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Claudio Pizarro bei der Copa América:Jubel im Zorn? Pizarro verneint

Doch eine lausig organisierte Meisterschaft im eigenen Land und auch die eine oder andere Eskapade trugen dazu bei, dass Peru nie wieder an einstige Erfolge anknüpfen konnte. Auch im Verband fehlt Stabilität, nachhaltige Planung ist nicht zu erkennen. Gareca ist der 25. Nationaltrainer seit der WM 1982. Zudem sind die Stars im eigenen Land nicht unumstritten. Auch Pizarro, der wegen seines Dienstalters zur eigenen Überraschung die Kapitänsbinde vom nominellen Teamführer Carlos Lobaton übergestreift bekam, wurde in der Heimat immer wieder angegriffen. In Peru geht er längst als der meistkritisierte Kapitän der Welt durch. Sogar Legende Cubillas zweifelt an, dass Pizarro als Führungskraft tauge.

Ob sein Torschrei so zornig ausgefallen sei, weil er den Treffer als einen persönlichen Revancheakt empfunden habe, wurde Pizarro gefragt. Was für ein Humbug, sagte Pizarros in Falten gelegte Stirn: "Ein Tor für deine Nationalelf zu schießen, ist einfach ergreifend", sagten seine Lippen: "Abgesehen davon, dass wir nun eine Chance aufs Weiterkommen haben."

Copa América "Hola! Ich hatte einen Verkehrsunfall!"
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Arturo Vidal

"Hola! Ich hatte einen Verkehrsunfall!"

Schock für Chile bei der Südamerika-Meisterschaft: Arturo Vidal ist in einen spektakulären Verkehrsunfall verwickelt. Die Fans vergeben ihm schnell - und auch der Verband belässt es bei einer Ermahnung.   Von Javier Cáceres

Davon war gegen Venezuela lange Zeit nicht auszugehen. Zwar mussten die wegen ihrer rotweinroten Triktos "Vinotinto" genannten Venezolaner schon ab der 29. Minute in Unterzahl spielen. Der im Baskenland geborene Fernando Amorebieta war vom Platz gestellt worden, weil er auf den Oberschenkel des gestürzten Paulo Guerrero getreten war. Der Schiedsrichter unterstellte Absicht, was in jedem Fall als nachvollziehbar angesehen werden muss: Amorebieta soll seit der F-Jugend kein Spiel ohne Verwarnung oder Platzverweis beendet haben, und das auch nur deshalb, weil man im Kinderfußball mit Sanktionen sparsam umgeht. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit der Peruaner war Venezuela lange die viel besser organisierte Mannschaft.

Revolutioniert wurde das Spiel erst von einem zur Pause eingewechselten Zweitligaspieler: Yordy Reyna, 21, Profi bei RB Leipzig und mutmaßlich schnellster Spieler dieser Copa. Ob Tempo aber genügt, um am Sonntag im letzten Gruppenspiel gegen die starken Kolumbianer zu bestehen, ist fraglich.

Kolumbien sei die Elf, "die in den vergangenen Jahren den wahrscheinlich größten Qualitätssprung gemacht hat", sagt Trainer Gareca. Sie exerzieren damit vor, wovon Peru seit Ewigkeiten träumt.