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Coronavirus I:Mönchengladbach contra Virologe

Die Stadt Mönchengladbach hat ihre Entscheidung gegen die Absage des Bundesliga-Spitzenspiels am Samstag verteidigt. Das Corona-Infektionsrisiko sei aus ihrer Sicht gering. In Abwägung der Gesamtsituation habe die Stadt so entschieden, "weil wir bei diesem Spiel nicht mit einer Situation rechnen, wo sich übermäßig Leute infizieren", so der Sprecher der Stadt, Wolfgang Speen. Mönchengladbach sei kein Coronavirus-Hotspot. Die Stadt gehe davon aus, dass Infizierte isoliert seien, etwa in Quarantäne oder im Krankenhaus. "Also müssen wir davon ausgehen, dass kein positiver Fall sich auf den Weg macht in Richtung Stadion", sagte Speen. Verein und Stadt rieten Menschen mit einem besonderen Risiko durch Vorerkrankungen oder Erkältungssymptomen, zu Hause zu bleiben. Zuvor hatte sich der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, wegen der vielen Infektionsfälle im nur wenige Kilometer vom Gladbacher Stadion entfernen Kreis Heinsberg für die Absage von Bundesligaspielen in dieser Region ausgesprochen. Volle Stadien mit Zehntausenden Fans "müssten aus medizinischer Sicht eigentlich gestoppt werden".

© SZ vom 07.03.2020 / dpa
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