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Comebacks in der Sportgeschichte:Bremen, Gladbach, Lautern - alle erlebten Irrsinn

  • Bei den Olympischen Spielen 1972 in München geht der finnische Läufer Lasse Viren als Außenseiter in das Finale über 10.000 Meter. Kurz vor der Hälfte des Rennens stürzt Viren und rappelt sich wieder auf. Mehr noch: Der 23-Jährige sprintet allen Konkurrenten auf der letzten Runde davon und sichert sich in Weltrekordzeit Gold. Später wird Viren Olympiasieger über 5000 Meter und wiederholt diesen Doppel-Triumph vier Jahre später in Montréal.
  • Gar nicht so lange her ist das wohl spektakulärste Länderspiel der jüngeren DFB-Geschichte: In der WM-Qualifikation spielen Joachim Löws Männer in Berlin 60 Minuten lang die Mannschaft aus Schweden in Grund und Boden. Im Oktober 2012 steht es 4:0, als im Olympiastadion keiner mehr an eine Wiederauferstehung der Skandinavier glaubt. Doch dann zerfällt die deutsche Elf auf mysteriöse Weise in ihre Einzelteile. Angeführt von Stürmer Zlatan Ibrahimovic kommen die Gäste Treffer um Treffer heran. Mit dem Schlusspfiff gelingt Rasmus Elm das 4:4 - und in Deutschland beginnt eine Debatte um die Siegermentalität der Nationalelf.
  • Auch im Basketball kann es plötzlich ganz schnell gehen. Im Mai 1995 liefern sich die Indiana Pacers und die New York Knicks in den NBA-Playoffs einen erbitterten Kampf. Im ersten Spiel des Halbfinales in der Eastern Conference führen die Knicks kurz vor Ende mit 105:98, als Indianas Dreierspezialist Reggie Miller sein Wurfhändchen findet. Binnen weniger Sekunden erzielt der Flügelspieler acht Punkte - die Gäste gewinnen die Partie, während "Killer-Miller" zur meistgefürchteten Figur in der Geschichte des New Yorker Madison Square Garden avanciert.
  • Eine schmerzhafte Pleite erlebt in den 80ern auch Borussia Mönchengladbach. 1985 gewinnt der Bundesligist im Hinspiel des Uefa-Cup-Achtelfinals dank einer sagenhaften Leistung mit 5:1. Eigentlich alles klar, denken alle - doch es kommt anders: In Madrid bricht über die "Fohlen" um Uwe Rahn und Ewald Lienen ein Sturm herein und die "Königlichen" gewinnen 4:0. Die Borussia scheidet aus, für möglich hatte das kaum einer gehalten.
  • Ähnlich ergeht es 1991 auch dem 1. FC Kaiserslautern im Pokal der Landesmeister gegen den großen FC Barcelona. Die Pfälzer verlieren das Hinspiel 0:2, was sie aber nicht daran hindert, in der zweiten Partie furios aufzuspielen. Kurz vor Ende steht es 3:0 für den FCK, alles sieht nach einer riesigen Überraschung aus. Doch ein Treffer von Mittelfeldspieler Bakero in der 90. Minute stürzt die Deutschen in tiefe Depression. Während bei Lautern zweimal Hotic und einmal Goldbaek erfolgreich sind, sorgt bei den Katalanen übrigens ein junger Mann namens Guardiola für Ordnung im Mittelfeld.
  • Mit Werder Bremen erlebte ein weiterer deutscher Klub ein erstaunliches Comeback - und zwar mit positivem Ausgang. Im Dezember 1993 ereignete sich in Bremen im Champions-League-Gruppenspiel gegen Anderlecht das sogenannte "Wunder von der Weser". Zur Halbzeit lag der Bundesligist 0:3 zurück. Eine Partie zum Vergessen. Eigentlich. Doch dann fielen Trainer Otto Rehhagel ein paar Kniffe ein: Er veränderte die Formation im Mittelfeld und plötzlich lief es. Die Tore kamen spät. Sehr spät. Wynton Rufer (66.) gelang das 1:3. Danach rasten in Bremen alle aus, weil erneut Rufer trifft, dazu gibt es weitere Treffer von Rune Bratseth, Bernd Hobsch und Marco Bode und dieser irre Abend endet mit einem 5:3.
  • Unvergessen bleibt auch der legendäre Schwergewichts-Fight zwischen Muhammad Ali und George Foreman aus dem Jahr 1974, der als "Rumble in the Jungle" in die Geschichtsbücher einging. In Kinshasa überrascht Ali seinen Kontrahenten mit einer gewieften Taktik: Über sieben Runden lang lässt er sich von Foreman in die Enge treiben. Foreman prügelt drauf los, während Ali wie der sichere Verlierer aussieht. Kurz vor Ende der achten Runde entscheidet "The Greatest" den Fight dann wie aus dem Nichts mit zwei pfeilschnellen Links-Rechts-Kombinationen.

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