Copa América Messi nach Rio

Zähes Ringen: Lionel Messi wendet mit Argentinien gegen Katar das drohende Aus ab.

(Foto: Ueslei Marcelino/Reuters)

Argentinien wendet das Aus bei der Copa gerade noch ab - gegen Katar reicht ein zähes 2:0 zum Einzug ins Viertelfinale. Nun kehrt die Auswahl an den Ort des WM-Finales von 2014 zurück.

Von Javier Cáceres, Rio de Janeiro

Es gibt Orte, an die Lionel Messi schönere Erinnerungen hat als das Estádio Maracanã in Rio de Janeiro. Am 13. Juli 2014 verlor er dort das WM-Finale gegen Deutschland (0:1), weil Bundestrainer Joachim Löw dem Einwechselspieler Mario Götze eingebläut hatte, er solle zeigen, dass er besser sei als Messi. Götze erzielte das Siegtor, Messi schmerzt das bis heute. Am Sonntag jedoch, dem Vorabend seines 32. Geburtstags, atmete Messi auf - in Porto Alegre: Argentinien holte im letzten Gruppenspiel gegen Katar den ersten Sieg bei der Copa América und qualifizierte sich doch noch fürs Viertelfinale, am Freitag trifft Argentinien auf Venezuela - in Rio. "Ich werde einen ruhigen Geburtstag verbringen", sagte Messi erleichtert.

Seit er 2007 bei der U20-Weltmeisterschaft in Holland 18 Jahre alt wurde, hat Messi fast immer seinen Geburtstag bei Turnieren verbracht. Doch selten war er für eine argentinische Mannschaft "so bedeutungslos" wie diesmal, schrieb ihm die argentinische Zeitung La Nación zum Ehrentag. Auch gegen Katar quälten sich Argentinien und Messi. Der Kapitän des FC Barcelona leistete sich beim Stand von 1:0 sogar einen Fehlschuss, wie man ihn von ihm nur selten gesehen hat, wenn überhaupt je: Aus zwölf Metern jagte er einen Ball knapp unter das Firmament. Der Ball sei direkt vor dem Schuss seltsam aufgesprungen, sagte Messi - und haderte mit dem Rasen: "Alle Plätze, auf denen wir bisher gespielt haben, sind sehr schlecht."

Immerhin konnte er sich darüber freuen, dass der neuformierte argentinische Angriff funktionierte. Die Frage, ob er besser Sergio Agüero (Manchester City) oder Lautaro Martínez (Inter Mailand) aufbiete, beantwortete der umstrittene Trainer Lionel Scaloni, indem er beide aufbot. Und beide trafen gegen Katar: Erst Martínez (4.), dann Agüero (82.). Ihre Tore wogen die Niederlage gegen Gruppensieger Kolumbien (0:2) und das Remis gegen Paraguay auf (2:2), weil Paraguay gegen Kolumbien verlor (0:1) und Dritter wurde. "Uns wurde ein weiteres Leben geschenkt", sagte Messi - und formulierte mit Blick auf die Rückkehr ins Maracanã einen Geburtstagswunsch: "Wir müssen es nutzen."