bedeckt München 24°
vgwortpixel

Coronavirus:Indian Wells abgesagt - Formel 1 ohne Zuschauer

BNP Paribas Open Cancelled Due To Concern Over Coronavirus

Abgesagt: das Tennisturnier in Indian Wells.

(Foto: AFP)
  • Wegen der Verbreitung des Coronavirus wird das Tennisturnier in Indian Wells abgesagt.
  • Auch das Formel-1-Rennen in Bahrain und die Eishockey-WM der Frauen sind betroffen.
  • Italiens Sportminister greift die Serie A an.

Die Verbreitung des Coronavirus wirbelt den weltweiten Sport durcheinander. Wegen eines bestätigten Virusfalls in der Region findet etwa das für kommende Woche geplante Tennisturnier im amerikanischen Indian Wells nicht statt. Das gaben die Veranstalter um Turnierdirektor Tommy Haas am Sonntagabend bekannt.

"Wir sind sehr enttäuscht, dass das Turnier nicht stattfinden wird, aber die Gesundheit und Sicherheit der Leute vor Ort, Fans, Spielern, Helfern, Angestellten, Verkäufern und allen, die an dieser Veranstaltung beteiligt sind, ist von größter Bedeutung", sagte Haas laut Mitteilung. "Wir sind darauf vorbereitet, das Turnier zu einem anderen Zeitpunkt zu veranstalten und prüfen Optionen."

Das kombinierte Damen- und Herren-Turnier östlich von Los Angeles hätte am Donnerstag beginnen sollen. Betroffen von der Absage ist auch der deutsche Top-Spieler Alexander Zverev. Deutschlands beste Spielerin Angelique Kerber hatte ihre Teilnahme wegen einer Verletzung am linken Oberschenkel bereits am Freitag abgesagt.

Die Formel 1 fährt vor leeren Rängen

Das Formel-1-Rennen in Bahrain findet indes hinter verschlossenen Toren statt. Die Veranstalter des zweiten Saisonrennens reagierten mit der bislang einmaligen Maßnahme in der Königsklasse des Motorsports auf den grassierenden neuartigen Virus. Zuschauer wird es beim Rennen auf dem Kurs in der Wüste von Sakhir am 22. März damit nicht geben. "Die Sicherheit hat oberste Priorität", teilten die Veranstalter in einer Mittelung auf Facebook am Sonntag mit. Die Entscheidung sei in Beratung mit internationalen Partnern und dem Gesundheits-Krisenstab des Königreichs gefallen. Bereits zuvor war der Ticketverkauf ausgesetzt worden.

Damit ist nun das zweite Rennen konkret von Maßnahmen aus Sorge vor dem Virus Covid-19 betroffen. Der Große Preis von China im April wurde vorerst abgesagt, er soll womöglich zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Offen ist derzeit, wie das Rennen Anfang April im vietnamesischen Hanoi ablaufen soll. Die Stadt liegt nur rund 150 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt.

Sofortige Aussetzung der Spiele in der Serie A?

Der Umgang des italienischen Fußballs mit dem Coronavirus wird indes zum Politikum. Italiens Sportminister Vincenzo Spadafora bezeichnete die Entscheidung der Serie A, den Spielbetrieb trotz der Ausbreitung von Sars-CoV-2 fortzusetzen, als "unverantwortlich". Beim öffentlich-rechtlichen TV-Sender Rai 2 sagte er: "Worauf warten wir denn noch? Auf den ersten Infektionsfall in der Serie A?" Den Ligapräsidenten Paolo dal Pino griff er direkt an: "Er gibt Entscheidungen immer nur weiter. Es scheint mir, er ist sich des Ernstes der Lage nicht bewusst."

In Italien wurden seit Ende Februar zwar etliche Spiele verschoben oder vor leeren Rängen ausgetragen, so auch das Spitzenspiel am Sonntag zwischen Meister Juventus Turin und Inter Mailand (2:0). Spadafora ging das nicht weit genug, seine Forderung am Sonntagmorgen, die Spiele überhaupt nicht mehr anzupfeifen, wurde aber nicht beachtet. Der italienische Verband hat für Dienstag eine Krisensitzung angekündigt.

Abgesagt ist indes bereits die Eishockey-WM der Frauen in Kanada (31. März bis 10. April). Wie der Weltverband IIHF nach einer außerordentlichen Sitzung mitteilte, soll die WM auf 2021 verschoben werden. Halifax and Truro sollen die beiden Gastgeberstädte bleiben. Bislang war für das Turnier im kommenden Jahr noch kein Ausrichter bekannt. Die Absage betrifft auch die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) von Bundestrainer Christian Künast, die im vergangenen Jahr bei der WM in Finnland erst im Viertelfinale an Rekordweltmeister Kanada gescheitert war.

© SZ.de/sid/dpa/ebc

Corona und Fußball
:Ein Trainer ist kein Virologe

Dass der Großrhetoriker Klopp zu Corona nichts sagen will, sollte Vorbild sein für alle Kleinrhetoriker, die zum Virus nichts zu sagen haben, aber zum Virus trotzdem etwas sagen. Nur in einem Punkt möchte man ihm widersprechen.

Kommentar von Holger Gertz

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite