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Clásico gegen Real Madrid:Barça legt sich für Neymar mit der Justiz an

FC Barcelona - Juventus Turin

Drei Spiele gesperrt, auch im Clásico: Neymar vom FC Barcelona.

(Foto: dpa)
  • Im Clásico gegen Real Madrid will der FC Barcelona unbedingt den gesperrten Neymar einsetzen. Dafür legen sich die Katalanen mit viel Kalkül mit dem Sportschiedsgericht an.
  • Dass die Personalie Neymar so wichtig ist für den FC Barcelona, zeigt die Schwäche im Kader.
  • Hier geht es zu allen Ergebnissen der spanischen Liga.

Eigentlich hatte man gedacht, dass es nichts gebe, was es rund um den spanischen Clásico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona noch nicht gesehen hätte. 173 Mal hat er bereits in der Liga stattgefunden, die 174. Auflage steigt am Sonntagabend (20.45 Uhr). Am Samstag aber tobte ein beispielloser Rechtsstreit um einen Spieler, der eigentlich gesperrt ist, den der FC Barcelona gerne aufstellen würde. Sein Name: Neymar Junior.

Neymar hatte am vorvergangenen Spieltag die gelb-rote Karte gesehen, unter anderem, weil er die Ausführung eines gegnerischen Freistoßes verzögert hatte. Auf dem Weg in die Kabine applaudierte er dem vierten Offiziellen höhnisch, weshalb er zwei zusätzliche Spiele Sperre erhielt. Gegen diese Extra-Strafe ging Barcelona vor: auf Grundlage eines Gesetzes, demzufolge Disziplinarstrafen so lange unwirksam sind, wie der Rechtsweg vor einem Gericht nicht ausgeschöpft ist, das dem spanischen Verwaltungsrecht unterworfen ist. Das ist beim staatlichen Sportverwaltungsgericht (TAD) der Fall. Dort beantragte der FC Barcelona dann am Freitag tatsächlich, Neymar aufbieten zu dürfen - allerdings zu einer Uhrzeit, als sich die Richter bereits ins Wochenende verabschiedet hatten, um 16.08 Uhr. Das offensichtliche Kalkül: So lange das Sportverwaltungsgericht nicht über den Antrag entscheidet, kann Neymar nicht als endgültig verurteilt gelten. Und spielen.

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Das Sportschiedsgericht aber griff zu einer sehr spanischen Lösung: Es trat einfach nicht noch einmal zusammen. Begründung: Man habe nicht genug Leute zusammenbekommen. In einer Mitteilung des Vorsitzenden des Sportschiedsgerichts hieß es am Samstag, Barcelona habe gar nicht beantragt, die Sperre zur Bewährung auszusetzen. Im Übrigen seien Disziplinarstrafen sofort wirksam.

Der FC Barcelona reagierte am Samstagabend mit einem geharnischten Kommuniqué: Man habe in der Tat nicht eine Aussetzung der Sperre erbeten, sondern eine Entscheidung des Sportschiedsgerichts. Erst im Falle einer Bestätigung der Sperre würde man subsidiär auf die Aussetzung der Bestrafung bis zu einer endgültigen Verhandlung der Causa erwarten. Im Übrigen sei man "überrascht", dass der Präsident des Sportschiedsgerichts öffentlich eine Meinung abgebe über die Frage, ob eine Aussetzung der Sperre angebracht sei oder nicht. Daher erwarte man erstens, dass das Sportschiedsgericht entscheidet - und zweitens, dass der Vorsitzende an dieser Entscheidung wegen Befangenheit nicht mitwirke.