DEL:Künstlerisch wertvoll

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Maximilian Daubner (re.) gratuliert Filip Varejcka zu dessen erstem DEL-Tor, das den EHC 2:1 gegen die Straubing Tigers in Führung brachte.

(Foto: Eibner Pressefoto / Heike Feiner/imago images/Eibner)

Der EHC München setzt sich dank später Treffer mit 6:3 gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Straubing Tigers durch.

Von Christian Bernhard

Maximilian Kastner war eigentlich schon im Jubelmodus, wusste aber ganz genau, was er erst noch zu tun hatte. Der Angreifer des EHC Red Bull München schnappte sich die am Boden liegende Scheibe - und umarmte dann den über beide Ohren grinsenden Filip Varejcka. Der 20-Jährige hatte soeben sein erstes Tor in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) erzielt - und wie es sich für einen aufmerksamen Teamkollegen gehört, hatte ihm Kastner die Premieren-Scheibe gesichert. Diese wird nun einen besonderen Platz im Hause Varejcka bekommen. Varejckas Dank auf dem Eis ging an Frank Mauer, seinen zweiten Reihenpartner. Der hatte den Puck derart gut quer gespielt, dass ihn Varejcka nur noch ins leere Tor schießen musste. Er sei Mauer sehr dankbar, sagte der junge Münchner und stellte seinem erfahrenen Teamkollegen Sonderdienste nach Spielende in Aussicht. "Vielleicht ist Schlittschuh-Aufmachen drin", sagte Varejcka bei Magentasport, "mal gucken, was er nach dem Spiel braucht."

Mindestens einmal tief Luft holen - das brauchten die Münchner Spieler am Sonntag auf jeden Fall. Mit späten Toren gewannen sie das Heimderby gegen die Straubing Tigers mit 6:3 und feierten so im vierten Ligaspiel den vierten Sieg. Für die Straubinger, die in dieser Saison schon Meisterkandidat Mannheim und Ingolstadt bezwungen haben, war es im zweiten Auswärtsspiel die zweite Niederlage.

Bei den Münchnern fehlten wie schon in Schwenningen die verletzten Ben Smith, Justin Schütz und Andrew MacWilliam sowie Nationalspieler Frederik Tiffels (Mandelentzündung). Ins Tor kehrte nach einem Spiel Pause Danny aus den Birken zurück. Der sah sich in den ersten Minuten mehrmals mit Kael Mouillierat konfrontiert, der sich wie gewohnt direkt vor dem gegnerischen Tor breitmachte und die Münchner Defensive so an ihrem heikelsten Punkt gehörig beschäftigte. Die erste gute Chance des EHC ging auf das Konto von Verteidiger Konrad Abeltshauser, der sich trotz seiner 1,95 Meter Körpergröße im Stile eines quirligen Angreifers erst elegant um seine Achse drehte, dann zwei Gegenspieler umkurvte und erst mit seinem Abschluss an Tigers-Torhüter Tomi Karhunen scheiterte (7.). 1860-Fußballtrainer Michael Köllner ließ sich das Derby auch nicht entgehen und sah in Minute 16 die Münchner Führung. Jonathan Blum traf die Scheibe nicht voll, aber Yasin Ehliz nahm sie künstlerisch wertvoll mit und schob sie, mit dem Rücken zum Tor positioniert, unter Karhunen zum 1:0 ein. Aufgrund des druckvollen Auftretens aller Münchner Spieler, auch der Verteidiger, sei es "sehr hart, gegen sie zu spielen", sagte Straubings Adrian Klein, der am Sonntag seinen 18. Geburtstag feierte, nach den ersten 20 Minuten.

Binnen 34 Sekunden gleichen die Tigers einen Zwei-Tore-Rückstand aus

"Wir müssen vorne weiter Chancen rausspielen, hinten aber weniger zulassen", hatte Münchens Kapitän Patrick Hager vor der Partie gefordert - und das setzte sein Team im Mitteldrittel um. Kastner (21.) und Zach Redmond (22.) scheiterten mit sehr guten Chancen an Karhunen. Von den Straubingern kam offensiv wenig; selbst in Überzahl strahlten sie keine große Gefahr aus. Ein langer, präziser Pass von Brandon Manning in den Lauf von Mouillierat reichte den Tigers aber, um zurück ins Spiel zu kommen. Mouillierat stolperte beim Alleingang zwar, schob die Scheibe aber trotzdem zum 1:1 durch die Beine von aus den Birken (33.). Mauers Top-Übersicht und Varejckas Premierentreffer bescherten dem EHC allerdings die erneute Führung (37.), die Austin Ortega mit einem Alleingang ausbaute (45.).

Das hitzige Derby am Freitag gegen den ERC Ingolstadt - alleine im Startdrittel gab es 45 Strafminuten - schien den Tigers einiges an Kraft gekostet zu haben. Nach dem Straubinger 4:1-Sieg wurde zudem Tigers-Verteidiger Cody Lampl für einen Kniecheck von der Liga für drei Spiele gesperrt. Dennoch kamen die Niederbayern beeindruckend zurück, Jason Akeson (53.) und Taylor Leier (54.) glichen innerhalb von 34 Sekunden zum 3:3 aus. Daryl Boyle (55.), Ehliz und Ortega (beide 60.) bescherten den Münchnern aber spät doch noch den Sieg.

© SZ/lib
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