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Curling:DOSB verteidigt Streichung von Fördergeldern

Curling, Olympische Winterspiele, DOSB

Am Ende? Die deutschen Curler sorgen sich nach dem Fördergelder-Stopp um ihren Sport.

(Foto: dpa)

DOSB-Präsident Alfons Hörmann begründet den Schritt, Curling die öffentlichen Fördergelder zu entziehen. Felix Neureuther verpasst Auftakt der alpinen Skisaison in Sölden. Borussia Dortmund muss im Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul auf Erik Durm verzichten.

Sportförderung, Curling: Der Deutsche Olympische Sport-Bund (DOSB) hat die Streichung der Fördergelder für den Deutschen Curling-Verband verteidigt. "Es ist schmerzvoll und unerfreulich, wenn eine olympische Sportart wegen mangelnder Finanzierung vor dem leistungssportlichen Aus steht", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Diese Entwicklung verdeutliche, dass "der Leistungssport in Deutschland am Scheideweg steht", so Hörmann. Zu der vom DOSB gefällten Entscheidung habe es jedoch keine Alternative gegeben, erläuterte Hörmann, da es vom Bundesministerium des Innern keine zusätzlichen Mittel gebe. "Wir standen vor der Frage, ob wir im Gießkannenprinzip bei allen Verbänden kürzen oder nur bei einem", sagte Hörmann. In den Zielvereinbarungsgesprächen hätten die Curler betont, dass eine leistungssportliche Weiterentwicklung der Sportart nur möglich wäre, wenn dafür mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stünden. Da dies nicht gewährleistet werden konnte, fiel die Entscheidung gegen die Curler. "Für die anderen Verbände können wir 2015 den Status quo beibehalten", sagte Hörmann.

Der Deutsche Curling-Verband befürchtet angesichts des bevorstehenden Fördergelder-Stopps durch das Bundesinnenministerium einen "Rückfall in die Steinzeit". Der deutsche Curling-Leistungssport sei dadurch "am Ende und hat so wahrscheinlich für lange Zeit keine Chance mehr zurückzukommen", erklärte DCV-Chef Dieter Kolb am Dienstag auf der Verbandshomepage

Ski Alpin, Felix Neureuther: Skirennfahrer Felix Neureuther verzichtet wegen seiner Rückenprobleme auf das Auftaktrennen in den WM-Winter am Sonntag. "Es gibt eine gute und schlechte Nachricht. Die schlechte ist: Ich muss den Riesenslalom in Sölden leider absagen", schrieb der 30-Jährige am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. "Die Gute ist: Meinem Rücken geht es besser. Im Slalom funktioniert es schon ganz gut. Getting ready for Levi!" Neureuther hat seit Jahren immer wieder Probleme mit dem Rücken. Momentan plagen ihn die Folgen einer Entzündung am Lendenwirbel. Der Slalom im finnischen Levi steht am 16. November im Rennkalender. Cheftrainer Mathias Berthold bescheinigte Neureuther, nach der Aufnahme des Schneetrainings in der vergangenen Woche "gute Fortschritte" gemacht zu haben. Ein Start in Sölden käme jedoch zu früh. "Noch fehlt Felix die Sicherheit, um mit letzter Konsequenz ein Weltcup-Rennen zu bestreiten. Wir haben daher gemeinsam entschieden, auf dieses Rennen zu verzichten und stattdessen das Training weiter zu intensivieren", sagte Berthold.

Borussia Dortmund, Champions League: Borussia Dortmund muss im Champions-League-Spiel bei Galatasaray Istanbul am Mittwoch ohne Nationalspieler Erik Durm auskommen. Der Linksverteidiger trat nach Angaben des Fußball-Bundesligisten vom Dienstag die Reise an den Bosporus nicht mit an. Durm war bereits beim 1:2 am vergangenen Samstag beim 1. FC Köln ausgefallen, weil er über Oberschenkelprobleme geklagt hatte.

Fußball, 2. Bundesliga: Fortuna Düsseldorf ist in der 2. Fußball-Bundesliga auf den zweiten Tabellenplatz geklettert. Die Mannschaft von Ex-Profi Oliver Reck setzte sich am Montagabend zum Abschluss des zehnten Spieltags verdient mit 1:0 (1:0) gegen den FC St. Pauli durch. Den einzigen Treffer der Partie vor 36 255 Zuschauern im Düsseldorfer Stadion erzielte Michael Liendl in der 32. Minute. Für die Düsseldorfer war es das siebte Spiel in Serie ohne Niederlage. St. Pauli verpasste die Chance, sich weiter von der Abstiegszone abzusetzen.

"St. Pauli hätte auch in Führung gehen können", sagte Düsseldorfs Trainer Oliver Reck: "Aber wir haben immer mehr ins Spiel gefunden. Dann haben wir als erster eine Chance genutzt, das hat uns Sicherheit gegeben." St.-Pauli-Trainer Thomas Meggle ärgerte sich: "Wir haben nicht präzise genug gespielt. Wenn du auswärts hundertprozentige Chancen hast, dann musst du die auch nutzen." Die besten Düsseldorfer waren Liendl und der frühere Pauli-Profi Christopher Avevor. St. Pauli, für das Fortuna-Sportchef Helmut Schulte jahrelang als Trainer und Sportdirektor tätig war, hatte in Christopher Nöthe den auffälligsten Akteur.

Eishockey, NHL: Eishockey-Talent Leon Draisaitl hat mit den Edmonton Oilers im sechsten Spiel in der Nordamerikanischen Profi-Liga NHL den ersten Sieg geschafft. Beim 3:2-Heimerfolg der Oilers am Montag über Tampa Bay Lightning stand der 18-Jährige gebürtige Kölner 14:04 Minuten auf dem Eis. Der Siegtreffer gelang seinem Teamkollegen Ryan Nugent-Hopkins in der Schlussphase der spannenden Begegnung. Die Gäste warten damit weiter auf den ersten Sieg in Edmonton seit März 2007. Die Oilers waren bis zuletzt die letzte sieglose Mannschaft in der Western Conference der NHL gewesen.

Fußball, VfL Bochum: Nach scharfen Protesten hat der Fußball-Zweitligist VfL Bochum die Schließung seiner Frauen-Abteilung zurückgenommen. Auf der Jahreshauptversammlung erhielt am Montagabend ein Antrag von ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedern auf Weiterführung der Frauen-Teams eine Mehrheit von 270 zu 203 Stimmen. Man arbeite ab sofort an "einer neuen, gesellschaftspolitischen Lösung", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis. Die betroffenen Spielerinnen hatten die bevorstehende Schließung ihrer Abteilung heftig kritisiert und dabei Zuspruch aus der Politik erhalten. Unter anderem äußerte sich Bundestagspräsident Norbert Lammert, ein gebürtiger Bochumer, kritisch. Auch Steffi Jones, die Direktorin für Frauen-Fußball im Deutschen Fußball-Bund (DFB), sagte ihre Unterstützung zu. "Wir haben die öffentliche Resonanz, die mit dieser Entscheidung einhergegangen ist, unterschätzt", sagte Villis während der Jahreshauptversammlung im Audimax der Ruhr-Universität. Die Einsparung der Frauen-Sparte (drei Damen-, drei Mädchenmannschaften), die mit etwa 150 000 Euro pro Saison veranschlagt ist, sollte ursprünglich zur finanziellen Entlastung des Vereins beitragen. Die erste Frauen-Mannschaft spielt wie die der Männer in der 2. Liga.

Fußball, Premier League: Manchester United bleibt in der Premier League dank eines späten Tores von Daley Blind im dritten Spiel nacheinander ungeschlagen. Die Mannschaft des ehemaligen Bayern-Coaches Louis van Gaal konnte am Montagabend bei West Bromwich Albion mit Mühe eine Niederlage abwenden und rettete durch ein 2:2 (0:1) noch einen Punkt. Nach nur acht Minuten lagen die Gäste aus Manchester mit 0:1 durch den Treffer von Stephane Sessegnon hinten. Nach dem Seitenwechsel gelang dem belgischen Fußball-Nationalspieler Marouane Fellaini der Ausgleich (48.). Saido Berahino sorgte aber in der 66. Minute für die erneute Führung der Gastgeber. In der 87. Minute erzielte Blind dann den Ausgleich. In der Tabelle verpasste Manchester United dennoch den Sprung auf Platz vier am 8. Spieltag der englischen Meisterschaft. Mit zwölf Punkten ist van Gaals Mannschaft Tabellensechster. West Bromwich belegt mit neun Zählern Rang 14.

Tennis, WTA-Finals: Titelverteidigerin Serena Williams ist erfolgreich in die WTA-Finals der besten acht Tennis-Damen gestartet. Die Amerikanerin gewann am Montag 6:4, 6:4 gegen die ehemalige Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic aus Serbien. Im zweiten Spiel der Roten Gruppe gewann die Rumänien Simona Halep das Auftaktmatch der Turnier-Debütantinnen gegen Eugenie Bouchard aus Kanada mit 6:2, 6:3. Serena Williams war in beiden Sätzen in den entscheidenden Momenten die bessere und nervenstärkere Spielerin und feierte beim traditionellen Saisonabschluss schon ihren 16. Sieg in Serie und den achten über Ivanovic im neunten Vergleich.

Mit 5:4-Führungen im Rücken schaffte die Weltranglisten-Erste jeweils Breaks. Im ersten Durchgang half Ivanovic mit einem Doppelfehler, im zweiten mit zwei verschlagenen Vorhänden. Nach 78 Minuten war die Partie gelaufen. "Ana hat wirklich gut gespielt, ich musste so hart kämpfen, wie ich konnte", sagte Williams, "ich habe fast keine Stimme mehr, weil ich so oft 'Come on' gerufen habe." Haleps Sieg stand anschließend schon nach 69 Minuten fest. Die French-Open-Finalistin profitierte von den zahlreichen leichten Fehlern der Wimbledon-Finalistin Bouchard, die das Match mit einem Doppelfehler beschloss. In der Weißen Gruppe spielt an diesem Dienstag French-Open-Siegerin Maria Scharapowa aus Russland gegen die Dänin Caroline Wozniacki, danach tritt Wimbledonsiegerin Petra Kvitova aus Tschechien gegen die Polin Agnieszka Radwanska an. Die Kielerin Angelique Kerber ist als erste Ersatzspielerin in Singapur vorerst nur Zuschauerin.

© SZ.de/sid/dpa/mvl/fie
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