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Tennis:Erste Corona-Infektionen bei Australian-Open-Startern

Das Turnier in Melbourne droht zur Farce zu werden. Fußball-Nationalspieler Luca Waldschmidt wird positiv getestet.

Corona-Meldungen im Überblick

Tennis, Australian Open: Die Corona-Probleme in Melbourne werden größer. Laut Angaben der zuständigen Gesundheitsbehörden sind durch zwei weitere Infektionen erstmals im Vorfeld des ersten Grand-Slam-Turnier der Saison auch gemeldete Aktive positiv auf das Virus getestet worden. Außerdem ergab der Test einer weiteren Person aus dem Umfeld des Turniers ein positives Ergebnis. Insgesamt stieg die Anzahl der infizierten Personen aus dem Tennis-Tross damit auf acht. Zwei weitere Fälle wurden angesichts einer bereits überwundenen Infektion als nicht mehr ansteckend eingestuft. Die Namen der neuen Corona-Patienten sind nicht bekannt. Das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Victoria teilte lediglich mit, dass die Infektionen bei einer Frau in den Zwanzigern und zwei Männern in den Dreißigern festgestellt worden seien.

In eigens gecharterten Flugzeugen waren insgesamt mehr als 1000 Profis und Begleitpersonen nach Down Under gereist. Nach positiven Testergebnissen in drei Maschinen ordneten die Behörden für 72 Tennisprofis, darunter auch die frühere Melbourne-Siegerin Angelique Kerber (Kiel), eine strikte Quarantäne auf den Hotelzimmern ohne Möglichkeiten für ein Training an. Von den fünf ersten Infektionen waren keine Profis betroffen. Zum Kreis der positiv getesteten Personen gehörte allerdings Sylvain Bruneau, der Coach der ehemaligen US-Open-Siegerin Bianca Andreescu (Rumänien).

Fußball, Portugal: Nationalspieler Luca Waldschmidt muss nach einem positiven Coronatest vorerst pausieren. Dies bestätigte Waldschmidts Klub Benfica Lissabon am Dienstag. Der positive Befund des 24-Jährigen stammt aus der Testreihe von Samstag, bei weiteren Spielern des portugiesischen Rekordmeisters wurden Infektionen am Montag nachgewiesen. Gilberto, Jan Vertonghen, Alejandro Grimaldo und Diogo Goncalves müssen wie Waldschmidt vorerst in Isolation.

Handball, WM: Der coronageplagte Turnierdebütant Kap Verde hat seinen Rückzug von der Handball-WM erklärt. Der deutsche Vorrundengegner schaffte es nicht rechtzeitig, gesunde Spieler nach Ägypten einfliegen zu lassen. Das für Dienstag geplante abschließende Vorrundenspiel gegen Uruguay wertete der Weltverband IHF mit 10:0 Toren und 2:0 Punkten für die Südamerikaner, die damit in der Hauptrunde stehen. "Die IHF hat den Rückzug akzeptiert, was die Gesundheit aller an der Weltmeisterschaft beteiligten Akteure schützt", teilte der Weltverband am Montag mit. Bereits am Sonntag war die Partie Kap Verdes gegen Deutschland ausgefallen, weil der Außenseiter coronabedingt nicht die im Reglement vorgeschriebenen zehn spielfähigen Akteure aufbieten konnte.

Der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) wurde am Grünen Tisch der Sieg zugesprochen, dieser war gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Einzug in die nächste Turnierphase. Bei Kap Verde waren am Samstagnachmittag zwei neue positive Befunde aufgetreten. Schon vor der Anreise nach Ägypten hatte der Inselstaat zahlreiche positive Befunde zu beklagen, das Nationalteam war stark ersatzgeschwächt zur WM gereist. Zunächst hatte der Turnierneuling geplant, für das Gruppenfinale gegen Uruguay weitere Spieler nachzunominieren. Dieser Versuch scheiterte. Nach IHF-Angaben werden nun die "notwendigen Vorkehrungen getroffen, damit das Team nach Kap Verde zurückkehren kann".

© SZ.de/dpa/sid/bek
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