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Claudio Bravo:FC Barcelona angelt sich chilenischen Torwart

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Starke Leistung gegen Spanien, nun verpflichtet ihn der FC Barcelona: Chiles Torhüter Claudio Bravo.

(Foto: AFP)

Noch während seines starken WM-Auftritts vermelden spanische Medien den Wechsel von Claudio Bravo zum FC Barcelona. Portugals Cristiano Ronaldo bricht erneut das Training ab. Didier Ya Konan fehlt der Elfenbeinküste im Spiel gegen Kolumbien.

Chile, Claudio Bravo: Der Wechsel von Chiles Fußball-Nationaltorwart Claudio Bravo zum FC Barcelona soll spanischen Medienberichten zufolge perfekt sein. Noch während des 2:0-Siegs der Chilenen gegen den entthronten Titelverteidiger Spanien bei der WM in Brasilien wurde dies auf den Onlineseiten von "Sport" und "Mundo Deportivo" berichtet. Demnach soll Barcelona für den Spielführer der chilenischen "Roja" zwölf Millionen Euro an Real Sociedad San Sebastian für den Wechsel bezahlen. Über den Transfer wird seit Wochen spekuliert. Eine Bestätigung durch den Verein soll es laut der Berichte in Kürze geben. Bravo würde beim FC Barcelona Konkurrent des ebenfalls neu von Borussia Mönchengladbach verpflichteten Marc-Andre ter Stegen.

Portugal, Ronaldo: Cristiano Ronaldo hat erneut mit einem Eisbeutel auf seinem lädierten Knie vorzeitig das Training beendet. Bei der ersten Übungseinheit nach der 0:4-Pleite gegen die deutsche Mannschaft konnte der 29-Jährige das komplette Programm nicht absolvieren. Am Nachmittag gab Torwart Beto indes Entwarnung. "Cristiano ist 100-prozentig fit", sagte der 32-Jährige vom FC Sevilla, der im zweiten Gruppenspiel am Sonntag gegen die USA den verletzten Stammkeeper Rui Patricio ersetzen soll: "Er spielt, weil er fit ist."

Seit Monaten plagen CR7 Knieprobleme. Vor dem WM-Auftakt gegen die DFB-Elf hatte er sich zwar selbst "bei 100 Prozent" gesehen, doch die fehlende Fitness war ihm deutlich anzumerken. Nach einigen Übungen mit der Mannschaft arbeitete Ronaldo mit dem Physiotherapeuten, schließlich verließ er mit einem Eisbeutel auf dem linken Knie vorzeitig das Feld und setzte sich auf eine Bank. Dort erfüllte er Autogrammwünsche. Als seine Teamkollegen nach Trainingsende T-Shirts an die Fans verteilten, machte der Kapitän mit.

Elfenbeinküste, Didier Ya Konan: Didier Ya Konan steht der Elfenbeinküste im zweiten WM-Spiel gegen Kolumbien am Donnerstag (18.00 Uhr MESZ/ZDF) in Brasília nicht zur Verfügung. Das bestätigte Trainer Sabri Lamouchi. Der Stürmer von Bundesligist Hannover 96 hatte beim Sieg gegen Japan (2:1) ein Schlag auf das Knie erlitten. Auf einen Einsatz von Didier Drogba in der Startelf wollte sich Lamouchi weiterhin nicht festlegen. "Er wird vielleicht am Anfang auf der Bank sitzen oder in der Startelf sein", hatte der Franzose schon zuvor betont. Gegen Japan war den Ivorern nach der Einwechslung von Drogba mit zwei Toren binnen 240 Sekunden die Wende geglückt. Mit einem Sieg könnte die Elfenbeinküste erstmals in der Geschichte ein WM-Achtelfinale erreichen.

USA, Jürgen Klinsmann: Kobe Bryant hat sich amüsiert über die Kritik von Jürgen Klinsmann gezeigt. "Das war wirklich lustig", sagte der fünfmalige NBA-Gewinner bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien gegenüber ESPN: "Es hatte etwas von Comedy." Klinsmann, Trainer der US-Fußballer, hatte sich in einem Interview mit dem Magazin der New York Times über das Gehalt des 35-Jährigen Kobe Bryant gewundert: "Warum bekommt er eine Vertragsverlängerung über zwei Jahre für 50 Millionen Dollar? Für das, was er in den kommenden zwei Jahren für die Lakers tun wird? Natürlich nicht. Er bekommt es für das, was er getan hat. Und das ergibt keinen Sinn", sagte Klinsmann. Bei Bryant stieß die Kritik auf Unverständnis.

"Er sieht die Sache nicht aus der Perspektive eines Besitzers. Der Besitzer muss seine Spieler für das belohnen, was sie geleistet haben und dabei darauf achten, dass er das Team gleichzeitig weiterbringt", gab der 15-malige Allstar zu bedenken. "Jürgen ist ein Trainer. Er ist kein General Manager oder Besitzer eines Klubs. So gesehen relativiert es die Sache ein wenig", so Bryant: "Aber er hätte wohl einen anderen Spieler als Beispiel wählen sollen." Zuletzt hatte bereits der bekannte US-Journalist Michael Wilbon Klinsmann wegen dessen Aussagen attackiert. Wilbon forderte den ehemaligen Bundestrainer in einer Polemik dazu auf, "zur Hölle nochmal" die USA zu verlassen: "Verschwinde aus Amerika". Klinsmann lebt seit 1998 in den Staaten.

Uruguay, Verletzung: Im "Alles-oder-Nichts"-Spiel gegen England am Donnerstag muss Uruguay auf Kapitän Diego Lugano verzichten. Der 33 Jahre alte Innenverteidiger vom englischen Erstligisten West Brom Albion leidet an Kniebeschwerden, die nach Verbandsangaben in den vergangenen Tagen immer schlimmer wurden. Lugano muss nach derzeitigem Stand aber nicht operiert werden. Uruguay hofft deshalb darauf, ihn im weiteren Turnierverlauf einsetzen zu können. Nach der überraschenden 1:3-Auftaktniederlage gegen Costa Rica brauchen die Südamerikaner gegen die zum Anfang ebenfalls geschlagenen Three Lions (1:2 gegen Italien) aber einen Sieg, um noch realistische Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale zu haben.

DFB, Kevin Großkreutz: Michael Zorc hat den Deutschen Fußball-Bund DFB wegen seines Umgangs mit Nationalspieler Kevin Großkreutz heftig kritisiert. Den Sportdirektor von Bundesligist Borussia Dortmund stört vor allem ein Interview mit dem BVB-Profi auf der DFB-Homepage drei Tage vor dem WM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft am vergangenen Montag gegen Portugal (4:0): "Das war eine komplett unnötige Aktion", sagte Zorc der Sport Bild.

In dem Interview war Großkreutz gefragt worden, ob er froh sei, dass es im deutschen WM-Quartier Campo Bahia keinen Dönerladen gebe. Das zielte auf den Vorfall, bei dem der 25-Jährige vor einigen Wochen nachts in Köln vor einem Imbiss mit einem anderen Gast aneinandergeraten war und einen Döner nach ihm geworfen haben soll. Auch die Pinkelaffäre nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Bayern München wurde in dem Interview thematisiert. "Das hat mich nicht nur überrascht, sondern auch extrem irritiert. Ich weiß nicht, warum man kurz vor einem WM-Auftaktspiel so etwas bei einem eigenen Medium wieder zum Thema macht", kritisierte Zorc.

© Süddeutsche.de/dpa/sid/fued

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