Rhythmische SportgymnastikDer nächste Titel für Darja Varfolomeev

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Da dürfte Darja Varfolomeev schon geahnt haben, dass bei dieser EM keine andere Teilnehmerin noch eine bessere Kür mit dem Band darbieten würde.
Da dürfte Darja Varfolomeev schon geahnt haben, dass bei dieser EM keine andere Teilnehmerin noch eine bessere Kür mit dem Band darbieten würde. Filippo Tomasi/IPA Sport/Imago

Nach Bronze im Mehrkampf holt Darja Varfolomeev bei der EM auch noch Gold: Zum dritten Mal in Serie ist die Olympiasiegerin mit dem Band nicht zu schlagen.

Ihre Übung war kaum vollendet, da kamen Darja Varfolomeev die Tränen. Europameisterin mit dem Band, zum dritten Mal hintereinander, und das inmitten des Lernstresses – von der 18 Jahre alten Schülerin fiel viel Druck ab. Und dabei war das Erreichen des Ziels bei den Europameisterschaften von Tallinn keinesfalls selbstverständlich. „Ich freue mich sehr, dass ich die Übung noch in perfekter Version gezeigt habe, so wie wir es trainiert haben – vielleicht an manchen Stellen sogar noch besser“, sagte die Olympiasiegerin von Paris erleichtert.

Zwar hatte es angesichts der Doppelbelastung aus Schule und Sport vor den Titelkämpfen in Estland viele Fragezeichen gegeben, doch der Triumph am Sonntag durfte als klares Statement verstanden werden. Mit 30,650 Punkten war Varfolomeev in ihrer Paradedisziplin unantastbar. „Es erinnert mich ein wenig an das letzte Jahr, wo ich auch Mehrkampf-Dritte und Europameisterin mit dem Band geworden bin“, sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres.

Nicht nur 2024, auch 2023 hatte sie sich mit dem Band den EM-Titel gesichert. In Tallinn hatte sie sich im Mehrkampf-Finale am Samstag mit Bronze belohnt. „Es lief heute nicht alles nach Plan, aber ich hoffe, dass ich es morgen noch mal besser machen kann“, hatte sie im Anschluss gesagt – das gelang. Nach einem enttäuschenden fünften Platz im Reifen-Finale und unter dem Druck laufender Abschlussprüfungen zeigte Varfolomeev im Band-Finale mentale Stärke. „Die Doppelbelastung ist sehr, sehr hoch“, erklärte sie im Laufe der Wettkämpfe. „Es gibt keine Zeit für mich selbst. Wenn du vom Training nach Hause kommst, musst du lernen.“

Ihre aktuelle Form schätzte sie vor der EM „vielleicht so bei 40 Prozent“ – viel Potenzial also noch für Rio de Janeiro, wenn im August der Saisonhöhepunkt in der Rhythmischen Sportgymnastik ansteht. Doch der Fokus liegt derzeit mehr auf der eigenen Ausbildung. Übertreffen kann sie ihren Auftritt von der jüngsten WM ohnehin nicht. Vor zwei Jahren in Valencia hatte Varfolomeev in allen vier Einzeldisziplinen sowie im Mehrkampf Gold geholt.

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Mit zwölf Jahren machte sich Darja Varfolomeev aus Sibirien auf den Weg nach Deutschland, um Olympiasiegerin in der Rhythmischen Sportgymnastik zu werden. Vielleicht ist sie auch deshalb früher besser als ihre Konkurrentinnen.

SZ PlusVon Volker Kreisl

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