Es gab dann noch diese kleine Hängepartie um den Fast Bowler Safyaan Sharif, auf den Schottlands Cricket-Team gerade schlecht verzichten kann. Es hatte eben alles sehr schnell gehen müssen nach der unverhofften Einladung zur WM in Indien und Sri Lanka, die am Samstag beginnt. Vergangene Woche erst hatte der Weltverband ICC mitgeteilt, dass Schottland für Bangladeschs Mannschaft nachrückt, weil diese aus Sicherheitsbedenken nicht antritt. Danach musste der Verband Cricket Scotland in Edinburgh nicht nur eilig einen konkurrenzfähigen 15-Mann-Kader zusammentrommeln, sondern auch Flüge buchen und Visa beantragen. Und bei Safyaan Sharif schauten die indischen Behörden besonders genau hin. Der 34-Jährige ist zwar in Huddersfield, England, geboren und kam mit sieben nach Schottland. Aber sein Vater stammt aus Pakistan, für Indien also aus Feindesland.
WM in Indien und Sri LankaJetzt ist auch Cricket ein Werkzeug der Nationalisten geworden
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Dass auch verfeindete Nachbarn sich im Sport messen, stand lange nicht infrage. Doch jetzt ist Indien Gastgeber der Cricket-WM – und nutzt das, um politischen Druck auf Pakistan und Bangladesch auszuüben. Auch die Rivalen reagieren unversöhnlich.
Von Thomas Hahn, Delhi

Cricket-WM in Indien:Das belastete Vermächtnis der Kolonialzeit
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