Cristiano Ronaldo:"Mein Name ist Cristiano Ronaldo"

"Mein Name ist Cristiano Ronaldo und ich spiele bei Real Madrid", beginnt der Brief, in dem der Fußballer die Staatsanwaltschaft "respektvoll" darum bittet, "ihre Entscheidung zu überdenken und die beiden Tatvorwürfe gegen diesen jungen Mann fallen zu lassen. (...) Allem Anschein nach hat er eine aussichtsreiche Zukunft vor sich und ich wäre sehr traurig, wenn diese Zukunft nur wegen einer Fehleinschätzung zerstört würde."

Cristiano Ronaldo schreibt also einem amerikanischen Staatsanwalt wegen einer Sache, die ihm eigentlich egal sein könnte. Man kann das als Imagepflege abtun, als geschickten PR-Coup. Man kann darin aber auch so etwas wie Charakterstärke erahnen.

Als Gareth Bale verpflichtet wurde, stand die Befürchtung im Raum, dass die Leistung des sensiblen Ronaldo darunter leiden könne. Er war ja schon öfter beleidigt gewesen, wenn etwa Weltfußballer Lionel Messi wieder einmal im Licht der Öffentlichkeit stand, und auf Ronaldo nur der Schatten fiel. Doch der Bale-Transfer hat Ronaldo nicht zum Schmollen gebracht - er ist immer noch der unangefochtene Leistungsträger bei Real. "Er hat mich genauso herzlich behandelt wie jeden anderen auch", sagte Bale über den Portugiesen, und fügte hinzu: "Er ist der Boss."

Der Portugiese arbeitet zudem härter an sich als die meisten seiner Mannschaftskameraden, das ist bekannt. Wenn gerade keine Trainingseinheit ansteht, verbringt er die Zeit im Kraftraum. Mittlerweile spielt Ronaldo sogar mannschaftsdienlich, er hat in der vergangenen Saison nicht nur 34 Tore geschossen, sondern auch zehn vorbereitet.

Was auch so gar nicht zu seinem schillernden Image passen will: Ronaldo hütet sein Privatleben vor der Öffentlichkeit. Seit drei Jahren ist er Vater eines Sohnes, für den er das alleinige Sorgerecht hat. Doch Bilder von dem Kleinen gibt es in der Öffentlichkeit nicht.

Als Führungsspieler stellt er sich zudem vor seinen Trainer bei Real Madrid, Carlo Ancelotti, so wie kürzlich nach der 0:1-Niederlage im Stadtderby gegen Atlético: "Der Trainer macht einen großartigen Job, wir müssen als Einheit auftreten. Der Fehler liegt bei den Spielern", sagte er.

Zieht man also die ganze Show einmal ab, die Inszenierung, den glitzernden Rummel um seine Person, dann bleibt von Cristiano Ronaldo nur Folgendes übrig: einer der besten Fußballer der Welt, der vielleicht sogar ein ziemlich netter Kerl ist.

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