Drei Tore in der Champions League Ronaldo rächt sich an Simeone

Cristiano Ronaldo kann natürlich auch, was Diego Simeone kann.

(Foto: AFP)
  • Cristiano Ronaldo führt Juventus Turin mit drei Toren ins Viertelfinale der Champions League.
  • Für Atlético Madrid und Trainer Diego Simeone ist es ein sehr bitterer Abend.
  • Die Mannschaft verpasst damit das Champions-League-Finale im eigenen Stadion.
Von Carsten Scheele

Cristiano Ronaldo ist in Turin ein Stück erwachsener geworden, zumindest hat er sein Trikot am Dienstagabend anbehalten. In früheren Tagen turnte er nach sehr wichtigen Toren gerne halbnackt durch Europas Fußballarenen, doch diesmal: nur ein Sprint zur Eckfahne, das Geherze mit den Kollegen, alles im schwarz-weiß-gestreiften Juve-Jersey.

Gar nicht mehr so erwachsen dann aber seine Geste nach dem Spiel. Ein beidhändiger Griff in den Schritt, unter mächtigem Gebrüll, so wie es Atléticos Trainer Diego Simeone nach dem 0:2 im Hinspiel getan hatte - was diesem eine Geldstrafe von 20 000 Euro einbrachte. Jetzt also Ronaldos kleine Rache, er bediente sich im gleichen Baukasten der Obszönitäten. Es wird ihm egal sein, ob er dafür ebenfalls ein paar Tausend Euro hinlegen muss.

Cristiano Ronaldo

Die größte Fußball-Marke der Welt

Für Ronaldo, 34, der in Italien zuletzt einige nicht sehr gut gemeinte Kritiken einstecken musste, war es ein besonderer Abend. Juventus stand nach dem 0:2 im Hinspiel nah vor dem Aus in der Champions League - was zuvorderst für Ronaldo eine Schmach gewesen wäre, hatte er, CR7, in den neun Jahren zuvor mit Real Madrid doch immer zumindest das Viertelfinale erreicht. Die heiße Phase der Champions League ohne den Portugiesen? Schwer vorstellbar. Sein Engagement in Italien wäre von vielen als gescheitert erklärt worden.

Ronaldos gänzlich uneitler Kommentar

Es brauchte also eine besondere Gala des vielfachen Weltfußballers, um die Italiener im Wettbewerb zu halten. Juventus benötigte gegen die vermeintlich beste Abwehr der Welt ein 3:0, Juventus holte sich das 3:0. Mit drei Toren von, na klar: Ronaldo. In der 27. Minute, in der 48. Minute, schließlich zum großen Finale in der 86. Minute, per Elfmeter. "Vielleicht ist das der Grund, warum Juve mich verpflichtet hat", so Ronaldos gänzlich uneitler Kommentar: "Dabei mitzuhelfen, Dinge zu tun, die vorher noch nicht gemacht wurden."

Die Geschichte zwischen Ronaldo und Atlético, insbesondere mit Trainer Simeone, einem seiner Lieblingsgegner, erfuhr damit ihre Fortschreibung. Als Ronaldo noch bei Real spielte, ist er zwangsläufig mehrfach pro Saison auf den Rivalen aus der eigenen Stadt getroffen - es waren besondere Spiele, häufig mit dem besseren Ende für Ronaldo.

Zweimal hat er mit Real die Champions League gewonnen im direkten Duell mit Simeone, in beiden Endspielen gehörte Ronaldo zu den Torschützen - umso größer zunächst die Genugtuung des Trainers nach dem verdienten Hinspielsieg: Die Atlético-Fans verhöhnten Ronaldo, Simeone griff sich in den Schritt. Madrid schien dem großen Ziel, dem Champions-League-Finale im eigenen Stadion, einen Schritt näher gekommen zu sein.

Ronaldo vermasselt Atlético erneut die Tour

Doch Ronaldo spielte nicht mit. Wieder einmal. Auch von Italien aus vermasselt er Atlético und Simeone die Tour, übrigens mit seinen Toren 122, 123 und 124 in der Königsklasse. "Ronaldo, einfach ein Monster!", schrieb der Corriere della Sera. In der ersten Halbzeit ließ Federico Bernardeschi eine Flanke passgenau auf den Kopf des Portugiesen sinken (27.). Ein ähnliches Spiel dann kurz nach der Pause: Wieder eine Flanke, diesmal von João Pedro Cavaco, wieder ein Kopfball von Ronaldo - das 2:0 (48.).

Der Elfmeter, den Juventus kurz vor Schluss nach einem Foulchen erhielt, war eher glücklich, doch das scherte Ronaldo nicht. Er trat an, verlud den Torhüter, sein Ball schlug unten links ein (86.). "Wir haben gelitten wie Juve im Hinspiel", gestand Simeone hernach: "Sie sind weiter und das ist verdient." Und an Ronaldo gerichtet, es klang ein bisschen nach Versöhnung, vor allem jedoch nach Kapitulation: "Er ist der Beste der Welt."

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