provinz geschickt. Wer ihn damals in dieser muffeligen Halle in Bakersfield erlebt hat und ihn nun in dieser prächtigen Umkleidekabine im Staples Center von Los Angeles trifft, der bemerkt tatsächlich: Sie mögen ihn vielleicht DS17 nennen in der nordamerikanischen Profiliga NBA, sie mögen ihm nun viele Millionen Dollar bezahlen, doch verändert hat sich dieser Typ wirklich nicht.

Was einem wie vor drei Jahren auffällt, das ist diese bei Profisportlern nicht mal so seltene Mischung aus vorsichtiger Schüchternheit und grenzenlosem Selbstbewusstsein. Schröder sieht oft nach unten, er spricht extrem leise - ganz so, als wäre ihm das alles immer auch ein wenig peinlich, was er da sagt. Es sind große Begriffe, die er bei der Beschreibung seiner Ziele verwendet: "All-Star-Spiel" etwa, "Wahl zum Spieler mit den größten Fortschritten" oder "Finale". Er sieht auch oft hinüber zu Kyle Korver, als wolle er sich eine Antwort vom erfahrenen Mitspieler absegnen lassen.

Korver, 35, ist zu einem Mentor für Schröder geworden, die beiden haben im Sommer in Kalifornien gemeinsam in Los Angeles trainiert und vor allem an der noch immer nicht ausreichenden Trefferquote Schröders gearbeitet. "Er hat sich in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt, nun vertrauen wir alle darauf, dass er den nächsten Schritt macht", sagt Korver: "Es gibt kein Geheimrezept für Erfolg, die Zutaten sind ganz einfach: Arbeit, Arbeit, Arbeit."

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